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Der Mutterpass

Seite 6: Verlauf der Schwangerschaft und Beratung der Schwangeren

Besondere Befunde im Schwangerschaftsverlauf

Diese Rubrik erfasst zum einen aktuelle Allgemeinerkrankungen und besondere Belastungen der Schwangeren, außerdem die Einnahme von Medikamenten sowie Zigaretten- und Drogenkonsum. Zum anderen werden hier sämtliche Komplikationen und Besonderheiten im Zusammenhang mit der Schwangerschaft vermerkt. Dazu zählen zum Beispiel Schwangerschaftsdiabetes, Ödeme und Bluthochdruck, aber auch eine Mehrlingsschwangerschaft, Plazentainsuffizienz, Blutungen und vorzeitige Wehen. Neben der allgemeinen Anamnese bilden diese insgesamt 26 Angaben den zweiten Kriterienkatalog für eine Einstufung als Risikoschwangerschaft.

Terminbestimmung

Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung wird auch der voraussichtliche Termin der Geburt errechnet, und zwar ausgehend vom ersten Tag der letzten Regelblutung. Bei den nachfolgenden Ultraschalluntersuchungen kann dieser Termin korrigiert werden. Allerdings halten sich die wenigsten Babys an diese "Terminvorgaben". Die meisten Kinder kommen in den zehn Tagen vor oder nach dem errechneten Termin zur Welt.

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Häufig gestellte Fragen

Wie wichtig ist die Einnahme von Folsäurepräparaten?

Folsäure ist für die Ausbildung des Neuralrohrs, der Vorstufe des zentralen Nervensystems beim Embryo, besonders wichtig. Wenn sich das Neuralrohr nicht richtig entwickelt, führt dies zu Fehlbildungen des Rückenmarks oder des Gehirns beim Ungeborenen. Als häufige Ursache für Neuralrohrdefekte gilt ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft.

Auch eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost kann in der Schwangerschaft nicht garantieren, dass ausreichend Folsäure aufgenommen wird. Daher wird werdenden Müttern geraten, bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats zusätzlich 0,4 mg Folsäure pro Tag einzunehmen. Mit der Einnahme von Folsäuretabletten beginnt man am besten schon vor einer geplanten Schwangerschaft und spätestens mit ihrem Bekanntwerden, da sich das Neuralrohr etwa in der fünften Schwangerschaftswoche ausbildet.

Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?

In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.

Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?

Listeriose-Bakterien finden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse sowie in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse.

Schwangere Frauen können einer Listeriose-Infektion vorbeugen, wenn sie auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, Käserinde großzügig abschneiden, Fleisch gut durchgaren und Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen.

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