Ein Kind allein bekommen

Rund zwei Millionen der bundesweit etwa 21 Millionen Kinder leben mit nur einem Elternteil zusammen. Diese Situation ist nicht immer einfach, es gibt aber viele Möglichkeiten, sie für Kinder und Eltern zufriedenstellend zu regeln.

Nicht jede Partnerschaft ist krisenfest – und eine Schwangerschaft kann eine kriselnde Beziehung meist nicht stabilisieren. Manche Frauen haben gleich zu Anfang ihrer Schwangerschaft ernsthafte Auseinandersetzungen mit dem Vater des Ungeborenen, andere beschließen gemeinsam mit ihm eine Trennung auf Zeit. Wieder andere entscheiden sich nach einem schmerzhaften Schlussstrich, das Kind lieber allein zu bekommen.

Eltern – ein Leben lang

Mutter sitzt mit ihrem Kind am Tisch © Corbis

Auch wenn eine Paarbeziehung zu Ende geht: Hat man ein gemeinsames Kind, bleibt man ein Leben lang Eltern dieses Kindes. Eltern, die auseinander gehen, sollten deshalb im Interesse ihres Kindes nach Kräften versuchen, ihre Beziehung zu klären. Die Bedürfnisse der Kinder geraten stets in den Hintergrund, wenn sich die Gedanken eines oder beider Elternteile nur um die eigenen Probleme drehen.

Da persönliche Kränkungen und verletzte Gefühle bei Trennungen eine große Rolle spielen, ist häufig professionelle Hilfe notwendig, um eine für alle Beteiligten befriedigende Lösung zu finden. Familien- und Schwangerschaftsberatungsstellen bieten auch in Beziehungsfragen meist kostenfreie Beratungshilfe an. Eine Beratung kann Paaren in einer Trennungssituation helfen, herauszufinden, wie sie die Verantwortung für das Kind gemeinsam übernehmen können. So können auch Sorgerechts- und Unterhaltsfragen in Ruhe und in einer sachlichen Atmosphäre zum Wohl der Kinder entschieden werden.

Nicht einfach, aber machbar

Werde ich es auch allein schaffen, wenn das Kind da ist? Werden wir zwei genug Geld zum Leben haben? Was passiert, wenn ich mal krank werde? Wer sorgt dann für mein Kind …? Werdende Mütter, die sich vom Vater ihres Kindes getrennt haben, müssen Antworten auf viele schwierige Fragen finden.

Alleinstehende bewältigen den Alltag mit Kind meist unter erschwerten Bedingungen. Die Situation verschärft sich noch, wenn das Kind nicht wenigstens den üblichen Regelunterhalt vom anderen Elternteil erhält oder dieser nicht regelmäßig gezahlt wird. In dieser besonderen Lebenssituation besteht die Möglichkeit, Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) zu beantragen. Liegen die Voraussetzungen vor, haben Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres für maximal 72 Monate Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Der Antrag hierfür ist beim zuständigen Jugendamt zu stellen. Schwangerschaftsberatungsstellen bieten kostenfreie Beratung zu finanziellen Hilfen und rechtlichen Fragen an.

Kinderbetreuung mit Unterstützung

Kein einfaches Thema für Alleinerziehende ist zudem die Kinderbetreuung. Hier sind berufstätige Mütter auf ein hohes Maß an Organisation, ausreichende finanzielle Mittel und ein gut funktionierendes Netzwerk aus Freunden und Familie angewiesen. In Geburtsvorbereitungskursen, in Frauenarzt- und Hebammen-Praxen sowie in Familienbildungsstätten und Elterncafés können schon in der Schwangerschaft hilfreiche Kontakte zu anderen werdenden Müttern und Eltern geknüpft werden.

Nicht für jedes Problem gibt es sofort eine Lösung. Vom Wohnprojekt für alleinerziehende Mütter über ein Au-pair-Mädchen bis hin zur Unterstützung durch nette Nachbarn gibt es jedoch viele Wege, die neue Lebenssituation zu bewältigen.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.10.2010