Geburtsort

Wo soll unser Kind zur Welt kommen?

In Deutschland bringen die weitaus meisten Frauen ihr Kind in einer Klinik zur Welt. Aber es gibt auch Alternativen. Um herauszufinden, welcher Geburtsort am besten zu einem passt, sollte man sich Zeit nehmen.

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Die Geburt in einer Klinik

Die meisten Frauen bringen ihr Kind in einer Klinik zur Welt. Hier stehen Ärztinnen, Ärzte, Hebammen und moderne Technik rund um die Uhr zur Verfügung.

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Der Hebammenkreißsaal

Nicht wenige Schwangere möchten bei der Geburt ausschließlich von einer Hebamme betreut werden, fühlen sich im Krankenhaus aber sicherer als zu Hause. Für sie sind von Hebammen geleitete sogenannte Hebammenkreißsäle eine gute Alternative. Ärztliche Hilfe ist bei Bedarf sofort verfügbar.

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Ambulante Geburt in Klinik oder Geburtshaus

Viele Frauen wünschen sich umfassende Sicherheit und persönliche Betreuung bei der Geburt, möchten aber danach so bald wie möglich wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren. Eine ambulante Geburt in der Klinik oder im Geburtshaus ist ein guter Kompromiss.

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Die Hausgeburt

Was noch in den 1950er Jahren selbstverständlich war, ist seit einigen Generationen eine Ausnahme: die Hausgeburt. Generell spricht nichts gegen eine Geburt zu Hause, wenn kein Risiko besteht und sie gut vorbereitet wird.

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Sicherheit der Haus- und Geburtshausgeburten

Wenn keine besonderen Risiken vorliegen, ist die Geburt zu Hause oder im Geburtshaus sicher. Das belegt der Jahresbericht der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe für das Jahr 2014.

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Der Kreißsaal

Der Kreißsaal ist der Raum in einer Klinik, in dem die eigentliche Geburt stattfindet. Er ist mit allem ausgestattet, was für eine normale Geburt gebraucht wird, aber auch für einen Notfall.

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Fragen zur Wahl des Geburtsortes

Jede Frau hat ganz persönliche Vorstellungen davon, was für sie bei der Auswahl des Geburtsortes wichtig ist. Daher kann es helfen, sich einen Überblick über die Fragen zu verschaffen, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen können.

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Häufig gestellte Fragen

Ist nach einer Einleitung eine normale Geburt möglich?

Bei einer Geburtseinleitung werden die Wehen vor dem natürlichen Geburtsbeginn künstlich in Gang gesetzt. Die weitere Geburt kann ganz natürlich verlaufen. Für den Erfolg einer Einleitung ist die Reife des Muttermundes entscheidend: Je weicher dieser ist und je mehr er sich öffnet, desto eher kommt die Geburt in Gang.

Der weitere Geburtsverlauf hängt aber auch vom Grund für die Geburtseinleitung ab. Bei einer Übertragung über den errechneten Geburtstermin hinaus oder bei einem vorzeitigen Blasensprung sind in der Regel wenig Probleme zu erwarten. Muss die Geburt aber sehr früh eingeleitet werden, weil beispielsweise der Mutterkuchen nicht mehr gut arbeitet (Plazenta-Insuffizienz), können die Anstrengungen einer normalen Geburt für ein noch unreifes Kind zu groß werden. Wie es dem Kind geht und ob geburtshilfliche Eingriffe nötig werden, lässt sich an seinen Herztönen erkennen.

Kann man mit Rizinusöl die Geburt einleiten?

Zur Geburtseinleitung werden manchmal naturheilkundliche Rezepturen wie zum Beispiel der „Rizinuscocktail“ empfohlen: eine kleine Menge Rizinusöl gemischt mit Saft und Wasser. In geringer Dosierung regt Rizinusöl die Verdauung an, in höheren Dosen kann es zu Durchfall führen. Die Annahme, das Öl könne den Geburtsbeginn beschleunigen, beruht auf der Vorstellung, dass die verstärkten Darmbewegungen die Gebärmutter anregen und dadurch Wehen auslösen. Über die Wirkung des Rizinuscocktails gibt es bisher zu wenige Studien, um sichere Aussagen treffen zu können. Rizinusöl kann aber Übelkeit auslösen.

Traditionelle oder naturheilkundliche Wehenmittel sollten nur in Absprache mit der Hebamme, der Ärztin oder dem Arzt verwendet werden.

Ist die sanfte Geburt nur zu Hause möglich?

Der Begriff der „sanften Geburt“ geht auf die Ideen des französischen Frauenarztes und Geburtshelfers Frédéric Leboyer zurück. Er setzte sich in den 1970er Jahren für eine Geburtshilfe ein, die es dem Neugeborenen ermöglicht, sich langsam und möglichst ungestört an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Denn für das Kind bedeutet es eine enorme körperliche Umstellung, den Mutterleib zu verlassen.

Zu einer sanften Geburt gehört ein warmes, abgedunkeltes Entbindungszimmer. Unmittelbar nach der Entbindung wird das Kind auf den Bauch der Mutter oder an ihre Brust gelegt, wo es ihre Wärme spüren, ihr Herz hören und sich von den Anstrengungen der Geburt erholen kann. Die Nabelschnur wird nicht sofort durchtrennt, sondern erst, wenn sie nicht mehr pulsiert. Dadurch kann sich das Neugeborene leichter an die selbstständige Atmung gewöhnen. Erst dann wird es warm gebadet und versorgt.

Der Grundgedanke der sanften Geburt hat sich mittlerweile durchgesetzt. Längst sind Kliniken keine kalten und unpersönlichen Entbindungsorte mehr. Der liebevolle Umgang mit dem Neugeborenen gilt heute als Selbstverständlichkeit. Mutter und Kind werden nur noch in Notfällen sofort nach der Geburt getrennt. Eine sanfte Geburt in diesem Sinne ist also an jedem Entbindungsort möglich.

Was ist eine Risikogeburt?

Von einer Risikogeburt spricht man, wenn bestimmte Merkmale einer Geburt auf eine Gefährdung von Mutter und/oder Kind hindeuten. Dabei müssen Risiken in der Schwangerschaft nicht unbedingt zu Risiken für die Geburt führen. Auf der anderen Seite können auch nach einer problemlosen Schwangerschaft Geburtsrisiken auftreten. Dazu zählen unter anderem:

  • vorzeitige Wehen und Abweichungen von der normalen Wehentätigkeit
  • ein vorzeitiger Blasensprung
  • eine zu lange Geburtsdauer
  • Bluthochdruck oder Ansteigen des Blutdrucks während der Wehen
  • Fruchtwasser, das Ausscheidungen des Ungeborenen (Mekonium) enthält
  • Anzeichen für eine Frühgeburt (bis zur 37. Schwangerschaftswoche)

Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Übungswehen und Geburtswehen?

In den letzten Wochen vor der Geburt treten ab und an sogenannte Vor- oder Übungswehen auf. Dabei wird der Bauch meist rund und hart, was von einem leichten, ziehenden Schmerz im Unterbauch begleitet sein kann. Häufig melden sich Übungswehen in unregelmäßigen Abständen abends für zwei bis drei Stunden und hören dann wieder auf.

Im Gegensatz dazu verschwinden Geburtswehen nicht wieder, sondern werden regelmäßiger, dauern länger und kommen in immer kürzeren Abständen. Bei diesen stärkeren Wehen strahlt der Wehenschmerz häufig vom Rücken nach vorne in den Bauch und bis in die Oberschenkel aus.

Wenn die Wehen länger als eine Stunde in Abständen von etwa zehn Minuten auftreten, wird es allmählich Zeit für die Fahrt in die Klinik, das Geburtshaus oder für den Anruf bei der Hebamme zur Hausgeburt. Nur in seltenen Fällen besteht Grund zur Hektik: Beim ersten Kind dauert die Geburt meist zwischen sechs und zwölf Stunden.

Ist es bei einem Blasensprung nötig, mit dem Rettungswagen in die Klinik zu fahren?

Wenn die Fruchtblase reißt und das Fruchtwasser abgeht, ist das ein Zeichen für den Geburtsbeginn. Es wird dann höchste Zeit, die Hebamme zu benachrichtigen, sich in die Klinik oder ins Geburtshaus fahren zu lassen – sicherheitshalber liegend, damit die Nabelschnur nicht neben das Köpfchen des Kindes rutscht. Ist das im eigenen Auto nicht möglich, ist man in einem Krankentransport am besten versorgt.

Falls sich bei der letzten Vorsorgeuntersuchung gezeigt hat, dass das Köpfchen des Kindes schon fest im Beckeneingang sitzt, kann sich eine werdende Mutter aber auch nach einem Blasensprung frei bewegen. Ein Transport im Liegen ist dann nicht nötig.

Gibt es eine Idealposition für die Geburt?

Früher mussten Gebärende in Mitteleuropa häufig in der Rückenlage entbinden. Heute wird empfohlen, sich während der Geburt zu bewegen, verschiedene Positionen auszuprobieren und je nach Geburtsphase auch zu wechseln. Es gilt: Gut ist, was Mutter und Kind gut tut und die Geburt fördert. Die jeweils angenehmste Position kann eine Frau während der Geburt nur selbst suchen.

Es kann aber auch nötig werden, eine eher unbequeme Position einzunehmen, wenn der Geburtsverlauf dies erfordert. Dies wird je nach Situation zusammen mit der Hebamme, der Ärztin oder dem Arzt entschieden.

Was kann ich gegen die Geburtsschmerzen tun?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Geburtsschmerzen zu lindern. Dazu zählen neben schmerzstillenden Medikamenten und Verfahren aus der Alternativmedizin auch Atem- und Entspannungstechniken. Nicht zuletzt kann eine gute Unterstützung durch die Hebamme, die Ärztin oder den Arzt, den Partner oder eine andere Begleitperson helfen, die Schmerzen zu bewältigen.

Wenn starke Schmerzmittel – entkrampfende, dämpfende oder betäubende Medikamente – zum Einsatz kommen, ist eine sorgfältige Dosierung und Überwachung wichtig. Am besten informiert man sich vor der Geburt darüber, welche Möglichkeiten zur Schmerzlinderung in der gewünschten Geburtsklinik angeboten werden.

Schaden schmerzlindernde Medikamente unter der Geburt dem Kind?

Medikamente, die ins Muskelgewebe der Frau gespritzt oder per Zäpfchen verabreicht werden, wirken auf den gesamten Organismus. Sie haben eine unterschiedlich lange Wirkdauer und können über die Plazenta auch in den Körper des Kindes gelangen. Dies gilt auch für lokal betäubende Mittel, wie sie zum Beispiel bei der Periduralanästhesie eingesetzt werden. Neugeborene können diese Stoffe nur langsam abbauen.

Die Frage der Dosierung und des Zeitpunkts der Verabreichung erfordert also Fingerspitzengefühl. Je später und je weniger Medikamente eingesetzt werden, desto geringer ist ihre Wirkung auf das Kind.

Eine direkte Schädigung des Kindes durch während der Geburt verabreichte Schmerzmittel ist unwahrscheinlich. Die Medikamente können das Neugeborene aber schläfrig und benommen machen, vor allem in den ersten Stunden. Manchmal beeinträchtigt dies sein Stillverhalten.

Was macht man, wenn sich das Köpfchen nicht richtig ins Becken dreht?

Die Hebamme kann bei der Untersuchung die genaue Haltung des Köpfchens feststellen, indem sie die Schädelnähte des Kindes abtastet. Je nachdem, wie es liegt, wird sie geeignete Hilfen vorschlagen.

Manchmal verbessert sich die Einstellung des Köpfchens, wenn die Mutter ihr Becken kreisen lässt oder eine bestimmte Position einnimmt. Sie zu halten, erfordert Geduld und wird hin und wieder als sehr unangenehm empfunden. Manchmal wird auch eine Periduralanästhesie gelegt, um verspannte Muskeln aufzulockern und so die richtige Drehung zu befördern.

Wenn sich der Kopf nicht richtig ins Becken dreht, liegt eine sogenannte Einstellungsanomalie vor. Führt sie zum Geburtsstillstand, wird je nach Untersuchungsbefund entschieden, ob eine Saugglockengeburt möglich oder ein Kaiserschnitt nötig ist.

Kann sich die Kopfform des Kindes durch eine Saugglockengeburt verändern?

Wenn das Köpfchen bereits tief im Beckenausgang liegt, aber durch die Wehen allein nicht weiterrutscht, kann die Saugglocke zur Unterstützung des Geburtsfortgangs eingesetzt werden. Sie wird auf den Kopf aufgesetzt und saugt sich durch Unterdruck fest.

Wenn das Kind dann geboren ist, zeigt der Kopf eine Schwellung in der Form der Saugglocke. Meistens enthält dieses „Hörnchen“ nur Wasser, das in den nächsten Stunden von selbst verschwindet. Manchmal bildet sich dort ein für wenige Wochen sichtbarer Bluterguss (Hämatom). Es sitzt außen auf der Schädeldecke und beeinträchtigt das Gehirn daher nicht. Auch die Schädelknochen behalten ihre Form.

Wie lange wird vor einem geburtshilflichen Eingriff abgewartet?

In der Eröffnungsphase wird etwa alle zwei Stunden kontrolliert, wie weit sich der Muttermund schon geöffnet hat. Hat er sich nicht weiter geöffnet, kann es sein, dass die Wehen zu schwach sind oder das Köpfchen nicht genug drückt, weil es nicht in der richtigen Position sitzt oder die Mutter zu verspannt ist.

In diesem Fall wird zunächst versucht, die Wehen wieder in Gang zu bringen, zum Beispiel durch entspannende Maßnahmen oder durch einen Wehentropf. Auch eine Periduralanästhesie kann hilfreich sein, wenn sich die Mutter durch die Abnahme der Schmerzen entspannt. Länger als vier Stunden ohne Geburtsfortschritt wird jedoch selten abgewartet, selbst wenn es Mutter und Kind gut geht.

Die Austreibungsphase sollte nicht länger als zwei Stunden dauern. Verzögert sie sich, wird häufiger untersucht und schneller eingegriffen als zu Beginn der Geburt, weil das Kind in dieser Geburtsphase stärker belastet ist.

Was ist eine Schulterdystokie?

Eine Schulterdystokie ist eine Geburtskomplikation während der Austreibungsphase. Dabei bleibt die vordere Schulter des Kindes nach der Geburt des Kopfes an der Schambeinfuge des mütterlichen Beckens hängen. Diese Komplikation kommt hauptsächlich bei großen, über 4000 Gramm schweren Kindern vor, insgesamt aber bei etwa einer von zweihundert Geburten (0,5 Prozent).

Um Risiken wie Sauerstoffmangel, Schlüsselbeinbruch oder Nervenlähmungen für das Kind zu vermeiden, sind spezielle geburtshilfliche Maßnahmen erforderlich. Eine Methode ist zum Beispiel das mehrmalige Strecken und Beugen der mütterlichen Beine in Kombination mit Druckausübung oberhalb des Schambeinbogens der Mutter.

Wenn Untersuchungen ergeben haben, dass das Kind sehr groß und die Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie hoch ist, wird häufig ein geplanter Kaiserschnitt empfohlen.