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Der Mutterpass

Seiten 7 und 8: Das Gravidogramm

Das doppelseitige „Gravidogramm“ gibt einen Überblick über die Ergebnisse der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Das Diagramm wird fortlaufend aktualisiert. Die ersten drei Spalten geben das Datum der Untersuchung, die angenommene und gegebenenfalls die korrigierte Schwangerschaftswoche (SSW) an.

Die folgenden Spalten dokumentieren die Entwicklung der Schwangerschaft und des ungeborenen Kindes, weitere enthalten Angaben zur Gesundheit der Mutter.

Schwangerschaft und kindliche Entwicklung

Fundusstand

Der Fundusstand oder „Symphysen-Fundusabstand“ gibt die Lage des oberen Gebärmutterrands an. Er wandert im Laufe der Schwangerschaft immer weiter nach oben. Der Fundusstand wird bei der Tastuntersuchung festgestellt.

Kindslage

Bei den letzten Vorsorgeuntersuchungen wird die Lage des Kindes in der Gebärmutter festgestellt. Die Ergebnisse werden als Kürzel eingetragen: Schädel-Lage = SL; Becken-Endlage oder Steißlage = BEL; Querlage = QL.

Herztöne

In der Spalte "Herztöne" wird eingetragen, ob Herztöne des Ungeborenen nachweisbar sind, eventuell auch die Pulsfrequenz. Sie ist doppelt so schnell wie die eines erwachsenen Menschen und beträgt im Normalfall 120 bis 160 Schläge in der Minute.

Kindsbewegungen

Die Kindsbewegungen werden regelmäßig dokumentiert. Der Zeitpunkt, an dem die Mutter zum ersten Mal Kindsbewegungen gespürt hat, ist ein zusätzlicher Anhaltspunkt für die kindliche Entwicklung und den voraussichtlichen Geburtstermin.

Gesundheit der Mutter

Die nächsten Spalten sind für Befunde zum Gesundheitszustand der Schwangeren vorgesehen. Hier wird eingetragen, ob sie Ödeme oder Krampfadern (Varikosis) hat. Auch ihr Gewicht wird regelmäßig kontrolliert, da eine extreme Gewichtszunahme mit Risiken für Mutter und Kind verbunden ist.

RR

Ein niedriger Blutdruck (RR) beginnt etwa bei Werten unter 100/70, Bluthochdruck bei Werten über 140/90. Wichtig ist vor allem, die Tendenz des Blutdrucks festzustellen: Steigt oder sinkt er eher? Normalerweise fällt der Blutdruck im zweiten Schwangerschaftsdrittel etwas ab. Steigt er im Laufe der Schwangerschaft an, kann dies beispielsweise auf eine EPH-Gestose (neuer Fachbegriff: schwangerschaftsinduzierte Hypertonie, SIH) hinweisen.

Hb

Der Hb-Wert bezeichnet die Konzentration des eisenhaltigen roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), der für den Sauerstofftransport im Blut benötigt wird. Dieser Wert sinkt im Laufe der Schwangerschaft, sodass es zu einer Anämie kommen kann. Wenn der Wert unter 10,5 fällt, müssen Eisenpräparate eingenommen werden, um die Sauerstoffversorgung des Kindes sicherzustellen.

Sediment

Diese Spalte enthält die Ergebnisse der regelmäßigen Urinuntersuchungen. Eiweiße, Nitrit und Blut im Urin können auf eine Blasenentzündung oder Nierenfehlfunktion hinweisen, Zucker auf einen Schwangerschaftsdiabetes. Weiße Blutkörperchen können Anzeichen einer Entzündung sein.

In der vorletzten Spalte werden die vaginalen Tastbefunde eingetragen, in der letzten Spalte die Befunde von Untersuchungen, die nicht zu den Vorsorgeuntersuchungen gehören, sowie die Verordnung von Medikamenten.

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Häufig gestellte Fragen

Wie wichtig ist die Einnahme von Folsäurepräparaten?

Folsäure ist für die Ausbildung des Neuralrohrs, der Vorstufe des zentralen Nervensystems beim Embryo, besonders wichtig. Wenn sich das Neuralrohr nicht richtig entwickelt, führt dies zu Fehlbildungen des Rückenmarks oder des Gehirns beim Ungeborenen. Als häufige Ursache für Neuralrohrdefekte gilt ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft.

Auch eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost kann in der Schwangerschaft nicht garantieren, dass ausreichend Folsäure aufgenommen wird. Daher wird werdenden Müttern geraten, bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats zusätzlich 0,4 mg Folsäure pro Tag einzunehmen. Mit der Einnahme von Folsäuretabletten beginnt man am besten schon vor einer geplanten Schwangerschaft und spätestens mit ihrem Bekanntwerden, da sich das Neuralrohr etwa in der fünften Schwangerschaftswoche ausbildet.

Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?

In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.

Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?

Listeriose-Bakterien finden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse sowie in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse.

Schwangere Frauen können einer Listeriose-Infektion vorbeugen, wenn sie auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, Käserinde großzügig abschneiden, Fleisch gut durchgaren und Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen.

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