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Die Pränataldiagnostik hat zwar in den letzten zehn Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen, aber im Vergleich zu den diagnostischen Möglichkeiten ist eine vorgeburtliche Behandlung nur in wenigen Fällen möglich. Bei manchen Befunden, wie beispielsweise einer mangelnden Versorgung des Kindes mit Sauerstoff und Nährstoffen, kann eine optimale Planung der Geburt und der nachfolgenden medizinischen Maßnahmen das Leben des Kindes retten. Bei den vorgeburtlichen Therapien wird zwischen der indirekten medikamentösen Therapie und der direkten Therapie unterschieden.
Indirekte Therapie
Bei der indirekten medikamentösen Therapie werden der Mutter Medikamente verabreicht, die dann über die Nabelschnur in den Blutkreislauf des Kindes gelangen. Ist beispielsweise eine Frühgeburt zu erwarten, so wird der Mutter Cortison verabreicht, welches beim Kind die Lungenreifung beschleunigt. Werden beim Kind Herzrhythmusstörungen festgestellt, so können der Mutter entsprechende Herzmedikamente verordnet werden.
Direkte Therapie
Zu den direkten Therapien zählt die Injektion von Medikamenten oder Blut direkt in die Nabelschnur. Diese Therapieform wird angewendet, wenn beim Kind eine Störung der Blutbildung oder Blutarmut droht, wie das etwa bei einer Rhesus-Unverträglichkeit oder einer Röteln-Infektion der Mutter der Fall ist.
Vorgeburtliche Operationen
Die Chirurgie im Mutterleib – die sogenannte Fetalchirurgie – befindet sich derzeit noch in einem experimentellen Stadium. Es gibt inzwischen einige wenige Möglichkeiten, Kinder bereits im Mutterleib zu operieren. So kann beispielsweise bei Flüssigkeitsansammlungen im Brustkorb, welche die Lungen des Kindes zusammendrücken, der Brustkorb punktiert und die Flüssigkeit entfernt werden. Operationen an Organen oder auch die Behandlung eines Neuralrohrdefektes (offener Rücken) sind dagegen nur sehr selten möglich. Derartige Operationen sind mit einem hohen Frühgeburtsrisiko verbunden und werden deshalb nur in seltenen Ausnahmefällen, zum Teil unter Studienbedingungen durchgeführt.
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Häufig gestellte Fragen
Können pränataldiagnostische Untersuchungen das Kind gefährden?
Ein gewisses Risiko für das Ungeborene besteht bei allen Verfahren der Pränataldiagnostik, die mit einem Eingriff verbunden sind (invasive Verfahren). Bei diesen Untersuchungen werden mit einer Hohlnadel kindliche Zellen aus der Plazenta, dem Fruchtwasser oder der Nabelschnur entnommen. Verletzungen des Fötus durch die Nadel sind sehr selten. Der Eingriff kann aber bei der Schwangeren Blutungen und Wehen auslösen, oder es kann Fruchtwasser abfließen.
Laut Statistik beträgt das Risiko einer Fehlgeburt bei der Chorionzottenbiopsie 0,5 bis 2 Prozent, bei der Fruchtwasseruntersuchung 0,5 bis 1 Prozent und bei der Nabelschnurpunktion 1 bis 3 Prozent. Das bedeutet, je nach Verfahren wird bei bis zu drei von 100 untersuchten Frauen durch die Untersuchung eine Fehlgeburt ausgelöst.


