Wehenschmerzen sind nicht mit Schmerzen vergleichbar, wie man sie zum Beispiel von Unfallverletzungen oder Erkrankungen kennt. Sie weisen nicht auf eine Wunde oder Krankheit hin, sondern auf eine natürliche, aktive Reaktion des Körpers. Wehenschmerzen sind Muskelschmerzen, die durch die kräftigen, rhythmischen Kontraktionen der Gebärmutter ausgelöst werden. Dabei ziehen sich die Gebärmuttermuskeln nach oben und öffnen so den Muttermund. Der Druck der Muskelarbeit schiebt das Kind gleichzeitig nach unten.
Neben den Wehen schmerzt die Dehnung der an der Geburt beteiligten Gewebe und Organe. Der schmerzempfindliche Muttermund ist vor der Geburt verschlossen. Damit das Köpfchen des Kindes hindurchpasst, muss er sich bis auf einen Durchmesser von etwa zehn Zentimetern öffnen. Auch die normalerweise straffen Muskeln und Bänder des Beckenbodens sowie der Damm werden während der Geburt weit gedehnt.
Schmerzwahrnehmung und körpereigene Schmerzlinderung
Die Wahrnehmung der Geburtsschmerzen ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich, denn jede hat eine andere Schmerzgrenze. Verschiedene Faktoren beeinflussen, wie der Schmerz wahrgenommen und verarbeitet wird: neben der körperlichen Konstitution und seelischen Verfassung der Frau auch die äußeren Umstände der Geburt.
Während der Geburt setzt die Natur wirksame Mittel ein, die helfen, mit den Schmerzen umzugehen:
- Die Wehen sind zeitlich begrenzt: Auf jede Wehe folgt in der Regel eine Pause, in der sich der Körper immer wieder kurz erholen und neue Kraft sammeln kann.
- Die Ausschüttung von Hormonen und körpereigenen Schmerzmitteln, den sogenannten Endorphinen, verringert die Schmerzen während der Geburt.
- Bei vielen Frauen lässt die Vorfreude auf das Kind die Schmerzen immer wieder in den Hintergrund treten.
Auch Angst verursacht Schmerz
Angst vor den Schmerzen kann zu Verkrampfung führen, die schmerzverstärkend wirkt, die Entspannung zwischen den Wehen verhindert und die Geburt verlängert. Die Spirale aus Angst, Verkrampfung und Schmerz kann aber unterbrochen werden: Das Wissen um die Bedeutung des Schmerzes, Vertrauen in die eigene Kraft, liebevolle Begleitung während der Geburt sowie bewusste Entspannung und Atmung helfen, die Schmerzen besser zu bewältigen.
Auch der Gedanke daran, dass die Geburt keinesfalls nur ein schmerzhaftes Ereignis ist, kann helfen, Ängste vor Geburtsschmerzen abzubauen. Viele Mütter berichten, dass sie während der Geburt eine innere Kraft entwickelt haben, mit deren Hilfe sie die Wehen besser bewältigen konnten.
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Häufig gestellte Fragen
Gibt es eine Idealposition für die Geburt?
Früher mussten Gebärende in Mitteleuropa häufig in der Rückenlage entbinden. Heute wird empfohlen, sich während der Geburt zu bewegen, verschiedene Positionen auszuprobieren und je nach Geburtsphase auch zu wechseln. Es gilt: Gut ist, was Mutter und Kind gut tut und die Geburt fördert. Die jeweils angenehmste Position kann eine Frau während der Geburt nur selbst suchen.
Es kann aber auch nötig werden, eine eher unbequeme Position einzunehmen, wenn der Geburtsverlauf dies erfordert. Dies wird je nach Situation zusammen mit der Hebamme, der Ärztin oder dem Arzt entschieden.
Schaden schmerzlindernde Medikamente unter der Geburt dem Kind?
Medikamente, die ins Muskelgewebe der Frau gespritzt oder per Zäpfchen verabreicht werden, wirken auf den gesamten Organismus. Sie haben eine unterschiedlich lange Wirkdauer und können über die Plazenta auch in den Körper des Kindes gelangen. Dies gilt auch für lokal betäubende Mittel, wie sie zum Beispiel bei der Periduralanästhesie eingesetzt werden. Neugeborene können diese Stoffe nur langsam abbauen.
Die Frage der Dosierung und des Zeitpunkts der Verabreichung erfordert also Fingerspitzengefühl. Je später und je weniger Medikamente eingesetzt werden, desto geringer ist ihre Wirkung auf das Kind.
Eine direkte Schädigung des Kindes durch während der Geburt verabreichte Schmerzmittel ist unwahrscheinlich. Die Medikamente können das Neugeborene aber schläfrig und benommen machen, vor allem in den ersten Stunden. Manchmal beeinträchtigt dies sein Stillverhalten.


