Röteln
Röteln gehören zu den harmlosen Kinderkrankheiten. Erkrankt allerdings eine Frau in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft an Röteln, kann dies zu einer Fehlgeburt oder zu schweren Schäden beim ungeborenen Kind führen.
Bei den Röteln handelt es sich um eine sehr ansteckende Viruserkrankung, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Typisches Erkennungszeichen ist neben anderen Begleitsymptomen wie Fieber das Auftreten kleiner roter Flecken im Gesicht und auf dem Rumpf. Da schon eine Ansteckungsgefahr besteht, bevor sich Symptome zeigen, ist ein Schutz durch Kontaktvermeidung mit einer infizierten Person kaum möglich. Den besten Schutz bietet eine Erkrankung in der Kindheit – denn wer einmal Röteln hatte, ist lebenslang geschützt. Frauen mit Kinderwunsch, die nicht immun sind, sollten sich rechtzeitig gegen Rötelviren impfen lassen. Eine Impfung in der Schwangerschaft ist nicht mehr möglich, da sie dem Ungeborenen schaden kann.
Wenn eine werdende Mutter in den ersten drei bis vier Monaten der Schwangerschaft an Röteln erkrankt, kann sie die Infektion auf das Ungeborene übertragen. Je früher das Kind infiziert wird, desto größer ist die Gefahr einer Fehl- oder Frühgeburt sowie das Risiko, dass es Fehlbildungen an Augen, Ohren oder am Herzen davonträgt. Nach dem vierten Monat ist eine Infektion des Ungeborenen zwar auch noch möglich, aber weniger riskant, da die Entwicklung der Organe im Wesentlichen abgeschlossen ist.
Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung wird durch einen Bluttest festgestellt, ob die Schwangere gegen Röteln immun ist. Der sogenannte Röteln-Titer zeigt an, ob ausreichend Antikörper gegen die Viren vorhanden sind: Liegt der Wert bei 1:32 oder darüber, hat die Schwangere ausreichenden Schutz. Liegt er bei 1:16 oder darunter und kommt die Schwangere mit einer infizierten Person in Kontakt, kann durch eine passive Impfung mit dem Abwehreiweiß Immunglobulin versucht werden, eine Infektion zu verhindern.
Beratungsstellensuche
Häufig gestellte Fragen
Ich bin in der achten Woche schwanger und habe leichte Blutungen. Besteht Gefahr für mein Kind?
Leichte Blutungen sind in der Frühschwangerschaft nicht selten. Oft sind sie ein Zeichen dafür, dass sich der Körper noch nicht vollständig auf die Schwangerschaft umgestellt hat. Auch kleine Verletzungen am gut durchbluteten Muttermund – zum Beispiel durch Geschlechtsverkehr oder gynäkologische Untersuchungen – können sogenannte Schmierblutungen auslösen. Sie sind in der Regel harmlos.
Stärkere Blutungen – vor allem, wenn sie mit Schmerzen verbunden sind – können aber auch ein Hinweis auf eine drohende Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft sein. Deshalb sollten Blutungen in der Schwangerschaft immer ärztlich abgeklärt werden.
Ich bade gern ausgiebig und möglichst warm. Können dadurch frühzeitig Wehen ausgelöst werden?
Falls bereits vorzeitige Wehen eingesetzt haben, können sie durch ein warmes Bad tatsächlich verstärkt werden. Liegen jedoch keine Anzeichen für "echte" vorzeitige Wehen oder einen Blasensprung vor, löst ein warmes Vollbad auch keine geburtsaktiven Wehen aus. Sogenannte Übungs- oder Vorwehen werden durch die Entspannung im warmen Wasser sogar schwächer.
Kann es meinem Kind schaden, wenn ich großen Ärger oder Stress habe?
Starke Gefühle – ob positiv oder negativ – regen die Produktion des „Stresshormons“ Adrenalin und anderer Substanzen im Körper an. Sie gelangen über die Plazenta auch ins Blut des ungeborenen Kindes. Ist die Mutter nervös, kann auch das Kind nervös werden: Es macht sich durch Tritte und Stöße bemerkbar oder dreht sich im Bauch hin und her. Gewöhnlicher Alltagsstress ist aber kein Grund zur Beunruhigung.
Man weiß zwar inzwischen, dass große Gefühlsbelastungen das Ungeborene beeinflussen und das Risiko einer Frühgeburt erhöhen können. Aber es kommt entscheidend darauf an, wie eine werdende Mutter mit belastenden Situationen umgeht. Sie kann darauf achten, sich allzu starkem Druck so gut wie möglich zu entziehen und bei Stress für Ausgleich und Entspannung zu sorgen.
Natürlich lassen sich Stress und Ärger während der neun Monate einer Schwangerschaft nicht vollständig vermeiden. Das bedeutet aber nicht, dass das Kind durch jede Belastung Schaden nimmt: Die meisten Kinder kommen selbst nach schwierigen Schwangerschaften gesund zur Welt und entwickeln sich normal.


