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Die meisten Frauen wünschen sich, ihr Kind in ruhiger Atmosphäre im Kreis vertrauter Menschen zur Welt zu bringen. Um das Gebären ihres Kindes als ein beglückendes Familienereignis erleben zu können, möchten viele Frauen von ihrem Partner und einer kompetenten Hebamme liebevoll umsorgt werden. Doch auch eine gute Freundin oder eine andere vertraute Person können eine gute Unterstützung und Begleitung sein.
Da eine Geburt sehr anstrengend ist, Konzentration erfordert und überdies eine sehr intime Angelegenheit ist, ist es wichtig, sich gut zu überlegen, wer bei diesem ganz besonderen Ereignis dabei sein soll. Erfahrungsgemäß ist es am besten, wenn nur ein bis zwei Personen als Geburtsbegleiter anwesend sind. Helfer können sich auch abwechseln; ein zu häufiger Wechsel kann allerdings Unruhe verbreiten und den Ablauf der Geburt stören.
Hat sich eine Frau entschlossen, ohne Begleitpersonen zu entbinden, ist sie deshalb aber nicht allein. Die Hebamme wird sie eher intensiver betreuen als die Frauen, die von Angehörigen unterstützt werden.
Die Rolle der Hebamme
Mit der Aufnahme in den Kreißsaal beginnt die Fürsorge und Hilfe der Hebamme. Ihre Aufgabe ist es, die werdende Mutter, ihren Partner und das Kind durch alle Phasen der Geburt zu begleiten und zu versorgen.
Im Verlauf der Geburt wird sich die Hebamme bemühen, die Zeit der Wehen für die Frau so erträglich wie möglich zu gestalten. In der Austreibungsphase stimmt die Hebamme mit der Frau ab, in welcher Position sie das Kind gebären möchte. Sobald sich das Köpfchen des Kindes durch die Beckenbodenmuskulatur nach außen schiebt, wird es von der Hebamme empfangen.
Auch unmittelbar nach der Geburt kümmert sich die Hebamme um das Kind: Sie schaut, ob es gesund ist, misst und wiegt es. Anschließend hilft sie der Mutter, das Neugeborene an die Brust zu legen.
Hebammen sind berechtigt, normale Geburtshilfe und Nachsorge (Wochenbett-Betreuung) zu leisten, ohne dass eine Ärztin oder ein Arzt anwesend sein muss. Sobald aber Unregelmäßigkeiten oder Probleme auftreten, muss eine Ärztin oder ein Arzt hinzugezogen werden. Das gilt für Hausgeburten ebenso wie für Geburten in einer Entbindungsklinik.
Werdende Väter und Angehörige im Kreißsaal
Die meisten Frauen bitten ihren Partner als engste Vertrauensperson, sie bei der Geburt zu unterstützen und bei ihnen zu sein. Wenn er gut vorbereitet ist, kann der Mann seiner Partnerin eine große Hilfe sein. Er kann sie während der Wehen stützen und halten, sie zwischendurch massieren oder ihr einfach durch seine Nähe helfen.
Die Geburt ihres Kindes wird von den meisten Männern als großartiges Erlebnis empfunden. Manche Paare ziehen es aber aus unterschiedlichen Gründen vor, das Geburtserlebnis nicht zu teilen. Nicht selten fällt es Männern schwer, mit den Schmerzen ihrer Partnerin umzugehen und ihre Frau sehr anders als sonst zu erleben. Unerwartete Geburtsverläufe können die begleitenden Partner mehr verunsichern als die mitten im Geschehen befindliche Gebärende. Manchmal bestehen auch Ängste, die erotische Anziehung könnte später durch die intensive Erfahrung der Geburt überlagert werden und leiden.
Jede werdende Mutter tut gut daran, für sich selbst und zusammen mit ihrem Partner zu klären, inwieweit er sie während der Geburt unterstützen kann, ob er die ganze Zeit anwesend sein soll und welche Rolle er als Geburtshelfer übernehmen will.
Außer dem Partner kann auch jede andere Vertrauensperson eine Frau zur Geburt begleiten. Ob das die beste Freundin, die Schwester, Mutter oder Schwiegermutter ist, richtet sich allein nach dem Bedürfnis der Frau.
Geduld beweisen und sich selbst versorgen
Wer auch immer zur Geburt mitkommt, muss sich darauf einstellen, dass sie viele Stunden dauern und einige Geduldsproben erfordern kann.
Die Begleitpersonen müssen sich in dieser Zeit selbst um ihre Bedürfnisse wie Trinken, Essen, Schlafen und Bewegung kümmern. Übermüdete und hungrige Begleiter sind für werdende Mütter im Kreißsaal meist keine wirkliche Hilfe.
Die meisten Kliniken bieten nur kleine Snacks und Getränke wie Tee, Kaffee oder Wasser an. Die Cafeteria, die Kantine und der Kiosk eines Krankenhauses sind nachts häufig geschlossen. Daher ist es gut, sich rechtzeitig zu kümmern und alles Wichtige in die Klinik mitzubringen.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Milch braucht ein Neugeborenes?
Ein gesundes Neugeborenes kommt zwar mit einem ausgeprägten Saugreflex, aber gesättigt zur Welt. Wenn es nach der Geburt an die Brust gelegt wird, kann es die ersten Tropfen der Vormilch (Kolostrum) trinken. Die Vormilch ist reich an Eiweißen, Mineralien und enthält wenig Fett und Zucker. Diese kleinen Mengen reichen dem Neugeborenen.
Erst nach etwa zwölf bis 24 Stunden äußert es seinen ersten Hunger, wird unruhig und schreit. Am zweiten oder dritten Tag schießt dann die normale Muttermilch in die Brust, die optimale Ernährung für das wachsende Kind. Durch Saugen an der Brust regelt das Neugeborene seinen Milchbedarf gewissermaßen selbst. Je mehr es trinkt, desto mehr Milch produziert die Brust.
Es gibt keinen Grund, einem gesunden Neugeborenen in den ersten Tagen andere Nahrung oder Flüssigkeit als die Muttermilch zu geben. Im Gegenteil: Der Magen und der Darm des Kindes reagieren noch sehr empfindlich auf körperfremde Nahrung. Nimmt ein Kind allerdings mehr als zehn Prozent seines Geburtsgewichtes ab, bekommt Fieber oder liegen andere Probleme vor, kann es durchaus sinnvoll sein, zusätzlich ein wenig Flüssigkeit wie Tee oder eine sehr verdünnte Traubenzuckerlösung zu geben.
Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Übungswehen und Geburtswehen?
In den letzten Wochen vor der Geburt treten ab und an sogenannte Vor- oder Übungswehen auf. Dabei wird der Bauch meist rund und hart, was von einem leichten, ziehenden Schmerz im Unterbauch begleitet sein kann. Häufig melden sich Übungswehen in unregelmäßigen Abständen abends für zwei bis drei Stunden und hören dann wieder auf.
Im Gegensatz dazu verschwinden Geburtswehen nicht wieder, sondern werden regelmäßiger, dauern länger und kommen in immer kürzeren Abständen. Bei diesen stärkeren Wehen strahlt der Wehenschmerz häufig vom Rücken nach vorne in den Bauch und bis in die Oberschenkel aus.
Wenn die Wehen länger als eine Stunde in Abständen von etwa zehn Minuten auftreten, wird es allmählich Zeit für die Fahrt in die Klinik, das Geburtshaus oder für den Anruf bei der Hebamme zur Hausgeburt. Nur in seltenen Fällen besteht Grund zur Hektik: Beim ersten Kind dauert die Geburt meist zwischen sechs und zwölf Stunden.
Kann man mit Sex die Geburt einleiten?
Die Samenflüssigkeit des Mannes enthält sogenannte Prostaglandine. Diese Hormone werden auch in der Gebärmutter der Frau produziert. Gegen Ende der Schwangerschaft lockern sie das Gewebe des Muttermundes auf, damit er sich unter dem Druck der Wehen öffnen kann. Auch beim Auslösen von Wehen spielen Prostaglandine eine entscheidende Rolle. Sie werden deshalb auch zur Geburtseinleitung als Gel, Zäpfchen oder Tablette verwendet.
Die Menge der Prostaglandine im Sperma des Mannes reicht allerdings nicht aus, um Wehen auszulösen, solange der Körper der Frau und das Kind noch nicht geburtsbereit sind.
Bei einem Orgasmus schüttet der weibliche Körper das Hormon Oxytozin aus. Es bewirkt ein rhythmisches Zusammenziehen der Gebärmutter. Deshalb können nach dem Orgasmus ganz leichte Wehen spürbar sein. Sie vergehen aber meist sehr schnell wieder, wenn der weibliche Organismus noch nicht bereit für die Geburt ist. Bei einem unreifen, noch fest verschlossenen Muttermund und einem noch nicht geburtsreifen Kind kann Sex also genauso wenig wie Hausputz oder Treppensteigen den Geburtsbeginn beschleunigen.
Wissenschaftlich belegt ist, dass Frauen, die am Geburtstermin entspannt sind, eher Wehen bekommen als Frauen, die müde und erschöpft sind. Insofern könnte entspannter Sex, der zu körperlichem und seelischem Wohlbefinden führt, den Geburtsbeginn möglicherweise doch etwas befördern.


