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Beckenendlage: Mit dem Po voran

Ein Fötus im Mutterleib, 26 Wochen alt. Der Po liegt im Beckenausgang der Mutter. (Quelle: Lennart Nielsson)

Fünf Prozent aller Kinder liegen zur Geburt mit dem Po voran im Beckenausgang der Mutter. Können sie auf normalem Weg geboren werden? Wann ist bei einer Beckenendlage ein Kaiserschnitt nötig?


Eine Beckenendlage wird auch als Steißlage bezeichnet. Das Kind liegt dabei mit dem Kopf direkt unterhalb des Rippenbogens der Mutter. Die Beine des Ungeborenen können dabei entweder am Bauch in die Höhe geschlagen sein, oder es liegt mit einem oder beiden Füßen voran oder hockt mit den Füßen neben dem Steiß.

Dreht sich das Kind nicht selbst in die Schädellage und bleibt ein Wendungsversuch von außen erfolglos, muss das Kind entweder mit dem Po zuerst geboren werden oder durch einen Kaiserschnitt.

Geburtsverlauf bei einer Beckenendlage

Der Geburtsverlauf bei einer Vaginalgeburt ist für ein Kind in Beckenendlage etwas anstrengender als bei einer Schädellage. Das Kind muss sich mit dem Steiß im Geburtsweg genauso einfügen und drehen, als würde es mit dem Kopf zuerst kommen. Sobald der Po draußen ist, rutscht der Kopf in den Beckenring. Da es hier sehr eng ist, drückt das Köpfchen auf die Nabelschnur und verringert damit die Versorgung und Sauerstoffzufuhr. Deshalb muss  das Kind dann schnell vollständig geboren werden.

Der Kopf muss die gleichen Drehbewegungen machen wie vorher der Körper. Um dies zu erleichtern, wird das Kind von der Hebamme, der Ärztin oder dem Arzt mit bestimmten Handgriffen gedreht und hochgehoben. Die Gebärende muss dabei gut mit den Geburtshelfern kooperieren und kann nicht immer die für sie angenehmste Körperhaltung einnehmen. Deshalb ist die letzte Phase der Geburt eines Kindes in Beckenendlage für die Mutter oft beschwerlich.

Bei einer Beckenendlage wird meist eine Periduralanästhesie empfohlen, damit die werdende Mutter keine Schmerzen hat und entspannen kann. Außerdem ist ein Dammschnitt in der Regel nicht zu vermeiden.

 

Risiken bei einer Geburt in Beckenendlage

Wenn der Po des Kindes vorangeht, dehnt er die Wände des Geburtswegs nicht so stark, wie es normalerweise das Köpfchen tut. Dies kann zu einer Wehenschwäche und Verzögerungen führen, was sich aber mithilfe eines Wehentropfes ausgleichen lässt.

Kommt es zu Verzögerungen bei der Geburt des Kopfes, kann die abgeklemmte Nabelschnur zu einer kurzzeitigen Mangelversorgung mit Sauerstoff führen.

Ein Missverhältnis zwischen kindlichem Kopf und mütterlichem Becken kann dazu führen, dass sich der nachfolgende Kopf nicht passgerecht in den Geburtskanal hineindreht. Um dieses Risiko einschätzen zu können, wird vor der Geburt ein Ultraschall gemacht und gegebenenfalls die Entscheidung für einen Kaiserschnitt getroffen.

Normale Geburt nur in wenigen Kliniken möglich

Wenn keine besonderen Risikofaktoren vorliegen, ist die vaginale Geburt eines Kindes aus Beckenendlage nicht weniger sicher als eine normale Geburt in Schädellage, vorausgesetzt, die Geburt wird von besonders qualifizierten Geburtshelferinnen und Geburthelfern begleitet. Einige Geburtskliniken haben sich auf vaginale Beckenendlagen-Entbindungen spezialisiert. Sie sind die beste Wahl für Frauen, die trotz Beckenendlage eine normale Geburt wünschen.

Auch eine ambulante Geburt ist bei Beckenendlage möglich: Wenn das Kind auf normalem Weg geboren wurde und Mutter und Kind wohlauf sind, können sie vier Stunden nach der Geburt nach Hause gehen.

Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt

Vor- und Nachteile einer normalen Geburt bei Beckenendlage sollten ausreichend lange vor dem Geburtstermin zwischen der schwangeren Frau und den Geburtshelfern und -helferinnen besprochen werden. Auch wenn die Schwangere eine Normalgeburt wünscht, ist dies bei einer Beckenendlage nicht immer möglich. Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt können sein:

  • Eine Frühgeburt, weil die Geburt eines Frühchens so schonend wie möglich ablaufen soll.
  • Ein enges mütterliches Becken oder ein Kind, dessen geschätztes Gewicht über 4000 Gramm liegt. Ist das Kind sehr groß und/oder das mütterliche Becken nicht weit genug, kann es beim Durchtritt des Kopfes zu Schwierigkeiten kommen. 
  • Schwangere mit Diabetes erwarten häufiger sehr große Kinder, die zudem oft empfindlicher auf Geburtsstress reagieren als andere Kinder. Außerdem kann die Anstrengung bei der Mutter zu größeren Schwankungen  des Blutzuckerspiegels führen.
  • Präeklampsie: Die verstärkte Anstrengung am Ende der Geburt könnte schneller zu einem Krampfanfall führen.
  • Nabelschnurvorfall nach einem Blasensprung. In diesem Fall droht eine längere Mangelversorgung des Kindes.

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Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert eine äußere Wendung bei Beckenendlage?

Manchmal ist es möglich, ein Kind, das mit dem Po voran im Beckenausgang der Mutter liegt, zu einer Drehung in die Schädellage zu bewegen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Manche kann man zu Hause allein probieren, bei manchen ist professionelle Hilfe nötig.

Eine Hebamme kann bestimmte Gymnastikübungen anleiten, die sich auch zu Hause durchführen lassen. Manche Hebammen und werdenden Mütter versuchen es mit Moxibustion – einer Methode, die aus der alten chinesischen Medizin stammt.  Dabei wird ein bestimmter Akupunkturpunkt am kleinen Zeh der Schwangeren aus einer gewissen Entfernung mit einem glühenden Stäbchen aus Beifußkraut (japanisch: Moxa) erwärmt. Dies soll bewirken, dass sich das Kind dreht.

Ab der vollendeten 36., besser der 38. Schwangerschaftswoche werden äußere Wendungsversuche in geburtshilflichen Kliniken vorgenommen. Wenn der Bauch ganz weich und entspannt ist, kann die Frauenärztin oder der Frauenarzt versuchen, das Kind durch kräftigen, gezielten Druck auf die Bauchdecke zu drehen. Dabei und danach werden die Herztöne über etwa eine Stunde aufgezeichnet, um sicherzustellen, dass es dem Kind gut geht. Wenn Probleme auftreten, die das Kind gefährden, kann ein sofortiger Kaiserschnitt erforderlich werden.

Es gibt keine Garantie, dass eine äußere Wendung klappt. Einige Kinder drehen sich wieder zurück, andere haben sich schon zu fest in die Beckenendlage gesetzt, und bei manchen ist die Nabelschnur für eine Wendung zu kurz.

Wie lange wird vor einem geburtshilflichen Eingriff abgewartet?

In der Eröffnungsphase wird etwa alle zwei Stunden kontrolliert, wie weit sich der Muttermund schon geöffnet hat. Hat er sich nicht weiter geöffnet, kann es sein, dass die Wehen zu schwach sind oder das Köpfchen nicht genug drückt, weil es nicht in der richtigen Position sitzt oder die Mutter zu verspannt ist.

In diesem Fall wird zunächst versucht, die Wehen wieder in Gang zu bringen, zum Beispiel durch entspannende Maßnahmen oder durch einen Wehentropf. Auch eine Periduralanästhesie kann hilfreich sein, wenn sich die Mutter durch die Abnahme der Schmerzen entspannt. Länger als vier Stunden ohne Geburtsfortschritt wird jedoch selten abgewartet, selbst wenn es Mutter und Kind gut geht.

Die Austreibungsphase sollte nicht länger als zwei Stunden dauern. Verzögert sie sich, wird häufiger untersucht und schneller eingegriffen als zu Beginn der Geburt, weil das Kind in dieser Geburtsphase stärker belastet ist.

Was ist eine Schulterdystokie?

Eine Schulterdystokie ist eine Geburtskomplikation während der Austreibungsphase. Dabei bleibt die vordere Schulter des Kindes nach der Geburt des Kopfes an der Schambeinfuge des mütterlichen Beckens hängen. Diese Komplikation kommt hauptsächlich bei großen, über 4000 Gramm schweren Kindern vor, insgesamt aber bei etwa einer von zweihundert Geburten (0,5 Prozent).

Um Risiken wie Sauerstoffmangel, Schlüsselbeinbruch oder Nervenlähmungen für das Kind zu vermeiden, sind spezielle geburtshilfliche Maßnahmen erforderlich. Eine Methode ist zum Beispiel das mehrmalige Strecken und Beugen der mütterlichen Beine in Kombination mit Druckausübung oberhalb des Schambeinbogens der Mutter.

Wenn Untersuchungen ergeben haben, dass das Kind sehr groß und die Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie hoch ist, wird häufig ein geplanter Kaiserschnitt empfohlen.

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