. .

Sicherheit der Haus- und Geburtshausgeburten

Wenn keine besonderen Risiken vorliegen, ist die Geburt zu Hause oder im Geburtshaus sicher. Das belegt der Jahresbericht der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe für das Jahr 2009.


Die Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG e.V.) wertet jährlich die Dokumentationen der Geburten aus, die bundesweit zu Hause, in von Hebammen geleiteten Einrichtungen und in Arztpraxen stattfinden. Im Qualitätsbericht 2009 sind die Daten der rund 10.400 außerklinischen Geburten dieses Jahres (2001: 9.465) veröffentlicht.

Ergebnisse

Von den rund 10.400 außerklinischen Geburten des Jahres 2009 wurden 34,6 Prozent zuhause, 65,3 Prozent in einem Geburtshaus und 0,1 Prozent in einer Arztpraxis begonnen. Davon mussten insgesamt 15,6 Prozent während der Geburt in eine Klinik verlegt werden (2001: 13 Prozent). Somit kamen von den rund 665.000 geborenen Kindern des Jahres 2009 ca. 8770 oder etwa 1,3% außerklinisch zur Welt.

Bezogen auf die Zahl aller außerklinisch begonnenen Geburten hatten 91,3 Prozent der Frauen eine Spontangeburt, 6 Prozent einen Kaiserschnitt (2001: 4 Prozent) und 2,7 Prozent eine Saugglocken- oder Zangengeburt. Die Rate der Dammschnitte lag bei 6 Prozent aller vaginalen Geburten, die der schweren Dammrissverletzungen bei etwa einem Prozent.

Rund 62 Prozent aller Gebärenden erlebten eine Geburtsdauer von bis zu zehn Stunden. Bei 54 Prozent aller Gebärenden, die spontan entbanden, dauerte die Austreibungsphase maximal 15 Minuten, bei ca. 32 Prozent über 15 Minuten bis zu einer Stunde. Bei 70 Prozent aller Frauen - und damit bei etwas mehr als im Vorjahr - wurde während der Geburt medizinisch eingegriffen (frühe Blasensprengung, Dammschnitt, Medikamentengaben inklusive Homöopathie).

Bei 63 Prozent der Geburten war zur Geburtszeit eine zweite Hebamme anwesend, bei 97 Prozent weitere andere Personen. Der Anteil der Schwangeren über 35 Jahre lag bei 33,2 Prozent.

Gesunde Kinder

Beim APGAR-Wert, der den Gesundheitszustand des Neugeborenen beschreibt, schneidet die außerklinische Geburt gut ab: Rund 99 Prozent der Kinder hatten nach fünf und zehn Minuten einen APGAR-Wert von mindestens 8 (der höchste erreichbare Wert sind 10 Punkte). 24 Kinder (0,23 Prozent) starben während oder in den ersten sieben Tagen nach der Geburt (bei Klinikgeburten starben im gleichen Zeitraum 0,45 Prozent der Neugeborenen).

Verantwortungsvolle Entscheidungen

Die insgesamt guten Ergebnisse der außerklinischen Geburtshilfe zeigen, dass die Entscheidung, ob eine Geburt voraussichtlich risikofrei zu Hause oder in einem Geburtshaus stattfinden kann, mit Vorsicht und verantwortungsvoll getroffen wird.

Weiterführende Informationen

Publikationen zum Thema

Köln 2010 | Preis: kostenlos
Eirich, Martina; Oblasser, Caroline
Salzburg 2009 | Preis: 29,90 €

Beratungsstellensuche

 
963