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17. bis 24. Woche: Der Bauch wächst sichtbar

Schwangere Frau, gut gelaunt, auf Liegestuhl

Ab der 17. Woche wird die Schwangerschaft auch äußerlich deutlich sichtbar. Die werdende Mutter spürt die Bewegungen ihres Kindes immer deutlicher. Das Geschlecht des Ungeborenen kann jetzt schon festgestellt werden.


In den mittleren Schwangerschaftsmonaten beginnt der Bauch sich deutlich zu wölben. Nun ist die Schwangerschaft auch für Außenstehende allmählich zu erkennen. Jetzt müssen Schwangere damit rechnen, dass die Familie, der Freundes- oder Kollegenkreis Fragen stellen, Ratschläge erteilen und vielleicht auch Bedenken zu einzelnen Entscheidungen äußern. Das kann lästig sein, geht aber meist auch mit wachsender Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme einher.

Spätestens jetzt sollte der Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert werden, damit die Bestimmungen des Mutterschutzes wirksam werden.

5. Monat – etwa ab der 20. Woche lutscht ein Fötus am Daumen. (Quelle: Lennart Nilsson)
Lupe
5. Monat – etwa ab der 20. Woche lutscht ein Fötus am Daumen. (Quelle: Lennart Nilsson)

Platzmangel im Bauch

Die Schwangerschaftsbeschwerden, die in diesen Wochen auftreten, werden fast ausschließlich vom wachsenden Bauchumfang und dem Druck des Kindes auf die inneren Organe verursacht. An Brust, Bauch und Hüften können sich durch die Dehnung der Haut bläulich schimmernde Schwangerschaftsstreifen bilden. Einmal entstanden, verschwinden sie nie wieder ganz, verblassen aber nach der Geburt und gehen in einen unauffälligeren silbrigen Farbton über.

Durch den Druck auf den Magen kommt es in dieser Zeit auch gehäuft zu Sodbrennen. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann helfen – zum Beispiel, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Auch Venenprobleme machen sich jetzt oft bemerkbar: Schmerzen oder Stiche in den Beinen, Besenreiser und Krampfadern sind die Folgen der erschwerten Blutzirkulation.

Da das Gewicht des Kindes auf die Blase drückt, können häufiger Harndrang und gelegentlich auch unfreiwilliger Harnabgang lästig werden. Damit die Blasenschwäche nicht zum Dauerzustand wird, ist es sinnvoll, täglich den Beckenboden zu trainieren.

Voll im Bilde

Zwischen der 19. und der 22. Schwangerschaftswoche steht die zweite Ultraschalluntersuchung an. Die Finger und Zehen des Kindes sind jetzt schon gut zu sehen. Wenn es günstig liegt, kann die Ärztin oder der Arzt nun auch das Geschlecht des Ungeborenen erkennen. Werdende Eltern, die noch nicht wissen möchten, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen bekommen, sollten vor der zweiten Ultraschalluntersuchung deutlich darauf hinweisen.

Alles in Bewegung

Spätestens ab der 20. Schwangerschaftswoche spürt die werdende Mutter zum ersten Mal die Bewegungen ihres Kindes im Bauch. Anfangs sind die Kindsbewegungen sehr zart. Sie fühlen sich meist an wie ein leichtes Flattern, Perlen oder Klopfen. Später werden die Bewegungen immer deutlicher und sind auch als kleine Verformungen der Bauchdecke sichtbar.

Die Häufigkeit und Intensität dieser Bewegungen unterscheiden sich von Kind zu Kind. Mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft lassen die Aktivitäten allmählich wieder nach, weil das Kind die Gebärmutter dann komplett ausfüllt und kaum mehr Platz zum Drehen und Wenden hat.

Auch andere Menschen können die Bewegungen des Kindes spüren, wenn sie die Hand auf den Bauch der Schwangeren legen. Dem Partner oder den Geschwisterkindern kann dieser Kontakt mit dem Ungeborenen helfen, die Vorgänge im Mutterleib besser zu begreifen und sich innerlich auf den Neuankömmling einzustellen.

Der Anfang einer Beziehung

 

Für die meisten Frauen sind die ersten spürbaren Regungen des Kindes ein sehr aufregendes Erlebnis. Manchen wird erst jetzt richtig bewusst, dass in ihrem Bauch tatsächlich ein kleiner Mensch heranwächst. Die ersten Kindsbewegungen bedeuten meist auch den Beginn der engen Beziehung zwischen Mutter und Kind.

Viele Schwangere stellen fest, dass die Stöße, Tritte und Purzelbäume ihres Kindes Reaktionen auf ihre eigenen Bewegungen sind: Eine Sitzhaltung, die den Platz im Bauch einengt, kann lebhaften Protest auslösen, ein Streicheln der Bauchdecke beruhigend wirken. So beginnen Mutter und Kind in dieser Zeit bereits, einander kennenzulernen.

Tagsüber, wenn die Schwangere in Bewegung ist, wird das Kind häufig schlafen, weil es im Becken gewiegt wird. Nachts, wenn sie ruhig liegt, wird sie das Kind häufiger spüren, weil es mehr Platz im Bauch und auch kürzere Schlafphasen als die Mutter hat.

 

Publikationen zum Thema

Nilsson, Lennart; Hamberger, Lars
2009 | Preis: 22€
Jahn-Zöhrens, Ursula
2011 | Preis: 24,95 €
Köln 2010 | Preis: kostenlos
Neu-Isenburg 1997 | Preis: 25,50 €
Müller-Hartburg, Imma
Wien 2009, 3. veränderte Auflage | Preis: 19,80 €

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Häufig gestellte Fragen

Meine Brustwarzen tun mir weh. Was kann ich dagegen tun?

Während der Schwangerschaft schüttet der Körper das Hormon Prolaktin aus, das die Milchbildung anregt. Es aktiviert die bislang untätigen Milchdrüsen und lässt das Drüsengewebe wachsen. Das hat zur Folge, dass die Brustwarzen manchmal schmerzen und sich wund anfühlen. Linderung verschaffen warme Umschläge mit einem beruhigenden Öl oder ein warmes Vollbad mit einem entsprechenden Badezusatz. Das hilft gegen Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust. Seife dagegen trocknet die Haut aus und reizt sie noch mehr; deshalb ist es besser, zum Waschen nur klares Wasser zu verwenden. Büstenhalter sollten möglichst aus weicher Baumwolle sein, da sie hautverträglicher ist als die meisten Synthetikstoffe.

Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?

In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.

Es fällt mir schwer, auf Sport zu verzichten. Wie aktiv kann ich während der Schwangerschaft noch sein?

Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft müssen gesunde Frauen nicht auf Sport verzichten. Allerdings sind Sportarten, die mit hoher Sturz- und Verletzungsgefahr, schnellen, abrupten Bewegungen und/oder Gegnerkontakt verbunden sind, sowie anspruchsvolle Kraft- und Dehnübungen auch für Trainierte nicht zu empfehlen.

Ansonsten ist es nicht nur erlaubt, sondern auch sinnvoll, die Lieblingssportart weiterhin zu betreiben – aber in angepasster, also moderater Form. Das Training sollte nie erschöpfen, sondern beleben und Spaß machen. Wichtig ist, erste Anzeichen von Überanstrengung ernst zu nehmen: Wird die Luft zum Atmen knapp oder steigt die Pulsfrequenz über 140 Schläge pro Minute, ist es Zeit, eine Pause zu machen oder das Training zu beenden.

Ist das Kind im Mutterleib gegen Stöße von außen gut geschützt?

Die mit Flüssigkeit gefüllte Fruchtblase besteht aus mehreren Zellschichten. Zusammen sind sie so robust, dass sie selbst unter großem Druck von außen nicht reißen. Zudem schwimmt das Ungeborene im Fruchtwasser, sodass es durch Stöße und Erschütterungen zwar in Bewegung gerät, sich aber in der Regel nicht verletzen kann.

Bei kleineren Unfällen wie leichten Stößen oder Stürzen bietet die Gebärmutter genügend Schutz. Bei Schmerzen oder Blutungen jedoch sollte unbedingt die Ärztin oder der Arzt befragt werden.

Kann ein Bergurlaub im fünften Monat dem Baby schaden?

Grundsätzlich gilt das zweite Schwangerschaftsdrittel als die günstigste Zeit für eine Urlaubsreise in der Schwangerschaft. Auch gegen Reisen ins Gebirge ist nichts einzuwenden, solange es nicht zu hoch hinaus geht: Ab 2000 Metern besteht wegen des geringeren Sauerstoffgehalts der Luft die Gefahr, dass das ungeborene Kind zuwenig Sauerstoff bekommt.

Beim Wandern im Gebirge sollten große Anstrengungen vermieden werden, da das Herz-Kreislauf-System durch die Schwangerschaft ohnehin belastet  Schwierige Höhenwege und Klettertouren verbieten sich, da ein möglicher Sturz oder Sprung Mutter und Kind gefährden kann.

Wichtig ist ein ausreichender UV-Schutz, denn die Sonneneinstrahlung ist im Gebirge intensiver als im Flachland. Abgesehen von der Sonnenbrandgefahr können UV-Strahlen die in der Schwangerschaft oft vermehrte Hautpigmentierung verstärken. Empfehlenswert sind Sonnencremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor, wichtig ist auch eine Kopfbedeckung zum Schutz vor Überhitzung und Sonnenstich.

Besteht beim Baden in kalten Gewässern Gefahr für mein Baby?

Eine bestimmte Wassertemperatur ist für eine werdende Mutter beim Baden – ob im Meer, im Badesee oder Schwimmbad – weniger wichtig. Entscheidend ist, dass sie sich wohlfühlt und ihr Kreislauf stabil bleibt. Da der Kreislauf in der Schwangerschaft jedoch generell stärker belastet ist als normalerweise, sollten Schwangere sicherheitshalber immer in Begleitung baden.

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