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Es ist gut, dass es im Notfall den Kaiserschnitt gibt

Susanne K. hatte vier vaginale Geburten und einen Kaiserschnitt beim letzten Kind. Die Schnittentbindung liegt einige Jahre zurück, ist in ihrer Erinnerung aber noch sehr lebendig. Er war notwendig, aber es lief nicht alles wie gewünscht.


Nach zwei komplikationslosen Geburten hatte ich völlig unerwartet zwei Totgeburten jeweils in der 30. Schwangerschaftswoche. Dann wurde ich noch einmal schwanger. Bei der Geburt wollten der Arzt, die Hebamme und ich kein Risiko eingehen, als die Herztöne meines Kindes während der Wehen plötzlich schwächer wurden. Der Kaiserschnitt war in meinen Augen notwendig, es war mir recht so.

Ich wollte auch keine Situation der Panik erleben, deshalb entschied ich mich für eine Vollnarkose. Auch deshalb, weil ich bei der vorangegangenen Geburt eine Periduralanästhesie hatte und meine Beine danach zwei Tage taub waren. Damals konnte ich mich nicht bewegen und fühlte ich mich sehr gehandikapt.

Mehr Nachwirkungen als erwartet

Aber natürlich war ich nach der Vollnarkose wie weggetreten. Die Operation war morgens um halb zehn, doch die Zeit bis abends um acht Uhr verbrachte ich wie in einem Nebel. Gegen 16 Uhr habe ich mein Kind gestillt, aber eher mechanisch. Richtig wahrgenommen habe ich es beim Stillen nicht. Vollständig bei Bewusstsein war ich erst wieder am Abend.

Nach der Operation habe ich mich lange wund gefühlt, sicher vier Wochen lang. Lachen, weinen, essen, das ging alles nicht gut. Die Verdauung funktionierte schlecht, ich hatte die Phantasie, der Darm sei mit vernäht worden. Ich fühlte mich hinterher schwangerer als vorher, weil die Verdauung nicht funktionierte. Eine Weile schmerzte buchstäblich alles und jede Bewegung. Weil das Kind ein Frühchen war, trug ich es mit der Känguru-Methode vor meinem Bauch, aber wenn es mir beim Stillen gegen den Bauch strampelte, tat das wirklich weh. Die Narbe ist auch jetzt nach Jahren noch berührungsempfindlich und juckt bei einem Wetterumschwung. Man sieht sie, und die Bauchstruktur ist anders, weil die Narbe das übrige weichere Gewebe zusammenzieht.

Seelische Unterstützung gefragt

Die Ärzte fand ich nicht sehr einfühlsam. Darüber, dass ich mich schlecht bewegen konnte und Schmerzen hatte, sind sie eher hinweggegangen. „Seien Sie froh, Sie haben jetzt ihr Kind!“ – Das war’s. Schlimm fand ich, dass man mir in der Nacht nach der Operation mein Kind nicht gebracht hat, denn natürlich hatte ich mit meiner Vorgeschichte Angst um mein Kind.

Wenn ich jetzt die Vaginalgeburten mit dem Kaiserschnitt vergleiche, denke ich, beide haben diese Form von Ungewissheit. Du weißt nicht, ob alles gut geht.

Nach dem Kaiserschnitt war ich körperlich allerdings eindeutig schlechter dran. Immerhin ist es eine Bauchoperation, bei der auch Muskeln durchschnitten werden. Ich hatte einen Schlauch in der Naht und einen Tropf. Danach konnte ich in der Rückenlage lange Zeit die Beine nicht hochheben. Bei den Vaginalgeburten waren die körperlichen Geburtsfolgen schneller vorbei, auch bei den schwierigen Entbindungen.

Hormone und Glücksgefühle

Vielleicht werden beim Kaiserschnitt verschiedene Hormone nicht freigesetzt, die einem psychisch beim Gebären helfen. Ich habe eindeutig einen glücklich machenden Hormoneffekt bei den Vaginalgeburten gehabt. Mich haben intensive Gefühle erfasst, auch bei den beiden Totgeburten. Das hört sich vielleicht merkwürdig an. Aber ich war in der Situation ganz eng mit meinem Mann und den Kindern verbunden, das war in all der Trauer auch wieder schön und ist uns als Gefühl geblieben. Das war nach dem Kaiserschnitt anders. Die Emotionalität war durchschnitten. Das bedaure ich sehr. Der Schnitt trifft nicht nur den Bauch.

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Häufig gestellte Fragen

Was kann ich tun, damit es nach dem Kaiserschnitt keine Probleme beim Stillen gibt?

Stillprobleme nach einer Schnittentbindung können auftreten, wenn es nach der Operation nicht möglich ist, das Kind gleich an die Brust zu legen, etwa weil die Mutter noch unter Narkoseeinfluss steht oder das Kind behandelt werden muss. Die Milch schießt dann oft später ein als nach einer normalen Geburt.

Nach dem Eingriff kann es außerdem wegen der Wundschmerzen schwierig sein, die richtige Haltung beim Stillen zu finden. Doch mit ein wenig Unterstützung für die Mutter gelingt das Stillen nach einem Kaiserschnitt bald meist genauso gut wie nach einer Normalgeburt. Wenn nichts dagegen spricht, ist es am besten, das Kind möglichst gleich nach dem Eingriff anzulegen. Vielleicht ist es ein wenig schläfrig, oder die Mutter ist selbst noch etwas benommen von der Narkose. Klappt das Anlegen nicht gleich, kann das Klinikpersonal Tipps geben und Hilfestellung leisten.

Rat und praktische Unterstützung beim Stillen gibt auch die Hebamme. Sie kann der Mutter zum Beispiel zeigen, wie sie sich mithilfe von Kissen so abstützt, dass die Operationswunde geschützt ist und das Kind ihre Brustwarze gut erreicht.

Link zum Faltblatt der AFS:
http://www.afs-stillen.de/upload/faltblaetter/FB_Richtig_stillen.PDF

 

Wird bei einer Beckenendlage heute meistens ein Kaiserschnitt gemacht?

Beckenendlagen werden in Deutschland heute zu über 90 Prozent per Kaiserschnitt entbunden. Zum einen aus medizinischen Gründen, wenn die Lage des Kindes eine sehr lange und belastende Geburt wahrscheinlich macht. Zum anderen, weil die geburtshilfliche Erfahrung mit komplizierten Geburten abgenommen hat und die Kliniken oft nicht auf solche Situationen eingerichtet sind.

Noch vor einer Generation war dies anders. Hebammen, Frauenärztinnen und -ärzte waren darin geübt, Kinder in Beckenendlage, besonders große Kinder und Mehrlinge vaginal zu entbinden. Je mehr Schnittentbindungen durchgeführt werden, desto weniger können Ärztinnen, Ärzte und Hebammen Erfahrungen mit schwierigen vaginalen Geburten sammeln. Diese Entwicklung trägt dazu bei, dass die Zahl der Kaiserschnitte steigt.

Es gibt einzelne Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, die sich auf vaginale Beckenendlagengeburten spezialisiert haben. Informationen dazu geben Hebammen, gynäkologische Praxen und Klinikabteilungen. Ist die Schwangere auf den besonderen Verlauf einer Beckenendlagengeburt vorbereitet, die Geburtsklinik darauf eingestellt und das Geburtshilfeteam entsprechend qualifiziert, spricht nichts gegen eine vaginale Geburt.

Ist ein Kaiserschnitt weniger schmerzhaft als eine normale Geburt?

Eine Schnittentbindung findet unter lokaler Betäubung statt und ist daher nicht schmerzhaft. Allerdings treten nach der Operation Wundschmerzen auf, die die Mutter in den ersten Wochen stark beeinträchtigen können.
Bei einer normalen Geburt ist der Schmerz nach der Geburt meist schnell vergessen. Zudem muss heute keine gebärende Frau mehr übermäßige Schmerzen ertragen, denn es stehen wirksame Mittel zur Schmerzlinderung zur Verfügung.

Darf der Vater bei einem Kaiserschnitt mit in den OP-Saal?

Wenn Frau und Mann das möchten, spricht im Prinzip nichts dagegen. Die meisten Kliniken sind auf die Anwesenheit des Vaters im Operationssaal eingestellt. Wenn schon vor der Geburt klar ist, dass eine Schnittentbindung nötig wird, können die werdenden Eltern in einem Vorgespräch mit der Ärztin, dem Arzt und der Hebamme besprechen, wie der Mann seine Frau während des Eingriffs und danach am besten unterstützen kann.

Schützt ein Kaiserschnitt vor Beckenbodenschwäche?

Die Muskeln und Bänder des Beckenbodens werden vor allem durch das Gewicht des Kindes in den letzten Schwangerschaftswochen stark belastet. Die Dehnung des Beckenboden- und Scheidengewebes während einer vaginalen Geburt fällt im Vergleich dazu nicht so stark ins Gewicht. Ein Kaiserschnitt kann deshalb nicht garantieren, dass Beckenbodenbeschwerden wie zum Beispiel eine Blasenschwäche nicht auftreten. Die beste Vorbeugung ist regelmäßige Beckenbodengymnastik während der Schwangerschaft und danach (Rückbildungsgymnastik).

Kann man nach einem Kaiserschnitt noch normal entbinden?

Auch nach einem Kaiserschnitt ist eine normale vaginale Geburt möglich. Lag das erste Kind mit dem Po voran im Becken (Beckenendlage) oder der Mutterkuchen vor dem Ausgang der Gebärmutter (Plazenta praevia), kann das in der Folgeschwangerschaft anders sein. Auch Komplikationen während der Geburt, etwa durch eine Nabelschnurumschlingung, treten selten wiederholt auf.

Wenn jedoch wieder ein Risiko besteht, kann ein erneuter Kaiserschnitt nötig werden. Eine Schnittentbindung ist immer dann notwendig, wenn die normale Geburt für die Mutter und/ oder das Kind zu riskant wäre, oder wenn es im Geburtsverlauf zu Komplikationen kommt, die eine sofortige Operation erfordern.

Manche Frauen befürchten, dass die alte Kaiserschnittnarbe durch den stark wachsenden Bauch oder die Wehen reißen könnte. Das ist jedoch sehr unwahrscheinlich: Das Risiko, dass die Narbe wegen der Wehen Schaden nimmt, liegt bei unter einem Prozent.

Stimmt es, dass Kaiserschnitte für Kliniken lukrativer sind als normale Geburten?

Für den Arbeitsablauf in Kliniken haben Schnittentbindungen den Vorteil, dass sie planbar sind und meist nicht länger als eine Stunde dauern. Ein Operationstermin lässt sich außerdem zu Zeiten ansetzen, an denen genügend Personal anwesend ist. Auf diese Weise ist es möglich, Nacht- oder Wochenendarbeit zu vermeiden. Auch manche Eltern sehen die zeitliche Planbarkeit des Kaiserschnitts als Vorteil – zum Beispiel wegen der Berufstätigkeit des werdenden Vaters, der bei der Geburt anwesend sein möchte.

Zudem spielt der Kostenaspekt für manche Klinik eine möglicherweise nicht unwesentliche Rolle: Für eine Schnittentbindung stellen die Kliniken den Krankenkassen etwa das Doppelte in Rechnung als für eine normale Geburt.

 
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