Geburtsbeginn: Der ersehnte Moment

Die Tage vor dem errechneten Geburtstermin sind eine Zeit zwischen Vorfreude und gespannter Erwartung. Vorwehen lösen manchmal einen Fehlalarm aus. Doch erst wenn die Wehen regelmäßig werden, beginnt die Geburt.

Nahaufnahme: Paar hält Händchen © Getty Images

In den letzten Wochen der Schwangerschaft treten häufiger sogenannte Vorwehen oder Übungswehen auf. Manchmal sind diese Vorwehen so stark, dass es so scheint, als ob die Geburt beginnt. Doch dann tritt wieder Ruhe ein und die Geburt lässt noch auf sich warten.

Vorboten der Geburt

In den letzten Tagen vor der Geburt können mehr oder weniger deutlich spürbare Signale die bevorstehende Geburt ankündigen. Zu diesen Vorboten der Geburt gehören neben den Vorwehen:

  • ein Tiefersinken des Bauches. Dadurch fällt das Atmen wieder leichter, das Köpfchen des Kindes aber drückt verstärkt auf die Harnblase und den Darm,
  • der Abgang des Schleimpfropfes, der den Muttermund verschlossen hat, eventuell zusammen mit einer leichten Blutung (Zeichenblutung),
  • Völlegefühl im Bereich des kleinen Beckens,
  • häufiger Stuhldrang bis zu leichtem Durchfall,
  • ein Nachlassen (aber kein Aufhören) der Kindsbewegungen,
  • Schlaf- und Appetitlosigkeit,
  • allgemeine Unruhe und „Nestbautrieb“,
  • ein Gefühl, der Schwangerschaft überdrüssig zu sein.

Die Spanne zwischen dem Auftreten dieser Zeichen und dem eigentlichen Geburtsbeginn kann unterschiedlich lang sein. Nicht immer treten alle diese Anzeichen kurz vor der Geburt auf. Bei einigen Frauen beginnt die Geburt auch ohne die genannten Signale.

Der Blasensprung

Ein Blasensprung zählt ebenfalls zu den Vorboten einer Geburt. Am Ende der Schwangerschaft ist das Kind von etwa einem Liter Fruchtwasser umgeben. Wenn die Fruchtblase schließlich reißt, kann das Fruchtwasser tröpfchenweise oder als großer Schwall abgehen. Dann ist es Zeit, die Hebamme oder die Klinik zu benachrichtigen. Wenn das Kinderköpfchen noch nicht fest im Becken sitzt, ist es ratsam, sich sicherheitshalber möglichst zügig liegend ins Krankenhaus fahren zu lassen, damit die Nabelschnur nicht neben das Köpfchen des Kindes rutscht (Nabelschnurvorfall). Gut ist es, die Hebamme und das Krankenhaus darüber zu informieren.

Meist setzen dann in den nächsten Stunden regelmäßige Wehen ein, die zur Geburt führen. Passiert dies nicht, ist ärztliche Beobachtung oder Hilfe nötig, um auszuschließen, dass Keime in die Gebärmutter aufsteigen.

Regelmäßige Wehen: Nun geht’s los

Als eigentlicher Geburtsbeginn gilt der Zeitpunkt, an dem regelmäßige Wehen einsetzen. Sie führen dazu, dass sich der Muttermund nach und nach öffnet. Zu Beginn der Geburt sind die Wehen kurz und schwach und die Pausen lang. Werden sie stärker, beginnt die Schmerzempfindung oft zuerst im Kreuz und strahlt in den Unterbauch und die Oberschenkel aus. Schließlich sind die Wehen regelmäßig und kräftig, die Pausen dazwischen kürzer.

Wenn die Wehen länger als eine halbe Stunde in regelmäßigen Abständen von zehn Minuten oder weniger kommen, wird es allmählich Zeit für die Fahrt in die Klinik, das Geburtshaus oder für den Anruf bei der Hebamme zur Hausgeburt. Nur in den seltensten Fällen besteht aber Grund zur Hektik: Beim ersten Kind dauert die Geburt meist zwischen zwölf und 18 Stunden.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.05.2015