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Kurse zur Geburtsvorbereitung

Drei Frauen bei einem Geburtsvorbereitungskurz

Atem- und Entspannungstechniken, Beckenbodenübungen und Antworten auf viele Fragen rund um die Geburt und die erste Zeit mit Kind: Geburtsvorbereitungskurse sind mehr als Gymnastik.


Bei aller Vielfalt der Angebote haben Geburtsvorbereitungskurse stets das gleiche Ziel: Frauen in der Schwangerschaft zu begleiten und sie umfassend auf die Geburt und die erste Zeit danach vorzubereiten. Die Kurse vermitteln grundlegendes Wissen über die Schwangerschaft und die Geburt. Die einzelnen Phasen der Geburt werden genau erläutert und Möglichkeiten vorgestellt, wie man den Geburtsvorgang erleichtern kann. 

Unterschiedliche Schwerpunkte

Neben klassischen Geburtsvorbereitungskursen gibt es spezielle Angebote wie Schwangerschaftsgymnastik, Schwimmen, Yoga, Meditation und Bauchtanz für Schwangere.

In der Regel werden Geburtsvorbereitungskurse für Paare angeboten, aber es gibt auch Kurse für Schwangere ohne Partner oder für Frauen, die bereits Kinder haben. In Kursen für Paare lernen auch die werdenden Väter, wie sie ihre Partnerin während der Schwangerschaft und bei der Geburt unterstützen können. In vielen Kursen werden Geburtsfilme gezeigt, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine konkrete und realistische Vorstellung von der Geburt bekommen.

Bevor Schwangere oder werdende Eltern sich für einen Geburtsvorbereitungskurs entscheiden, sollten sie sich über die Schwerpunkte der angebotenen Kurse informieren und überlegen, welche Inhalte ihnen besonders wichtig sind. Sinnvoll sind Kurse, die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Übungen bieten. Wichtig ist auch, dass der Kurs Raum für eigene Fragen und Erfahrungsaustausch bietet.

Im Einklang mit dem Körper

Ein wichtiger Aspekt der Geburtsvorbereitung sind Übungen zur Körperwahrnehmung. Dabei geht es zunächst darum, die an der Geburt beteiligten weiblichen Organe wie den Muttermund und den Beckenboden zu erspüren und ihre Funktion während der Geburt zu verstehen. Im nächsten Schritt werden Techniken eingeübt, einzelne Muskelpartien gezielt anzuspannen und zu entspannen.

Schwangere lernen auf diese Weise, wie sie den Geburtsvorgang durch Konzentration, Atmung und Entspannung fördern und für sich erleichtern können. Wer zum Beispiel gelernt hat, Entspannungstechniken anzuwenden, kann sich auch in der Stresssituation Geburt leichter entspannen, Verkrampfungen und Ängste abbauen und so auch das Schmerzempfinden beeinflussen.

Entscheidungshilfen

Zu einem Geburtsvorbereitungskurs gehören auch Informationen über die verschiedenen Geburtsorte (Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt). Oft steht auch die Besichtigung eines Kreißsaals oder Entbindungszimmers auf dem Programm.

Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Gebärhaltungen und Möglichkeiten zur Schmerzlinderung werden besprochen, und es wird darüber informiert, welche Klinik welche Methoden anbietet. Dies kann Schwangeren und werdenden Eltern bei der Entscheidung helfen, wo und wie die Geburt stattfinden soll.

Ob die Geburt dann tatsächlich nach den Wünschen der werdenden Eltern verlaufen kann, hängt allerdings nicht von nur von guter Vorbereitung ab. Sich darüber klar zu werden, dass auch vieles anders kommen kann als geplant, schützt vor zu hohen Erwartungen und Enttäuschungen.

Tipps für die Zeit nach der Geburt

Geburtsvorbereitungskurse befassen sich nicht nur mit Schwangerschaft und Geburt, sondern auch mit der ersten Zeit danach. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Informationen und Tipps zum Wochenbett, zur Pflege des Neugeborenen und zum Stillen. Sie erfahren, wie sich der Körper der Mutter nach der Geburt erneut verändert und wie sich die beteiligten Organe zurückbilden. Zusätzlich werden Übungen zur Straffung der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur gezeigt.

Geburtsvorbereitungskurse bieten die Möglichkeit, andere Schwangere und werdende Eltern kennenzulernen. Dies ist nicht nur wichtig für den Erfahrungsaustausch während der Schwangerschaft. Kontakte, die im Laufe des Kurses entstehen, lassen sich vielleicht über die Geburt hinaus aufrechterhalten. Dies kann Müttern und Vätern helfen, sich in ihrer neuen Situation als Eltern besser zurechtzufinden.

Was die Krankenkasse zahlt

Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für 14 Stunden (sieben Doppelstunden) für Schwangere, nicht aber für werdende Väter. Die Kurse müssen in der Regel von einer Hebamme oder einer Physiotherapeutin geleitet werden. Bevor man sich zu einem Kurs anmeldet, ist es ratsam, sich genau nach den Leistungen der eigenen Krankenkasse zu erkundigen.

Informationen erhält man nicht nur direkt bei den Krankenkassen, sondern auch bei Hebammen-Netzwerken, Gesundheitsämtern, in gynäkologischen Praxen, Kliniken und Geburtshäusern.

Kursangebote und Anmeldung

Geburtsvorbereitungskurse werden von verschiedenen Trägern oder Fachleuten angeboten. Unter anderem von:

  • Hebammen,
  • Geburtsvorbereiterinnen,
  • Frauenarztpraxen,
  • Fachkräften aus der Physiotherapie,
  • Familienbildungsstätten,
  • Gesundheitsämtern,
  • Gesundheitszentren,
  • Frauenzentren.

Auch Volkshochschulen und manche Fitness-Studios bieten Geburtsvorbereitungskurse an.

Geburtsvorbereitungskurse finden vorwiegend in kleinen Gruppen statt. Es gibt Kompaktseminare an nur einem Wochenende und Kurse, die über einen längeren Zeitraum einmal in der Woche stattfinden. Es ist ratsam, sich bereits ab dem dritten oder vierten Schwangerschaftsmonat anzumelden, da die Kurse meistens schnell belegt sind.

Weiterführende Informationen

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Häufig gestellte Fragen

Was kann ich tun, um einen Dammriss zu vermeiden?

Um einem Dammriss vorzubeugen, wird eine regelmäßige Massage des Dammgewebes empfohlen. Schwangere können vor allem in den letzten sechs Wochen vor der Geburt täglich den Dammbereich und die Schamlippen mit einem naturbelassenen Öl (zum Beispiel Weizenkeim-, Jojoba- oder Olivenöl) in kreisenden Bewegungen massieren, um das Gewebe sanft zu lockern und zu dehnen.

Zur leichten Dehnung des Scheideneingangs können ein oder mehrere Finger in die Scheide eingeführt werden, um dann das Gewebe vorsichtig Richtung After zu dehnen. Es wird empfohlen, dabei in die Hocke zu gehen oder sich mit angezogenen Beinen hinzulegen. Diese Übung kann das Gefühl für die Scheide und den Beckenboden fördern und helfen, während der Geburt besser zu entspannen.

Was kann ich gegen Angst vor der Geburt tun?

Einen gewissen Respekt vor der Geburt zu haben, ist normal und auch sinnvoll. Denn angesichts unsicherer Situationen mobilisiert der Körper im entscheidenden Moment alle verfügbaren Kräfte. Zu viel Angst allerdings führt zu Verspannungen, was die Schmerzen verstärken und den Geburtsverlauf verzögern kann.

Um Ängste zu mindern, kann es helfen, sich vorher die Klinik und den Kreißsaal anzuschauen, sich mit einer Hebamme zu beraten und an einem Geburtsvorbereitungskurs teilzunehmen. Wer in etwa über den Verlauf einer Geburt Bescheid weiß und Atem- und Entspannungstechniken zur Schmerzbewältigung gelernt hat, fühlt sich wahrscheinlich sicherer. Beruhigend ist außerdem, zu wissen, dass in jedem Kreißsaal wirksame Möglichkeiten zur Schmerzlinderung zur Verfügung stehen.

Bei besonders starker, kaum noch zu bewältigender Angst vor der Geburt ist es ratsam, rechtzeitig fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Hebamme, die Frauenärztin oder der Frauenarzt können auch spezielle psychotherapeutische Unterstützung vermitteln.

Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Übungswehen und Geburtswehen?

In den letzten Wochen vor der Geburt treten ab und an sogenannte Vor- oder Übungswehen auf. Dabei wird der Bauch meist rund und hart, was von einem leichten, ziehenden Schmerz im Unterbauch begleitet sein kann. Häufig melden sich Übungswehen in unregelmäßigen Abständen abends für zwei bis drei Stunden und hören dann wieder auf.

Im Gegensatz dazu verschwinden Geburtswehen nicht wieder, sondern werden regelmäßiger, dauern länger und kommen in immer kürzeren Abständen. Bei diesen stärkeren Wehen strahlt der Wehenschmerz häufig vom Rücken nach vorne in den Bauch und bis in die Oberschenkel aus.

Wenn die Wehen länger als eine Stunde in Abständen von etwa zehn Minuten auftreten, wird es allmählich Zeit für die Fahrt in die Klinik, das Geburtshaus oder für den Anruf bei der Hebamme zur Hausgeburt. Nur in seltenen Fällen besteht Grund zur Hektik: Beim ersten Kind dauert die Geburt meist zwischen sechs und zwölf Stunden.

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