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Die Schwangerschaft ist im Allgemeinen eine Phase intensiver Gefühle, Wünsche, Hoffnungen und auch Unsicherheiten. Und sicherlich möchten die meisten Schwangeren diese Zeit genießen: staunen und sich freuen, das heranwachsende Leben spüren und das Kind willkommen heißen. In guter Hoffnung sein bedeutet auch, auf die eigenen Kräfte zu vertrauen und darauf, dass das Leben mit Kindern bewältigt werden kann. Für viele gehört dazu auch der Wunsch nach einem gesunden Kind. Denn Gesundheit wird häufig mit Glück gleichgesetzt und Krankheit und Behinderung mit Leid. Dabei wird allerdings übersehen, dass Menschen mit einer Behinderung diese meist als etwas Selbstverständliches erleben, das zu ihnen gehört.
Die meisten Kinder kommen gesund zur Welt und die meisten Behinderungen entstehen erst im Laufe des Lebens und sind nicht von Anfang an da. Nur die wenigsten Behinderungen sind angeboren, und von diesen ist wiederum nur ein Teil vor der Geburt zu erkennen oder nur wenige davon zu heilen.
Vorsorge – und was darüber hinausgeht
In der Schwangerenvorsorge bei der Ärztin, beim Arzt oder bei der Hebamme wird die Entwicklung des Ungeborenen und der Verlauf der Schwangerschaft genau beobachtet, um rechtzeitig notwendige medizinische Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Gesundheit des Kindes oder der werdenden Mutter gefährdet ist.Darüber hinaus gibt es jedoch eine Reihe von Untersuchungen, mit denen gezielt nach Hinweisen auf eine mögliche Behinderung oder Fehlentwicklung des Kindes gesucht wird. Diese Untersuchungen werden unter dem Begriff Pränataldiagnostik zusammengefasst.
Manche werdende Eltern verbinden mit der Pränataldiagnostik die Hoffnung, ihr ungeborenes Kind vor einer Behinderung oder Krankheit schützen zu können. Dies ist aber häufig nicht der Fall. Viele Behinderungen und Entwicklungsstörungen können zwar mit pränataldiagnostischen Verfahren erkannt werden; eine Behandlung in der Schwangerschaft ist jedoch nur in den wenigsten Fällen möglich. Außerdem können die Untersuchungsergebnisse meist nur wenig über den Schweregrad und die Ausprägung einer möglichen Erkrankung aussagen, also darüber, wie ein Kind sein wird, wenn es geboren wird.
Entscheidungsfindung
Die Argumente, die für oder gegen pränataldiagnostische Untersuchungen sprechen, führen zu unterschiedlichen Entscheidungen. Vor allem für Frauen, die schon ein Kind verloren oder mehrere Fehlgeburten erlebt haben oder in deren Familie eine genetische Erkrankung vorliegt, kann dies eine große Beruhigung sein.
Andere Frauen dagegen erleben das Angebot der Pränataldiagnostik als belastend, weil es ihnen Entscheidungen über ihr Kind abfordern kann, die sie nicht treffen können oder wollen. Nicht alle Befunde sind immer eindeutig; dann können Folgeuntersuchungen notwendig sein. Dazu kann die Angst vor einer Fehlgeburt infolge der Untersuchungen kommen. Dies alles kann dazu führen, dass für die Betroffenen eine ruhige und unbelastete Schwangerschaft kaum noch möglich ist. Für schwangere Frauen und werdende Eltern, die pränataldiagnostische Untersuchungen in Erwägung ziehen, ist es hilfreich, sich vorher gut über die einzelnen Verfahren und die möglichen Konsequenzen zu informieren, um eine für sich angemessene Entscheidung treffen zu können.
Was kommt nach der Diagnostik?
In der Schwangerschaft gibt es nur selten Behandlungsmöglichkeiten, wenn eine Behinderung oder Beeinträchtigung des Kindes erkannt wurde. Deshalb erscheint ein Schwangerschaftsabbruch oftmals als einziger Ausweg. Die meisten Verfahren der Pränataldiagnostik können zudem erst ab der 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt haben viele Schwangere und ihre Partner bereits eine Beziehung zum Kind aufgebaut. Die Frage "Schaffe ich es, mit einem behinderten oder kranken Kind zu leben?" kann dann eine Krise auslösen. Deshalb ist es wichtig, sich bereits vor einer vorgeburtlichen Untersuchung zu fragen, welche Konsequenzen ein auffälliger Befund für das eigene Leben haben würde. Werdende Mütter und Väter tun gut daran, sich für diese Entscheidung genügend Zeit zu nehmen. Zur Klärung dieser Fragen ist es sinnvoll, sich in einer Schwangerschaftsberatungsstelle ausführlich beraten zu lassen.
Weiterführende Informationen
- kindergesundheit-info.de – Leben mit einem behinderten oder chronisch kranken Kind
Wenn ein Kind eine Behinderung hat oder chronisch krank ist, brauchen Eltern über therapeutische Leistungen hinaus Unterstützung im Alltag, die gut auffindbar ist.
(Recherchedatum: 04.11.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Können pränataldiagnostische Untersuchungen das Kind gefährden?
Ein gewisses Risiko für das Ungeborene besteht bei allen Verfahren der Pränataldiagnostik, die mit einem Eingriff verbunden sind (invasive Verfahren). Bei diesen Untersuchungen werden mit einer Hohlnadel kindliche Zellen aus der Plazenta, dem Fruchtwasser oder der Nabelschnur entnommen. Verletzungen des Fötus durch die Nadel sind sehr selten. Der Eingriff kann aber bei der Schwangeren Blutungen und Wehen auslösen, oder es kann Fruchtwasser abfließen.
Laut Statistik beträgt das Risiko einer Fehlgeburt bei der Chorionzottenbiopsie 0,5 bis 2 Prozent, bei der Fruchtwasseruntersuchung 0,5 bis 1 Prozent und bei der Nabelschnurpunktion 1 bis 3 Prozent. Das bedeutet, je nach Verfahren wird bei bis zu drei von 100 untersuchten Frauen durch die Untersuchung eine Fehlgeburt ausgelöst.
In welchem Fall ist ein straffreier Schwangerschaftsabbruch auch nach der 12. Schwangerschaftswoche noch möglich?
Ein Schwangerschaftsabbruch nach der 12. Woche nach der Empfängnis ist nur zulässig, wenn die Ärztin oder der Arzt „unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse die körperliche und seelische Gesundheit der Frau bedroht sieht und diese Gefahr nicht auf andere für die Frau zumutbare Weise abgewendet werden kann.“
Bei dieser sogenannten medizinischen Indikation setzt der Gesetzgeber keine zeitlichen Grenzen für die Zulässigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs. Nach der 16. Schwangerschaftswoche kann ein Abbruch jedoch nur noch durch Einleitung der Geburt vorgenommen werden. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto höhere Anforderungen werden daher an die medizinische Indikation für einen Abbruch gestellt. Dies gilt insbesondere ab der 22. bis 24. Schwangerschaftswoche, denn ab diesem Zeitpunkt könnte das Kind außerhalb des Mutterleibs lebensfähig sein.


