Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)
Schwangerschaftsdiabetes oder Gestationsdiabetes ist eine milde Form des Diabetes mellitus, die nur während einer Schwangerschaft auftritt. Bei der Stoffwechselerkrankung Diabetes ist der Blutzuckerspiegel erhöht. Da ein Schwangerschaftsdiabetes nur selten Beschwerden verursacht, bleibt er oft unbemerkt. Auslöser ist der veränderte Hormonhaushalt, der auch den Zuckerstoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen kann. Bei übergewichtigen und familiär vorbelasteten Frauen ist das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes höher als bei anderen werdenden Müttern.
Erhöhte Blutzuckerwerte der Mutter können sich auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirken: Die Reifung der Organe, speziell der Lunge, kann sich verzögern. Auch die Entwicklung des Mutterkuchens kann gestört sein, sodass das Ungeborene nicht richtig versorgt wird. Meist werden die Kinder jedoch sehr groß und übergewichtig, was bei der Geburt zu Problemen führen kann.
Werdende Mütter mit Schwangerschaftsdiabetes haben ein erhöhtes Risiko, eine Gestose zu entwickeln. Sie sind außerdem anfälliger für Harnwegsinfektionen, Blasen- und Nierenbeckenentzündungen.
Wegen der möglichen Komplikationen für Mutter und Kind ist es wichtig, dass ein Schwangerschaftsdiabetes früh erkannt und behandelt wird. Häufig wird Frauen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche zu einem Test auf Diabetes (Zuckerbelastungstest) geraten.
Bei einem Schwangerschaftsdiabetes ist eine medizinische Betreuung und Überwachung der Schwangerschaft notwendig. Die meisten Frauen können ihre Blutzuckerwerte durch eine Ernährungsumstellung und viel Bewegung normalisieren. Nur selten ist eine Behandlung mit Insulin erforderlich.
Weiterführende Informationen
- Informationen zu Schwangerschaftsdiabetes
Das Deutsche Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bietet auf seinen Internetseiten weiterführende Informationen zum Thema Schwangerschaftsdiabetes: Ursachen und Verlauf der Erkrankung werden ebenso beschrieben wie Diagnose und Therapie.
(Recherchedatum: 04.11.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Meine Füße und Hände sind abends oft stark geschwollen. Ist das ein Problem?
Ursache für geschwollene Hände und Füße sind meist Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Sie können zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten, besonders häufig aber in den letzten Schwangerschaftswochen. Normalerweise sind Ödeme kein Grund zur Sorge. Sie können jedoch auch Anzeichen für eine Präeklampsie sein. Deshalb ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Dann kann festgestellt werden, ob es weitere Symptome einer Präeklampsie gibt, etwa eine rasche Gewichtszunahme (mehr als ein Kilogramm pro Woche), Bluthochdruck und erhöhte Eiweißkonzentration im Urin.
Wechselduschen, leichte Massagen und das Hochlagern der Beine können bei geschwollenen Beinen Linderung verschaffen. Sehr wichtig ist, genügend zu trinken, um den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Schadstoffen zu fördern. Obst, Gemüse und besonders Kartoffeln helfen, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen.
Stimmt es, dass ich in der Schwangerschaft für zwei essen kann?
In der Schwangerschaft braucht eine Frau mehr Nährstoffe als sonst, damit das ungeborene Kind ausreichend versorgt wird und sich gesund entwickeln kann. Da ist es nur natürlich, dass Schwangere auch mehr Appetit haben. Die Vorstellung, „für zwei“ essen zu müssen oder zu dürfen, ist allerdings überholt.
Der zusätzliche Energiebedarf des Ungeborenen liegt bei etwa 200 bis 300 Kilokalorien pro Tag. Das entspricht etwa einem halben Liter Milch oder einem Käsebrot. Da der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in der Schwangerschaft steigt, ist es besonders wichtig, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Dies lässt sich normalerweise durch einen abwechslungsreichen Speiseplan mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten erreichen. Extra-Portionen sind nicht nötig.
Eine häufig zu lesende Empfehlung ist, dass die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft etwa zehn bis 15 Kilogramm betragen sollte. Solche Angaben sind jedoch nur ungefähre Richtwerte: So wie jede Schwangerschaft anders verläuft, variiert auch die Gewichtszunahme von Frau zu Frau. Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird das Gewicht kontrolliert. Solange dabei keine zu geringe oder übermäßige Gewichtszunahme festgestellt wird, braucht man sich um das Gewicht keine Gedanken zu machen.
Deckt eine vegetarische Ernährung den Nährstoffbedarf für Mutter und Kind?
Eine vielseitige vegetarische Ernährung, die Milch, Milchprodukte und Eier enthält, deckt in der Regel den Nährstoff- und Vitaminbedarf ebenso wie eine Ernährung mit Fleisch.
Vegetarierinnen sollten aber besonders darauf achten, dass sie ausreichend Eisen, B-Vitamine und Eiweiß zu sich nehmen. Eine Ernährungsberatung kann Tipps zu einer ausgewogenen vegetarischen Ernährung während der Schwangerschaft geben. Im Zweifel ist es sinnvoll, sich ärztlich beraten zu lassen. Falls ein Vitamin- oder Eisenmangel besteht, wird die Ärztin oder der Arzt dies feststellen und bei Bedarf ein Nahrungsergänzungsmittel verschreiben.


