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Der Mutterpass
Seite 3: Untersuchung auf Infektionen
Nachweis von Chlamydia trachomatis-Antigen
Chlamydien sind Bakterien, die Schleimhäute befallen und Entzündungen der Lunge, der Augen oder der Harnorgane verursachen können. Mit einer Urinprobe wird festgestellt, ob bei der Schwangeren eine Chlamydieninfektion vorliegt, denn sie erhöht das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt. Im Falle einer Infektion wird die Schwangere mit Antibiotika behandelt und die Untersuchung dann wiederholt.
Antikörper-Suchtest-Kontrolle
Auch wenn beim ersten Test keine Antikörper gefunden wurden, wird der Test in der 24. bis 27. Schwangerschaftswoche wiederholt.
Röteln-HAH-Test-Kontrolle
Wurden beim ersten Test keine Antikörper gegen Rötelnviren gefunden, wird der Test später noch einmal wiederholt, um sicherzugehen, dass die Schwangere sich auch zwischenzeitlich nicht infiziert hat.
LSR-Test (Lues-Such-Reaktion)
Lues (Syphilis) ist eine Geschlechtskrankheit, die auch das Ungeborene schädigen kann. Bei der Blutuntersuchung wird deshalb nach Lues-Bakterien gesucht. Ist das Ergebnis positiv, wird mit weiteren Tests untersucht, ob die Infektion abgeheilt ist oder noch besteht. Im Mutterpass wird lediglich festgehalten, dass der Test durchgeführt wurde. Das Ergebnis wird nicht eingetragen.
HIV-Test
Die Untersuchung auf HIV (AIDS) wird allen Schwangeren empfohlen. Im Mutterpass wird nicht das Testergebnis eingetragen, sondern lediglich, dass der Test durchgeführt wurde.
Nachweis von HBs-Antigen
Die Hepatitis B ist eine infektiöse Leberentzündung. Im letzten Schwangerschaftsdrittel wird das Blutserum der Schwangeren auf eine Hepatitis-B-Infektion untersucht, damit im Fall eines positiven Befundes das Kind gleich nach der Geburt geimpft werden kann.
Weiterführende Informationen
- HIV-Test in der Schwangerschaft
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) informiert in einem Merkblatt zu HIV/AIDS und zum HIV-Test in der Schwangerschaft. (Recherchedatum: 4.11.2011)
- Warum wird ein jährlicher Chlamydientest angeboten? (PDF)
Der gemeinsame Bundesausschuss informiert in seinem 3-seitigen Merkblatt über Chlamydien. Es werden Ansteckungswege, Folgen der Infektion und Schutzmöglichkeiten erläutert. (Recherchedatum: 04.11.2011)
- HIV-Übertragungswege
Das Online-Angebot "Gib AIDS keine Chance" der BZgA informiert in der Rubrik HIV-Übertragung über den HIV-Erreger, Ansteckungswege und Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung. Während einer Schwangerschaft bestehende Risiken einer HIV-Erkrankung für das Kind und medizinische Schutzmöglichkeiten werden angesprochen. (Recherchedatum: 4.11.2011)
- Wann ist ein HIV-Test sinnvoll?
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert in ihrem Internetauftritt "Gib AIDS keine Chance" darüber, wann ein HIV-Test sinnvoll ist. Speziell in der Schwangerschaft kann das frühzeitige Wissen um eine HIV-Erkrankung die Gesundheit des Kindes schützen. (Recherchedatum: 04.11.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Wie wichtig ist die Einnahme von Folsäurepräparaten?
Folsäure ist für die Ausbildung des Neuralrohrs, der Vorstufe des zentralen Nervensystems beim Embryo, besonders wichtig. Wenn sich das Neuralrohr nicht richtig entwickelt, führt dies zu Fehlbildungen des Rückenmarks oder des Gehirns beim Ungeborenen. Als häufige Ursache für Neuralrohrdefekte gilt ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft.
Auch eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost kann in der Schwangerschaft nicht garantieren, dass ausreichend Folsäure aufgenommen wird. Daher wird werdenden Müttern geraten, bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats zusätzlich 0,4 mg Folsäure pro Tag einzunehmen. Mit der Einnahme von Folsäuretabletten beginnt man am besten schon vor einer geplanten Schwangerschaft und spätestens mit ihrem Bekanntwerden, da sich das Neuralrohr etwa in der fünften Schwangerschaftswoche ausbildet.
Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?
In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.
Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?
Listeriose-Bakterien finden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse sowie in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse.
Schwangere Frauen können einer Listeriose-Infektion vorbeugen, wenn sie auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, Käserinde großzügig abschneiden, Fleisch gut durchgaren und Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen.


