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Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn das Baby auf sich warten lässt?
Nur etwa vier Prozent aller Kinder kommen zum errechneten Geburtstermin zur Welt. Eine spätere Geburt ist also nichts Ungewöhnliches. Dennoch werden ab dem errechneten Entbindungstermin alle zwei bis drei Tage Vorsorgeuntersuchungen gemacht, um sicherzugehen, dass es dem Kind gut geht. In der Regel wird noch einmal geprüft, ob der errechnete Geburtstermin richtig ist.
Ab der 41. Schwangerschaftswoche wird meist vorgeschlagen, die Geburt einzuleiten. Ist der Muttermund noch fest, kann seine Reifung medikamentös unterstützt werden. Dazu werden eine Tablette oder ein Gel mit dem Hormon Prostaglandin vor den Muttermund gebracht. Dadurch wird der Muttermund meist weich und öffnet sich ein wenig. Erst dann kann die Ärztin oder der Arzt die Geburt mithilfe eines Wehentropfs einleiten. Ist der Muttermund jedoch schon geöffnet, aber bleiben die Wehen aus, kann sofort ein Wehentropf gelegt werden.
In der Regel wird nicht länger als 14 Tage nach dem errechneten Termin auf den natürlichen Geburtsbeginn gewartet, weil danach die Gefahr besteht, dass der Mutterkuchen das Kind nicht mehr gut versorgt.
Was macht man, wenn sich das Köpfchen nicht richtig ins Becken dreht?
Die Hebamme kann bei der Untersuchung die genaue Haltung des Köpfchens feststellen, indem sie die Schädelnähte des Kindes abtastet. Je nachdem, wie es liegt, wird sie geeignete Hilfen vorschlagen.
Manchmal verbessert sich die Einstellung des Köpfchens, wenn die Mutter ihr Becken kreisen lässt oder eine bestimmte Position einnimmt. Sie zu halten, erfordert Geduld und wird hin und wieder als sehr unangenehm empfunden. Manchmal wird auch eine Periduralanästhesie gelegt, um verspannte Muskeln aufzulockern und so die richtige Drehung zu befördern.
Wenn sich der Kopf nicht richtig ins Becken dreht, liegt eine sogenannte Einstellungsanomalie vor. Führt sie zum Geburtsstillstand, wird je nach Untersuchungsbefund entschieden, ob eine Saugglockengeburt möglich oder ein Kaiserschnitt nötig ist.
Wie lange wird vor einem geburtshilflichen Eingriff abgewartet?
In der Eröffnungsphase wird etwa alle zwei Stunden kontrolliert, wie weit sich der Muttermund schon geöffnet hat. Hat er sich nicht weiter geöffnet, kann es sein, dass die Wehen zu schwach sind oder das Köpfchen nicht genug drückt, weil es nicht in der richtigen Position sitzt oder die Mutter zu verspannt ist.
In diesem Fall wird zunächst versucht, die Wehen wieder in Gang zu bringen, zum Beispiel durch entspannende Maßnahmen oder durch einen Wehentropf. Auch eine Periduralanästhesie kann hilfreich sein, wenn sich die Mutter durch die Abnahme der Schmerzen entspannt. Länger als vier Stunden ohne Geburtsfortschritt wird jedoch selten abgewartet, selbst wenn es Mutter und Kind gut geht.
Die Austreibungsphase sollte nicht länger als zwei Stunden dauern. Verzögert sie sich, wird häufiger untersucht und schneller eingegriffen als zu Beginn der Geburt, weil das Kind in dieser Geburtsphase stärker belastet ist.


