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Die Übergangsphase: kurz, aber heftig

Die Eröffnungsphase wird meist von einer kurzen Übergangsphase abgelöst. Sie führt zur vollständigen Öffnung des Muttermundes und ist das Zeichen, dass die eigentliche Geburt nun kurz bevorsteht.

Die meisten Frauen haben im Laufe der Eröffnungsphase einen Rhythmus gefunden, mit den stärker werdenden Wehen umzugehen. Nun spüren sie plötzlich, dass die Wehen unregelmäßig werden, manchmal schnell aufeinander folgen und schwer zu veratmen sind. Die Erholungspausen sind kurz, manchmal bleibt kaum eine Atempause zwischen den Wehen. Weitere typische Symptome der Übergangsphase können Übelkeit und Zittern sein.

Viele Frauen kommen nun an ihre Grenzen und haben das Gefühl: „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr.“ Sie möchten nach Hause oder verlangen einen Kaiserschnitt, werden wütend, gereizt oder mutlos. Die Hebamme, der Partner oder andere Begleitpersonen sind jetzt als „Blitzableiter“, Unterstützer und Mutmacher besonders wichtig, um über die schwierige Klippe der Übergangsphase zu kommen.

Die Austreibungsphase

Ist der Muttermund vollständig geöffnet, beginnt die Austreibungsphase. Sie kann bei der ersten Geburt bis zu zwei Stunden dauern, bei allen weiteren Geburten verkürzt sie sich manchmal auf wenige Minuten oder einige kräftige Wehen. Während der Austreibungsphase werden in Abständen die Herztöne des Kindes überwacht. 

Die Austreibungsphase ist von starken Wehen und meist wieder etwas längeren Pausen gekennzeichnet. Der Kopf des Kindes wird mit jeder Wehe weiter durch das Becken geschoben und dreht sich dabei entsprechend dem anatomisch vorgegebenen Geburtsweg. Unwillkürlich setzt das Bedürfnis zum "Mitschieben" ein. 

Die meisten Frauen sind froh, dass sie nun aktiv dem Druck nach unten nachgeben und mit ihrer Kraft das Kind weiter nach unten schieben können. Viele spüren, wie dadurch das Köpfchen in der Wehe nach unten drückt. Manchmal rutscht es in der Wehenpause wieder etwas zurück. Wichtig ist, die Kraft der Presswehen mit der Bauchmuskulatur, der Atmung und, wenn es hilft, auch mit lauten, tiefen Tönen zu unterstützen. Durch den Druck auf den Darm kann es vorkommen, dass sich sein Inhalt entleert. Das ist normal und lässt sich nicht aufhalten. 

Ob eine Frau während der Austreibung auf einem Hocker oder in der Wanne sitzt, auf dem Boden hockt oder im Bett liegt, ergibt sich aus ihrem momentanen Befinden. Die Geburtsposition kann am Ende ganz anders sein, als sie es mit der Hebamme vorher besprochen hatte. Hebammen sind es gewöhnt, flexibel zu reagieren, weil keine Frau vorher einschätzen kann, wie sie sich während der Geburt fühlen wird.

Austreibung und Geburt

Der Schmerz wird in dieser Phase der Geburt möglicherweise am tiefsten empfunden, aber es werden auch die meisten Botenstoffe ausgeschüttet, die den Schmerz dämpfen und einen rauschähnlichen Zustand hervorrufen. Viele Frauen beschreiben, sie seien in den Wehen „weggetaucht“ und mit ihrem Nachlassen wieder an die Oberfläche gekommen. Sie blenden das Umfeld aus und sind ganz auf die Geburt konzentriert.

Nach einigen Presswehen bleibt das Köpfchen auch in der Wehenpause von außen sichtbar. Die Hebamme hält nun möglicherweise den Damm von außen, um den Druck des Kinderköpfchens etwas abzubremsen, damit sich das dünne Dammgewebe ausreichend dehnen kann (Dammschutz). Mit den nächsten Presswehen wird zuerst das Hinterhaupt des Köpfchens, dann die Stirn und dann das ganze Gesicht geboren. Nach einer kurzen Verschnaufpause folgen mit der nächsten Wehe schließlich die Schultern und der Körper des Kindes.

Das Gesicht des Kindes wird nach der Geburt kurz vom Schleim befreit, damit es richtig durchatmen und die Augen öffnen kann. Dann wird es in der Regel auf den Bauch oder an die Brust der Mutter gelegt und abgenabelt.

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Häufig gestellte Fragen

Was passiert, wenn das Baby auf sich warten lässt?

Nur etwa vier Prozent aller Kinder kommen zum errechneten Geburtstermin zur Welt. Eine spätere Geburt ist also nichts Ungewöhnliches. Dennoch werden ab dem errechneten Entbindungstermin alle zwei bis drei Tage Vorsorgeuntersuchungen gemacht, um sicherzugehen, dass es dem Kind gut geht. In der Regel wird noch einmal geprüft, ob der errechnete Geburtstermin richtig ist.

Ab der 41. Schwangerschaftswoche wird meist vorgeschlagen, die Geburt einzuleiten. Ist der Muttermund noch fest, kann seine Reifung medikamentös unterstützt werden. Dazu werden eine Tablette oder ein Gel mit dem Hormon Prostaglandin vor den Muttermund gebracht. Dadurch wird der Muttermund meist weich und öffnet sich ein wenig. Erst dann kann die Ärztin oder der Arzt die Geburt mithilfe eines Wehentropfs einleiten. Ist der Muttermund jedoch schon geöffnet, aber bleiben die Wehen aus, kann sofort ein Wehentropf gelegt werden.

In der Regel wird nicht länger als 14 Tage nach dem errechneten Termin auf den natürlichen Geburtsbeginn gewartet, weil danach die Gefahr besteht, dass der Mutterkuchen das Kind nicht mehr gut versorgt.

Wie viel Milch braucht ein Neugeborenes?

Ein gesundes Neugeborenes kommt zwar mit einem ausgeprägten Saugreflex, aber gesättigt zur Welt. Wenn es nach der Geburt an die Brust gelegt wird, kann es die ersten Tropfen der Vormilch (Kolostrum) trinken. Die Vormilch ist reich an Eiweißen, Mineralien und enthält wenig Fett und Zucker. Diese kleinen Mengen reichen dem Neugeborenen.

Erst nach etwa zwölf bis 24 Stunden äußert es seinen ersten Hunger, wird unruhig und schreit. Am zweiten oder dritten Tag schießt dann die normale Muttermilch in die Brust, die optimale Ernährung für das wachsende Kind. Durch Saugen an der Brust regelt das Neugeborene seinen Milchbedarf gewissermaßen selbst. Je mehr es trinkt, desto mehr Milch produziert die Brust.

Es gibt keinen Grund, einem gesunden Neugeborenen in den ersten Tagen andere Nahrung oder Flüssigkeit als die Muttermilch zu geben. Im Gegenteil: Der Magen und der Darm des Kindes reagieren noch sehr empfindlich auf körperfremde Nahrung. Nimmt ein Kind allerdings mehr als zehn Prozent seines Geburtsgewichtes ab, bekommt Fieber oder liegen andere Probleme vor, kann es durchaus sinnvoll sein, zusätzlich ein wenig Flüssigkeit wie Tee oder eine sehr verdünnte Traubenzuckerlösung zu geben.

Die Größe des Neugeborenen-Magens im Bild

Stimmt es, dass man mit Sex die Geburt einleiten kann?

Die Samenflüssigkeit des Mannes enthält sogenannte Prostaglandine. Diese Hormone werden auch in der Gebärmutter der Frau produziert. Gegen Ende der Schwangerschaft lockern sie das Gewebe des Muttermundes auf, damit er sich unter dem Druck der Wehen öffnen kann. Auch beim Auslösen von Wehen spielen Prostaglandine eine entscheidende Rolle. Sie werden deshalb auch zur Geburtseinleitung als Gel, Zäpfchen oder Tablette verwendet.

Die Menge der Prostaglandine im Sperma des Mannes reicht allerdings nicht aus, um Wehen auszulösen, solange der Körper der Frau und das Kind noch nicht geburtsbereit sind.

Bei einem Orgasmus schüttet der weibliche Körper das Hormon Oxytozin aus. Es bewirkt ein rhythmisches Zusammenziehen der Gebärmutter. Deshalb können nach dem Orgasmus ganz leichte Wehen spürbar sein. Sie vergehen aber meist sehr schnell wieder, wenn der weibliche Organismus noch nicht bereit für die Geburt ist. Bei einem unreifen, noch fest verschlossenen Muttermund und einem noch nicht geburtsreifen Kind kann Sex also genauso wenig wie Hausputz oder Treppensteigen den Geburtsbeginn beschleunigen.

Wissenschaftlich belegt ist, dass Frauen, die am Geburtstermin entspannt sind, eher Wehen bekommen als Frauen, die müde und erschöpft sind. Insofern könnte entspannter Sex, der zu körperlichem und seelischem Wohlbefinden führt, den Geburtsbeginn möglicherweise doch etwas befördern.

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