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Der Mutterpass
Seite 2: Untersuchung auf Blutgruppenunverträglichkeit und Röteln
Blutgruppe und Rhesusfaktor
Bei der ersten Blutuntersuchung werden die Blutgruppenzugehörigkeit und der Rhesusfaktor der Schwangeren festgestellt. Das ist nicht nur wichtig, falls infolge eines Unfalls oder einer Operation Bluttransfusionen erforderlich werden. Der Rhesusfaktor kann auch für das ungeborene Kind lebenswichtig sein: Ist das Blut der Schwangeren Rhesus-negativ (Rh-) und das des Vaters Rhesus-positiv (Rh+), kann das Kind ebenfalls Rhesus-positiv sein. Wenn dann Blutzellen des Kindes in den mütterlichen Blutkreislauf gelangen, können sich im Blut der Mutter Antikörper gegen das Blut des Kindes bilden. Dies passiert aber meist erst während der Geburt und ist dann für das Kind ungefährlich. In einer weiteren Schwangerschaft können die gebildeten Antikörper jedoch das Leben des Ungeborenen bedrohen, falls auch dieses Kind Rhesus-positiv ist.
In der 28. Schwangerschaftswoche wird deshalb bei allen Frauen, die Rhesus-negativ sind, vorbeugend Anti-D-Globulin gespritzt. Es verhindert die Bildung von Antikörpern für den Fall, dass kindliche Blutanteile in den Blutkreislauf der Schwangeren gelangen. Die Anti-D-Prophylaxe muss 72 Stunden nach der Geburt wiederholt werden, wenn das Kind Rhesus-positiv ist.
Sind beide Eltern Rhesus-negativ, so ist das Kind ebenfalls Rhesus-negativ und es besteht keine Gefahr. Auch wenn die Mutter Rhesus-positiv ist und das Kind Rhesus-negativ, besteht keine Gefahr für das Kind.
Antikörper-Suchtest
Bei allen Schwangeren wird zu Beginn der Schwangerschaft das Blut auf Antikörper gegen Blutfaktoren untersucht. Falls Antikörper gefunden werden, sind Folgeuntersuchungen nötig, um zu klären, ob sie das Ungeborene gefährden könnten.
Röteln-HAH-Test
Eine Röteln-Infektion während der Schwangerschaft kann zu schweren körperlichen und geistigen Fehlentwicklungen des Kindes führen. Deshalb wird das Blut der Schwangeren auf Antikörper gegen Rötelnviren untersucht. Frauen, die als Kind eine Röteln-Infektion hatten oder dagegen geimpft sind, brauchen sich keine Sorgen zu machen, da sie genug Antikörper im Blut haben. Der sogenannte Titerwert gibt Auskunft darüber, ob eine ausreichende Menge von Antikörpern im Blut vorhanden ist. Ein Titerwert von 1 : 32 oder mehr gilt als ausreichender Schutz vor der Infektion (bestehende Immunität). Bei einem niedrigeren Wert lässt sich durch eine weitere Untersuchung klären, ob Immunität besteht. Im Mutterpass wird dann notiert: „Immunität ist anzunehmen“.
Linkliste Mutterpass
- HIV-Übertragungswege
Das Online-Angebot "Gib AIDS keine Chance" der BZgA informiert in der Rubrik HIV-Übertragung über den HIV-Erreger, Ansteckungswege und Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung. Während einer Schwangerschaft bestehende Risiken einer HIV-Erkrankung für das Kind und medizinische Schutzmöglichkeiten werden angesprochen. (Recherchedatum: 4.11.2011)
- Wann ist ein HIV-Test sinnvoll?
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert in ihrem Internetauftritt "Gib AIDS keine Chance" darüber, wann ein HIV-Test sinnvoll ist. Speziell in der Schwangerschaft kann das frühzeitige Wissen um eine HIV-Erkrankung die Gesundheit des Kindes schützen. (Recherchedatum: 04.11.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Wie wichtig ist die Einnahme von Folsäurepräparaten?
Folsäure ist für die Ausbildung des Neuralrohrs, der Vorstufe des zentralen Nervensystems beim Embryo, besonders wichtig. Wenn sich das Neuralrohr nicht richtig entwickelt, führt dies zu Fehlbildungen des Rückenmarks oder des Gehirns beim Ungeborenen. Als häufige Ursache für Neuralrohrdefekte gilt ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft.
Auch eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost kann in der Schwangerschaft nicht garantieren, dass ausreichend Folsäure aufgenommen wird. Daher wird werdenden Müttern geraten, bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats zusätzlich 0,4 mg Folsäure pro Tag einzunehmen. Mit der Einnahme von Folsäuretabletten beginnt man am besten schon vor einer geplanten Schwangerschaft und spätestens mit ihrem Bekanntwerden, da sich das Neuralrohr etwa in der fünften Schwangerschaftswoche ausbildet.
Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?
In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.
Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?
Listeriose-Bakterien finden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse sowie in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse.
Schwangere Frauen können einer Listeriose-Infektion vorbeugen, wenn sie auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, Käserinde großzügig abschneiden, Fleisch gut durchgaren und Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen.


