Komplikationen

Komplikationen während der Geburt

Auf dem Weg ins Leben kann es zu Schwierigkeiten kommen, die den Verlauf einer Geburt stören. Manche dieser Probleme sind absehbar, andere treten unerwartet ein.

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Medizinische Eingriffe

Wenn die Geburt nicht vorangehen will, die Kräfte der Mutter verbraucht sind und das Kind gestresst reagiert, lassen sich ein geburtshilflicher Eingriff oder eine Schnittentbindung häufig nicht vermeiden.

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Beckenendlage: Mit dem Po voran

Fünf Prozent aller Kinder liegen zur Geburt mit dem Po voran im Beckenausgang der Mutter. Können sie auf normalem Weg geboren werden? Wann ist bei einer Beckenendlage ein Kaiserschnitt nötig?

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Häufig gestellte Fragen

Was tun, wenn sich das Kind nicht in die Schädellage dreht?

Manchmal ist es möglich, ein Kind, das quer im Bauch oder mit dem Po voran im Becken der Mutter liegt, zu einer Drehung in die Schädellage zu bewegen.

Ab der vollendeten 34. Woche kann eine Hebamme der Schwangeren bestimmte Übungen zeigen, wie zum Beispiel die „indische Brücke“, die sich zu Hause durchführen lassen. Manche Hebammen versuchen es mit alternativen Methoden, zum Beispiel der Moxibustion – einer Methode aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Diese sollen bewirken, dass die Gebärmutter angeregt wird und sich das Kind dreht. Bisher gibt es jedoch keine gesicherten wissenschaftlichen Belege, dass diese Methoden wirksam sind.

Ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche kann in einer Klinik eine äußere Wendung versucht werden. Voraussetzung ist, dass die Schwangerschaft normal verläuft und es dem Kind gut geht. Die Schwangere erhält in der Regel einen Tropf mit einem wehenhemmenden Medikament. Ist die Gebärmutter entspannt, versucht die Frauenärztin oder der Frauenarzt, das Kind aus dem unteren Bereich der Gebärmutter nach oben zu schieben und zu drehen. Dabei und danach werden die Herztöne des Kindes aufgezeichnet und es wird per Ultraschall kontrolliert, ob es dem Kind gut geht. In seltenen Fällen kann es zu Problemen mit der Nabelschnur, zur Ablösung des Mutterkuchens und zu einem Abfall der kindlichen Herztöne kommen. Dann kann ein sofortiger Kaiserschnitt notwendig werden.

Nicht selten ist eine äußere Wendung erfolgreich. Einige Kinder drehen sich jedoch wieder zurück, andere haben sich schon zu fest in die Beckenendlage gesetzt. Bei manchen Kindern ist die Nabelschnur für eine Wendung zu kurz.

Wie lange wird vor einem geburtshilflichen Eingriff abgewartet?

In der Eröffnungsphase wird etwa alle zwei Stunden kontrolliert, wie weit sich der Muttermund schon geöffnet hat. Hat er sich nicht weiter geöffnet, kann es sein, dass die Wehen zu schwach sind oder das Köpfchen nicht genug drückt, weil es nicht in der richtigen Position sitzt oder die Mutter zu verspannt ist.

In diesem Fall wird zunächst versucht, die Wehen wieder in Gang zu bringen, zum Beispiel durch entspannende Maßnahmen oder durch einen Wehentropf. Auch eine Periduralanästhesie kann hilfreich sein, wenn sich die Mutter durch die Abnahme der Schmerzen entspannt. Länger als vier Stunden ohne Geburtsfortschritt wird jedoch selten abgewartet, selbst wenn es Mutter und Kind gut geht.

Die Austreibungsphase sollte nicht länger als zwei Stunden dauern. Verzögert sie sich, wird häufiger untersucht und schneller eingegriffen als zu Beginn der Geburt, weil das Kind in dieser Geburtsphase stärker belastet ist.

Was ist eine Schulterdystokie?

Eine Schulterdystokie ist eine Geburtskomplikation während der Austreibungsphase. Dabei bleibt die vordere Schulter des Kindes nach der Geburt des Kopfes an der Schambeinfuge des mütterlichen Beckens hängen. Diese Komplikation kommt hauptsächlich bei großen, über 4000 Gramm schweren Kindern vor, insgesamt aber bei etwa einer von zweihundert Geburten (0,5 Prozent).

Um Risiken wie Sauerstoffmangel, Schlüsselbeinbruch oder Nervenlähmungen für das Kind zu vermeiden, sind spezielle geburtshilfliche Maßnahmen erforderlich. Eine Methode ist zum Beispiel das mehrmalige Strecken und Beugen der mütterlichen Beine in Kombination mit Druckausübung oberhalb des Schambeinbogens der Mutter.

Wenn Untersuchungen ergeben haben, dass das Kind sehr groß und die Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie hoch ist, wird häufig ein geplanter Kaiserschnitt empfohlen.