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Nina: "Auf die nächste Geburt würde ich mich anders vorbereiten"

Nina Z., 31 Jahre, aus München, hat im Juni 2004 Luisa, ihr erstes Kind, geboren. Sie berichtet, wie sie sich auf die erste Geburt vorbreitet hat - und was sie heute anders machen würde.


Hilfreiche Informationen

Ein paar Wochen vor der Geburt von Luisa haben mein Mann und ich an einem Wochenende einen Geburtsvorbereitungskurs an einer Klinik gemacht. Aber nicht an der Klinik, in der ich entbunden habe. Meine Geburtsklinik hatte keinen Kurs angeboten. Ich habe dort den Kurs gebucht, wo ich auch Schwangerschaftsgymnastik gemacht habe. Ich habe mir den Kurs aus dem Bauch heraus ausgesucht.

Ich fand ganz gut, dass uns erzählt wurde, wie eine Geburt überhaupt abläuft, wie eine Geburt in der Klinik normalerweise abläuft und wann wir in die Klinik müssen. Gut war auch, dass uns der Geburtsablauf genau erklärt wurde: die Phasen, wie lange die Geburt ungefähr dauert und auf was wir uns einstellen müssen. Wir haben ein Geburtsvideo von der Frau gesehen, die den Kurs gehalten hat. Ich fand gut, dass die Leiterin das Video, also die Geburt ihres Kindes, kommentiert hat. Sie erzählte uns, was sie so in den einzelnen Phasen empfunden hat. Es war auch gut für mich, zusammen mit Wolfgang, meinem Mann, die Wehenatmung zu üben. Er wusste dann bei der Geburt einfach, um was es geht, wie was theoretisch abläuft und kannte auch die Phasen der Geburt. Nach dem Wochenende hatte ich das Gefühl, dass ich weiß, was mich erwartet und dass ich gut für die Geburt gerüstet bin.

Alles anders

Aber jetzt, im Nachhinein würde ich einiges anders machen. Mit der theoretischen Vorbildung, die ich hatte, wusste ich zwar, was passiert, aber der fast rein theoretische Hintergrund war für mich einfach nicht genug. Ich habe den Schmerz eindeutig unterschätzt - kann man ja nur unterschätzen. Die Atmung allein zu lernen war nicht genug. Und am Anfang konnte ich die Wehen ja auch noch veratmen, aber in der Geburtssituation dann eben nicht mehr.

Atmung und Entspannung

Jetzt würde ich ganz genau nach dem Programm des Geburtsvorbereitungskurses fragen und nach dem Raum, den die einzelnen Blöcke innerhalb des Kurses einnehmen. Auch weiß ich jetzt, dass es besser für mich gewesen wäre, wenn ich einen längeren Kurs besucht hätte, vor allem eben wegen der Atmung. Während des Kurses hat die Atmung sehr gut geklappt, während der Geburt jedoch gar nicht. Ich war total verkrampft. Ich hatte eine eingeleitete Geburt, da sollen die Wehen ja stärker und in kürzeren Abständen kommen, meine Verkrampfung lag vielleicht auch daran. Aber ich denke, wenn ich einen längeren Kurs gemacht hätte, hätte ich die Atmung auch besser lernen können. Die geübte Atmung muss einfach in Fleisch und Blut übergehen. In einem Langzeitkurs hätte ich die Entspannungstechniken durch kontinuierliches Üben bestimmt besser gelernt, ich wäre dann einfach vertrauter mit der Technik gewesen. Langzeit wäre für mich auch besser gewesen wegen der Schmerzbewältigungsstrategien.

Yoga und Gymnastik

Vielleicht hätte ich sogar einen Yoga-Entspannungskurs machen sollen. Ich war zwar in einem Yogakurs für Schwangere, aber der Kurs war mir zu esoterisch, wir haben ein paar Atemübungen gemacht, aber sonst war mir das einfach zu viel Gerede, von wegen Aura reinigen etc. Das war eben nicht mein Ding. Ich hatte mich im Vorfeld nicht erkundigt, wo die Hauptaspekte dieses Kurses liegen, und dann bin ich auch nicht auf die Idee gekommen, mir einen anderen Kurs zu suchen. Beckenbodenlockerungsgymnastik hätte ich auch machen sollen. Übungen zur Lockerung des Beckenbodens hab ich nicht gemacht, weil sie mir zu kompliziert und umständlich erschienen.

Hebammen für alle

Ich hatte auch keine begleitende Hebamme in der Geburtsvorbereitung. Würde ich heute auch anders machen. Im Nachhinein denke ich, dass es gut gewesen wäre, wenn ich von einer Hebamme Tipps bekommen hätte. Aber ich dachte ja, Hebammen würden nur Komplikations-Schwangerschaften begleiten oder eben Frauen, die eine Hausgeburt planen. Mit Hebammen habe mich überhaupt nicht beschäftigt, weil ich eine völlig problemlose Schwangerschaft hatte und in die Klinik wollte.

Alles Quatsch?

Ich wusste zwar von den Dingen, hatte eigentlich auch genug gelesen, dachte aber, das alles sei Quatsch. Heute würde ich alles machen, was mir verspricht die Geburt zu erleichtern: Akupunktur, Yoga-Zentrum, Dampfbäder, Himbeerblättertee trinken etc.


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Häufig gestellte Fragen

Helfen Dampfsitzbäder als Vorbereitung auf die Geburt?

Wissenschaftlich ist zwar nicht erwiesen, ob Dampfsitzbäder helfen, das Dammgewebe auf die Geburt vorzubereiten. Dennoch werden sie  von vielen Hebammen empfohlen, um das Gewebe geschmeidiger und weicher zu machen.Damit ist die Hoffnung verbunden, dass Dampfsitzbäder einem Dammriss vorbeugen oder helfen, einen Dammschnitt zu vermeiden.

Empfohlen werden Dampfsitzbäder mit Heublumen oder Lindenblüten ab der 38. Schwangerschaftswoche einmal in der Woche. Dazu werden die Blüten in eine Plastikschüssel oder -wanne mit kochendem Wasser gegeben. Nachdem das Wasser etwas abgekühlt ist, kann man das Gefäß zum Beispiel in die Toilettenschüssel stellen und sich darüber setzen.

Was kann ich tun, um einen Dammriss zu vermeiden?

Um einem Dammriss vorzubeugen, wird eine regelmäßige Massage des Dammgewebes empfohlen. Schwangere können vor allem in den letzten sechs Wochen vor der Geburt täglich den Dammbereich und die Schamlippen mit einem naturbelassenen Öl (zum Beispiel Weizenkeim-, Jojoba- oder Olivenöl) in kreisenden Bewegungen massieren, um das Gewebe sanft zu lockern und zu dehnen.

Zur leichten Dehnung des Scheideneingangs können ein oder mehrere Finger in die Scheide eingeführt werden, um dann das Gewebe vorsichtig Richtung After zu dehnen. Es wird empfohlen, dabei in die Hocke zu gehen oder sich mit angezogenen Beinen hinzulegen. Diese Übung kann das Gefühl für die Scheide und den Beckenboden fördern und helfen, während der Geburt besser zu entspannen.

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