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In den mittleren Schwangerschaftsmonaten beginnt der Bauch sich deutlich zu wölben. Nun ist die Schwangerschaft auch für Außenstehende allmählich zu erkennen. Jetzt müssen Schwangere damit rechnen, dass die Familie, der Freundes- oder Kollegenkreis Fragen stellen, Ratschläge erteilen und vielleicht auch Bedenken zu einzelnen Entscheidungen äußern. Das kann lästig sein, geht aber meist auch mit wachsender Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme einher.
Spätestens jetzt sollte der Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert werden, damit die Bestimmungen des Mutterschutzes wirksam werden.
Platzmangel im Bauch
Die Schwangerschaftsbeschwerden, die in diesen Wochen auftreten, werden fast ausschließlich vom wachsenden Bauchumfang und dem Druck des Kindes auf die inneren Organe verursacht. An Brust, Bauch und Hüften können sich durch die Dehnung der Haut bläulich schimmernde Schwangerschaftsstreifen bilden. Einmal entstanden, verschwinden sie nie wieder ganz, verblassen aber nach der Geburt und gehen in einen unauffälligeren silbrigen Farbton über.
Durch den Druck auf den Magen kommt es in dieser Zeit auch gehäuft zu Sodbrennen. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann helfen – zum Beispiel, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Auch Venenprobleme machen sich jetzt oft bemerkbar: Schmerzen oder Stiche in den Beinen, Besenreiser und Krampfadern sind die Folgen der erschwerten Blutzirkulation.
Da das Gewicht des Kindes auf die Blase drückt, können häufiger Harndrang und gelegentlich auch unfreiwilliger Harnabgang lästig werden. Damit die Blasenschwäche nicht zum Dauerzustand wird, ist es sinnvoll, täglich den Beckenboden zu trainieren.
Voll im Bilde
Zwischen der 19. und der 22. Schwangerschaftswoche steht die zweite Ultraschalluntersuchung an. Die Finger und Zehen des Kindes sind jetzt schon gut zu sehen. Wenn es günstig liegt, kann die Ärztin oder der Arzt nun auch das Geschlecht des Ungeborenen erkennen. Werdende Eltern, die noch nicht wissen möchten, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen bekommen, sollten vor der zweiten Ultraschalluntersuchung deutlich darauf hinweisen.
Alles in Bewegung
Spätestens ab der 20. Schwangerschaftswoche spürt die werdende Mutter zum ersten Mal die Bewegungen ihres Kindes im Bauch. Anfangs sind die Kindsbewegungen sehr zart. Sie fühlen sich meist an wie ein leichtes Flattern, Perlen oder Klopfen. Später werden die Bewegungen immer deutlicher und sind auch als kleine Verformungen der Bauchdecke sichtbar.
Die Häufigkeit und Intensität dieser Bewegungen unterscheiden sich von Kind zu Kind. Mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft lassen die Aktivitäten allmählich wieder nach, weil das Kind die Gebärmutter dann komplett ausfüllt und kaum mehr Platz zum Drehen und Wenden hat.
Auch andere Menschen können die Bewegungen des Kindes spüren, wenn sie die Hand auf den Bauch der Schwangeren legen. Dem Partner oder den Geschwisterkindern kann dieser Kontakt mit dem Ungeborenen helfen, die Vorgänge im Mutterleib besser zu begreifen und sich innerlich auf den Neuankömmling einzustellen.
Der Anfang einer Beziehung
Für die meisten Frauen sind die ersten spürbaren Regungen des Kindes ein sehr aufregendes Erlebnis. Manchen wird erst jetzt richtig bewusst, dass in ihrem Bauch tatsächlich ein kleiner Mensch heranwächst. Die ersten Kindsbewegungen bedeuten meist auch den Beginn der engen Beziehung zwischen Mutter und Kind.
Viele Schwangere stellen fest, dass die Stöße, Tritte und Purzelbäume ihres Kindes Reaktionen auf ihre eigenen Bewegungen sind: Eine Sitzhaltung, die den Platz im Bauch einengt, kann lebhaften Protest auslösen, ein Streicheln der Bauchdecke beruhigend wirken. So beginnen Mutter und Kind in dieser Zeit bereits, einander kennenzulernen.
Tagsüber, wenn die Schwangere in Bewegung ist, wird das Kind häufig schlafen, weil es im Becken gewiegt wird. Nachts, wenn sie ruhig liegt, wird sie das Kind häufiger spüren, weil es mehr Platz im Bauch und auch kürzere Schlafphasen als die Mutter hat.
weiterführende Informationen
- Der Beckenboden: Stabile Basis für Schwangerschaft und Geburt
In der Schwangerschaft verändert sich der Beckenboden: Muskeln, Bänder und Bindegewebe werden weicher. Konsequentes Beckenbodentraining schützt vor möglichen Beschwerden vor und nach der Geburt.
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Der Alltag bietet viele Möglichkeiten, den Beckenboden bewusst und richtig einzusetzen. Einige Tipps können Ihnen helfen, den Beckenboden zu schützen.
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Häufig gestellte Fragen
Ich habe gerade großen Ärger in der Schule oder am Arbeitsplatz. Bekommt mein Kind davon etwas mit und kann ihm das schaden?
Starke Emotionen - ob positiv oder negativ - regen die Produktion von Adrenalin und anderen Hormonen und chemischen Substanzen im Körper an. Sie gelangen über die Plazenta auch ins Blut des ungeborenen Kindes. Ist die Mutter nervös, wird unter Umständen auch das Kind nervös: Es macht sich durch Tritte und Stöße bemerkbar oder dreht sich häufig im Bauch hin und her. Gewöhnlicher Alltagsstress ist aber noch kein Grund zur Beunruhigung.
Man weiß zwar inzwischen, dass große gefühlsmäßige Belastungen Einfluss auf das Ungeborene haben und das Risiko von Frühgeburten erhöhen können. Aber hier kommt entscheidend darauf an, wie massiv der Stress während der Schwangerschaft empfunden wird und wie die Schwangere damit umgeht. Sie kann versuchen, sich allzu großen Drucksituationen zu entziehen oder sie so weit als möglich zu umgehen.
Natürlich lässt sich Stress und Ärger während der gesamten Dauer einer Schwangerschaft nicht vollständig vermeiden. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass das Kind Schaden nimmt: die meisten Kinder kommen gesund zur Welt und entwickeln sich normal.
Meine Brustwarzen sind sehr empfindlich und tun mir weh. Ist das normal, und was kann ich dagegen tun?
Während der Schwangerschaft schüttet der Körper das Hormon Prolaktin aus, das die Milchbildung anregt. Die bislang untätigen Milchdrüsen werden aktiv und das Drüsengewebe wächst. Das hat zur Folge, dass die Brustwarzen manchmal jucken und sich wund anfühlen. Linderung verschaffen warme Umschläge mit Lavendelöl oder ein Lavendel-Vollbad. Das hilft nicht nur gegen Juckreiz, sondern zusätzlich auch gegen Spannungsgefühle in der Brust. Seife trocknet dagegen die Haut aus und reizt sie noch mehr; deshalb ist es besser, zum Waschen nur klares Wasser zu verwenden. Büstenhalter sollten möglichst aus Baumwolle sein, da dieses Material hautverträglicher ist als Synthetiks.
Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?
In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.
Es fällt mir schwer, auf Sport zu verzichten. Wie aktiv kann ich während der Schwangerschaft noch sein?
Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft müssen gesunde Frauen nicht auf Sport verzichten. Allerdings sind Sportarten, die mit hoher Sturz- und Verletzungsgefahr, schnellen, abrupten Bewegungen und/oder Gegnerkontakt verbunden sind, sowie anspruchsvolle Kraft- und Dehnübungen auch für Trainierte nicht zu empfehlen.
Ansonsten ist es nicht nur erlaubt, sondern auch sinnvoll, die Lieblingssportart weiterhin zu betreiben – aber in angepasster, also moderater Form. Das Training sollte nie erschöpfen, sondern beleben und Spaß machen. Wichtig ist, erste Anzeichen von Überanstrengung ernst zu nehmen: Wird die Luft zum Atmen knapp oder steigt die Pulsfrequenz über 140 Schläge pro Minute, ist es Zeit, eine Pause zu machen oder das Training zu beenden.
Ist das Kind im Mutterleib gegen Stöße von außen gut geschützt?
Die mit Flüssigkeit gefüllte Fruchtblase (Amnionsack) besteht aus mehreren Zellschichten. Sie ist ihrerseits von der Zottenhaut (Chorion) umgeben. Diese Außenschichten sind in ihrer Gesamtheit so robust, dass sie selbst unter großem Druck von außen nicht reißen. Zudem schwimmt das Ungeborene im Fruchtwasser, so dass es durch Stöße und Erschütterungen zwar in Bewegung gerät, sich aber nicht verletzen kann. Bei kleineren Unfällen wie leichten Stößen oder Stürzen bietet die Gebärmutter genügend Schutz. Bei Schmerzen oder Blutungen jedoch sollte unbedingt die Ärztin oder der Arzt befragt werden.
Kann ein Bergurlaub im fünften Monat dem Baby schaden?
Grundsätzlich gilt das zweite Schwangerschaftsdrittel als die günstigste Zeit für eine Urlaubsreise in der Schwangerschaft. Auch gegen Reisen ins Gebirge ist nichts einzuwenden, solange es nicht zu hoch hinaus geht: Ab 2000 Metern besteht wegen des geringeren Sauerstoffgehalts der Luft die Gefahr, dass das ungeborene Kind zuwenig Sauerstoff bekommt.
Beim Wandern im Gebirge sollten große Anstrengungen vermieden werden, da das Herz-Kreislauf-System durch die Schwangerschaft ohnehin belastet Schwierige Höhenwege und Klettertouren verbieten sich, da ein möglicher Sturz oder Sprung Mutter und Kind gefährden kann.
Wichtig ist ein ausreichender UV-Schutz, denn die Sonneneinstrahlung ist im Gebirge intensiver als im Flachland. Abgesehen von der Sonnenbrandgefahr können UV-Strahlen die in der Schwangerschaft oft vermehrte Hautpigmentierung verstärken. Empfehlenswert sind Sonnencremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor, wichtig ist auch eine Kopfbedeckung zum Schutz vor Überhitzung und Sonnenstich.
Ich bin in der 21. Woche schwanger und möchte das Wochenende an einem Badesee verbringen. Besteht Gefahr für mein Baby, wenn das Wasser sehr kalt ist?
Grundsätzlich gibt es in der Schwangerschaft keine festgelegte minimale oder maximale Badetemperatur; entscheidend ist, dass die Schwangere sich wohl fühlt und einen stabilen Kreislauf hat. Da aber der Kreislauf in der Schwangerschaft generell stärker belastet ist, sollte man sicherheitshalber immer in Begleitung baden.
Können Kinder im Mutterleib schon sehen und hören?
Das Ungeborene ist im Mutterleib optimal geschützt. Aber optimaler Schutz ist nicht gleichbedeutend mit vollständiger Abschirmung. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, umso mehr ist das ungeborene Kind fähig, Sinneseindrücke zu empfangen.
Schon in der 8. Schwangerschaftswoche sind die Augen des Embryos komplett angelegt. Im 5. und 6. Monat sind sie bereits voll entwickelt. Auch wenn die Lider bis zur 24. Woche noch fest verschlossen sind, ist die Netzhaut bereits lichtempfindlich: Das ungeborene Kind erkennt das Licht, das durch die Bauchwand der Mutter zu ihm hereindringt. Ab der 26. Schwangerschaftswoche dann sind die Augen des Ungeborenen in Wachzeiten geöffnet und im Schlaf geschlossen.
In der 20. Schwangerschaftswoche ist auch das Gehör schon weit entwickelt: Das Kind hört im Mutterleib das Rauschen des Blutes, den Herzschlag der Mutter und das Grollen in ihren Eingeweiden. Aber auch Geräusche von außen dringen mehr und mehr zu ihm durch: Die Stimme der Mutter und auch die Stimmen anderer Menschen, die es während der Schwangerschaft oft hört, wird es gleich nach der Geburt wieder erkennen. Auch für Rhythmen und Melodien ist das Ungeborene bereits empfänglich. Singt die Mutter in dieser Zeit häufig bestimmte Melodien, so kann sie ihr Kind auch nach der Geburt mit diesen Liedern beruhigen. Das Ungeborene ist sogar fähig, Tonfrequenzen zu hören, die von der Schwangeren nicht wahrgenommen werden. Es reagiert auf hohe Frequenzen stärker als auf tiefe, und bei lauten Trommelgeräuschen bewegt es sich auf und ab.




