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Verläuft die Schwangerschaft problemlos und fühlt sich die Schwangere fit und gesund, spricht normalerweise nichts gegen leichte sportliche Betätigung. Im Gegenteil: Wenn sich die Mutter viel bewegt, bekommt auch das ungeborene Kind viel Sauerstoff. Bewegung und Sport können zudem Rückenschmerzen und Kreislaufproblemen vorbeugen. Wer körperlich fit ist, hat insgesamt meist weniger Beschwerden in der Schwangerschaft und erlebt auch die Geburt als leichter.
Allerdings ist nicht jeder Sport in der Schwangerschaft geeignet. Auch für Trainierte sind Sportarten mit schnellen Stopps und Drehungen, hoher Sturz- und Verletzungsgefahr sowie anspruchsvolle Kraft- und Dehnübungen nicht zu empfehlen. Ansonsten ist es nicht nur erlaubt, sondern auch sinnvoll, die Lieblingssportart in gemäßigter Form weiter zu betreiben. Wichtig ist, dass das Training nicht erschöpft. Es sollte beleben und Spaß machen!
Überanstrengung vermeiden, kein Risiko eingehen
Schwangere sollten körperliche Überanstrengung während der Schwangerschaft grundsätzlich vermeiden. Deshalb ist es wichtig, erste Signale des Körpers ernst zu nehmen, die anzeigen, dass es zu anstrengend wird. Wenn die Luft zum Atmen knapp wird oder die Pulsfrequenz 140 Schläge pro Minute übersteigt, ist es Zeit, eine Pause zu machen oder das Training zu beenden.
Frauen mit einer Risikoschwangerschaft müssen besonders vorsichtig sein – zum Beispiel bei einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko, Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Problemen während der Schwangerschaft. Am besten sprechen sie mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem Arzt, ob und in welcher Form sie sportlich aktiv sein können.
Wer sehr aktiv ist, sollte sich auch Entspannungspausen gönnen. In vielen Geburtsvorbereitungskursen werden Entspannungstechniken, für Schwangere geeignete Yogaübungen oder Qi Gong vermittelt. Solche Übungen können dabei helfen, Stress abzubauen und innere Ruhe zu finden. Wer sie gelernt hat, kann sie auch während der Geburt anwenden, um sich zwischen den Wehen zu entspannen und neue Kraft zu schöpfen.
Geeignete Sportarten
Während der Schwangerschaft eignen sich vor allem gemäßigtes Ausdauertraining sowie leichte Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen (Gymnastik). Walking, längere Spaziergänge und leichte Wanderungen verbessern die Sauerstoffversorgung und regen den Kreislauf an. Besonders empfehlenswert sind Schwimmen und Aquagymnastik. Beim sanften Training im Wasser fühlen sich selbst Hochschwangere wohl, denn der Körper wird durch den Auftrieb entlastet. Der Wasserdruck bewirkt zudem eine sanfte Massage.
Radfahren ist allenfalls bei holprigen Strecken mit Schlaglöchern bedenklich. Gegen Tai Chi, Qi Gong, Yoga oder Pilates ist ebenfalls nichts einzuwenden, wenn unter fachkundiger Anleitung geübt wird. Wichtig ist, mit der Trainerin oder dem Trainer zu besprechen, ob einzelne Übungen in der Schwangerschaft problematisch sein können.
Zu riskant für Mutter und Kind
Joggen während der Schwangerschaft gefährdet zwar nicht das Kind, die damit verbundenen Erschütterungen setzen aber die ohnehin schon stark strapazierte Wirbelsäule, den Beckenboden, die Hüften und die Knie großen Belastungen aus. Wegen der Sturzrisiken sind Inlineskaten und Reiten nicht zu empfehlen.
Während der Schwangerschaft tabu sind unter anderem Tauchen, schnelle Ballsportarten wie Squash, Bergwanderungen mit großen Höhenunterschieden, Abfahrtsski und natürlich jede Form von hartem Training etwa für einen Marathonlauf.
Weiterführende Informationen
- Sport und Schwangerschaft
Das Internetportal 'Sport und Schwangerschaft' der Deutschen Sporthochschule Köln mit vielen Informationen rund um das Thema.
(Recherchedatum: 04.11.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Besteht beim Baden in kalten Gewässern Gefahr für mein Baby?
Eine bestimmte Wassertemperatur ist für eine werdende Mutter beim Baden – ob im Meer, im Badesee oder Schwimmbad – weniger wichtig. Entscheidend ist, dass sie sich wohlfühlt und ihr Kreislauf stabil bleibt. Da der Kreislauf in der Schwangerschaft jedoch generell stärker belastet ist als normalerweise, sollten Schwangere sicherheitshalber immer in Begleitung baden.
Kann ein Bergurlaub im fünften Monat dem Baby schaden?
Grundsätzlich gilt das zweite Schwangerschaftsdrittel als die günstigste Zeit für eine Urlaubsreise in der Schwangerschaft. Auch gegen Reisen ins Gebirge ist nichts einzuwenden, solange es nicht zu hoch hinaus geht: Ab 2000 Metern besteht wegen des geringeren Sauerstoffgehalts der Luft die Gefahr, dass das ungeborene Kind zuwenig Sauerstoff bekommt.
Beim Wandern im Gebirge sollten große Anstrengungen vermieden werden, da das Herz-Kreislauf-System durch die Schwangerschaft ohnehin belastet Schwierige Höhenwege und Klettertouren verbieten sich, da ein möglicher Sturz oder Sprung Mutter und Kind gefährden kann.
Wichtig ist ein ausreichender UV-Schutz, denn die Sonneneinstrahlung ist im Gebirge intensiver als im Flachland. Abgesehen von der Sonnenbrandgefahr können UV-Strahlen die in der Schwangerschaft oft vermehrte Hautpigmentierung verstärken. Empfehlenswert sind Sonnencremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor, wichtig ist auch eine Kopfbedeckung zum Schutz vor Überhitzung und Sonnenstich.
Es fällt mir schwer, auf Sport zu verzichten. Wie aktiv kann ich während der Schwangerschaft noch sein?
Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft müssen gesunde Frauen nicht auf Sport verzichten. Allerdings sind Sportarten, die mit hoher Sturz- und Verletzungsgefahr, schnellen, abrupten Bewegungen und/oder Gegnerkontakt verbunden sind, sowie anspruchsvolle Kraft- und Dehnübungen auch für Trainierte nicht zu empfehlen.
Ansonsten ist es nicht nur erlaubt, sondern auch sinnvoll, die Lieblingssportart weiterhin zu betreiben – aber in angepasster, also moderater Form. Das Training sollte nie erschöpfen, sondern beleben und Spaß machen. Wichtig ist, erste Anzeichen von Überanstrengung ernst zu nehmen: Wird die Luft zum Atmen knapp oder steigt die Pulsfrequenz über 140 Schläge pro Minute, ist es Zeit, eine Pause zu machen oder das Training zu beenden.
Was hilft gegen Blasenschwäche?
Gegen Blasenschwäche hilft nachweislich am besten regelmäßiges Beckenbodentraining. Es wirkt sowohl vorbeugend als auch gegen bereits bestehende Beschwerden. Wichtig ist, die stark beanspruchten Muskeln des Beckenbodens schon in der Schwangerschaft zu trainieren und nach der Geburt mit speziellen Übungen wieder zu stärken.
Studien zeigen, dass ein Beckenbodentraining ab der 20. Schwangerschaftswoche das Risiko einer Blasenschwäche in der späteren Schwangerschaft und nach der Geburt erheblich verringert. Je intensiver das Beckenbodentraining ist, desto besser schützt es vor Beschwerden. Auch Frauen, die bereits vor ihrer Schwangerschaft eine Blasenschwäche hatten, kann ein solches Training helfen.
Voraussetzung für den Erfolg ist eine gute, möglichst individuelle Anleitung und Fortschrittskontrolle - und vor allem das tägliche Üben. Die meisten Übungen sind einfach und können unauffällig "nebenbei" im Alltag durchgeführt werden.
In vielen Geburtsvorbereitungskursen werden Grundlagen der Beckenbodengymnastik vermittelt. Nach der Geburt bieten Physiotherapeutinnen, Physiotherapeuten und Hebammen entsprechende Kurse im Rahmen der Rückbildungsgymnastik an. Auch Einzelstunden sind möglich.


