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Verletzungen durch die Geburt

Rissverletzungen am Damm sind bei einer Geburt häufig nicht zu vermeiden, vor allem bei Frauen, die ihr erstes Kind bekommen. Kleinere Risse heilen meist schnell wieder ab, größere müssen in der Regel genäht werden.


Je nachdem, wie lange die Geburt dauert, wie sich das kindliche Köpfchen gedreht hat und wie das mütterliche Gewebe beschaffen ist, kann es zu Verletzungen der Scheide und des Damms kommen. Das können Blutergüsse (Hämatome), Abschürfungen oder Rissverletzungen sein. Meist sind sie nur geringfügig und heilen schnell wieder ab.

Bei der Geburt wird das Becken vom Kopf des Kindes auseinandergedrückt, sodass sich die Verbindungen zwischen den einzelnen Beckenknochen dehnen. Überbeanspruchungen der Beckengelenke durch die Geburt, wie etwa eine Symphysenüberdehnung, sind selten. Noch seltener sind Dehnungen im Rückenbereich. Überdehnungen bilden sich fast immer nach der Geburt von selbst  zurück, in einzelnen Fällen kann ein Beckengurt notwendig werden.

Hämatome

In den Unterhautschichten der Schamlippen, des Dammgewebes und der Scheide können Blutgefäße durch den Druck der Geburt einreißen. Wenn das Blut nicht nach außen, sondern ins Gewebe fließt, schwillt dieses an und es bildet sich ein Bluterguss (Hämatom).

Nicht immer sind die Hämatome von außen zu sehen, aber die Schwellungen machen sich durch typische Beschwerden bemerkbar:

  • Schmerzen beim Sitzen und Laufen
  • Beschwerden beim Wasserlassen
  • Druckgefühl auf den Darm 

Zur Linderung der Schmerzen können die Stellen gekühlt werden. Wenn sich das Hämatom abbaut, lassen auch die Beschwerden nach.

Dammriss

Die häufigste Verletzung durch die Geburt ist ein Dammriss. Dabei reißt das Gewebe zwischen dem hinteren Rand des Scheidenausgangs in Richtung Darmausgang ein, wenn sich das Köpfchen und die Schultern des Kindes nach außen schieben. 

Je nach Ausdehnung des Risses werden vier Gradeinteilungen unterschieden. Die kleineren Dammrisse ersten und zweiten Grades sind relativ häufig und eher unproblematisch. Größere Dammrisse dritten und vierten Grades sind sehr viel seltener. Sie treten am ehesten im Zusammenhang mit Dammschnitten und geburtshilflichen Eingriffen auf. Bei einem Dammriss dritten Grades reicht die Verletzung bis in den Darmausgang, das heißt, auch der Schließmuskel ist beschädigt. Bei einem Dammriss vierten Grades ist auch die Darmschleimhaut verletzt. Größere Dammrisse müssen sorgfältig genäht werden, dann heilen sie in der Regel sehr gut ab.

Sonstige Rissverletzungen

Neben den Dammrissen kommt es häufiger zu kleinen Einrissen oder Abschürfungen in der Scheide. Bluten sie nicht, muss nicht genäht werden. Größere Risse werden genäht. Da die Schleimhaut sehr gut und schnell heilt, verursachen Scheidenrisse kaum Beschwerden. 

Rissverletzungen der kleinen Schamlippen sind meist so oberflächlich, dass sie nicht genäht werden müssen. In den ersten Tagen nach der Geburt kann es beim Wasserlassen brennen, wenn der Urin über die Wundflächen läuft. Danach klagen nur noch wenige Frauen über Beschwerden. 

Selten kann es zu Einrissen am Gebärmutterhals und dem Muttermund kommen, die dann stärker bluten können und  genäht werden müssen.

Versorgung der Verletzungen

Wenn das Kind und der Mutterkuchen geboren sind, werden Scheide und Damm der Mutter sehr genau untersucht. Müssen Verletzungen genäht werden, wird das noch im Kreißsaal gemacht.  

Dazu wird das Kreißbett kurzerhand zu einem gynäkologischen Stuhl umgebaut. So kann die Mutter mit dem Kind im Arm liegen bleiben und braucht nur ihre Beine in die Schalen zu legen.  

Wenn bei der Geburt keine Periduralanästhesie eingesetzt wurde, wird die Wundstelle örtlich betäubt. In die Scheide wird ein großer Tupfer als Tamponade gelegt. Er verhindert, dass das Blut aus der Gebärmutter über die Wundnaht läuft.

Jede Verletzung wird schichtweise vernäht. Weil dafür mehrere Stiche notwendig sind, fühlt es sich manchmal so an, als wäre die Naht sehr groß. Von außen ist jedoch meist nur ein kleiner Stich zu sehen. Ist die Naht fertig, wird der Tupfer wieder entfernt. Die Fäden müssen später nicht gezogen werden, sondern lösen sich von selbst auf.  

Je nach Größe der Verletzung kann die Wunde im Wochenbett kaum spürbar bis deutlich schmerzhaft sein. Bei einigen Frauen kann es mehrere Monate dauern, bis die Beschwerden nach einem Dammriss völlig verschwinden. Größere Verletzungen werden oft von Hämatomen begleitet, die meist mehr Beschwerden bereiten als die Wundnaht.

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Häufig gestellte Fragen

Was macht man, wenn sich das Köpfchen nicht richtig ins Becken dreht?

Die Hebamme kann bei der Untersuchung die genaue Haltung des Köpfchens feststellen, indem sie die Schädelnähte des Kindes abtastet. Je nachdem, wie es liegt, wird sie geeignete Hilfen vorschlagen.

Manchmal verbessert sich die Einstellung des Köpfchens, wenn die Mutter ihr Becken kreisen lässt oder eine bestimmte Position einnimmt. Sie zu halten, erfordert Geduld und wird hin und wieder als sehr unangenehm empfunden. Manchmal wird auch eine Periduralanästhesie gelegt, um verspannte Muskeln aufzulockern und so die richtige Drehung zu befördern.

Wenn sich der Kopf nicht richtig ins Becken dreht, liegt eine sogenannte Einstellungsanomalie vor. Führt sie zum Geburtsstillstand, wird je nach Untersuchungsbefund entschieden, ob eine Saugglockengeburt möglich oder ein Kaiserschnitt nötig ist.

Wie lange wird vor einem geburtshilflichen Eingriff abgewartet?

In der Eröffnungsphase wird etwa alle zwei Stunden kontrolliert, wie weit sich der Muttermund schon geöffnet hat. Hat er sich nicht weiter geöffnet, kann es sein, dass die Wehen zu schwach sind oder das Köpfchen nicht genug drückt, weil es nicht in der richtigen Position sitzt oder die Mutter zu verspannt ist.

In diesem Fall wird zunächst versucht, die Wehen wieder in Gang zu bringen, zum Beispiel durch entspannende Maßnahmen oder durch einen Wehentropf. Auch eine Periduralanästhesie kann hilfreich sein, wenn sich die Mutter durch die Abnahme der Schmerzen entspannt. Länger als vier Stunden ohne Geburtsfortschritt wird jedoch selten abgewartet, selbst wenn es Mutter und Kind gut geht.

Die Austreibungsphase sollte nicht länger als zwei Stunden dauern. Verzögert sie sich, wird häufiger untersucht und schneller eingegriffen als zu Beginn der Geburt, weil das Kind in dieser Geburtsphase stärker belastet ist.

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