Ringelröteln
Ringelröteln sind eine weit verbreitete Viruserkrankung. Der Erreger wird durch die Luft oder durch Gegenstände übertragen, an denen das Virus haftet. 65 bis 80 Prozent der Bevölkerung sind gegen das auslösende Parvovirus B 19 immun, bei Schwangeren geht man von etwa 70 Prozent aus. Symptome der Krankheit, die meist bei Kleinkindern auftritt, sind rote Wangen, ein girlandenförmiger Ausschlag am Körper, leichtes Fieber, Müdigkeit, Unwohlsein und Gelenkentzündungen. Ein Viertel der Menschen, die sich angesteckt haben, zeigt allerdings keine Krankheitszeichen.
Nach Schätzungen liegt das Infektionsrisiko bei 10 von 1000 Schwangeren. Etwas weniger als ein Drittel der Frauen, die sich während der Schwangerschaft angesteckt haben, übertragen das Virus auf ihr Kind (also 3 der 10 Frauen). Die Infektion kann durch eine Blutuntersuchung auf Antikörper nachgewiesen werden.
Bei einer Infektion des Kindes in der frühen Schwangerschaft ist das Risiko einer Fehlgeburt hoch. Erfolgt die Infektion zwischen der 10. und 20. Woche, kommt es einige Wochen später bei 5 bis 10 Prozent der Schwangerschaften zu einer ernsten Gefährdung des Kindes (Blutarmut, Wasseransammlung in der Bauchhöhle des Kindes). Dies ist mit regelmäßigem Ultraschall erkennbar und kann mit einer Bluttransfusion über die Nabelvene meist erfolgreich behandelt werden. In der zweiten Schwangerschaftshälfte besteht kaum noch eine Gefahr für Schädigungen des Kindes.
Über 90 Prozent der Infektionen verlaufen problemlos: Nach der überstandenen Infektion ist das Kind bei der Geburt gesund, es sind keine späteren Schäden zu befürchten.
Da bei Schwangeren, die in der eigenen Familie oder beruflich Kontakt mit kleinen Kindern haben, ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, kann es sinnvoll sein, vor Beginn einer Schwangerschaft klären zu lassen, ob man gegen Ringelröteln immun ist. Eine Impfung, die vor einer Ansteckung schützt, gibt es allerdings nicht. Eine fehlende Immunität sollte dann zu besonderer Aufmerksamkeit und Vorsicht führen. Der Test ist keine Kassenleistung.
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Häufig gestellte Fragen
Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?
In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.
Ich bade gern ausgiebig und möglichst warm. Können dadurch frühzeitig Wehen ausgelöst werden?
Falls bereits vorzeitige Wehen eingesetzt haben, können sie durch ein warmes Bad tatsächlich verstärkt werden. Liegen jedoch keine Anzeichen für "echte" vorzeitige Wehen oder einen Blasensprung vor, löst ein warmes Vollbad auch keine geburtsaktiven Wehen aus. Sogenannte Übungs- oder Vorwehen werden durch die Entspannung im warmen Wasser sogar schwächer.
Meine Füße und Hände sind abends oft stark geschwollen. Ist das ein Problem?
Ursache für geschwollene Hände und Füße sind meist Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Sie können zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten, besonders häufig aber in den letzten Schwangerschaftswochen. Normalerweise sind Ödeme kein Grund zur Sorge. Sie können jedoch auch Anzeichen für eine Präeklampsie sein. Deshalb ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Dann kann festgestellt werden, ob es weitere Symptome einer Präeklampsie gibt, etwa eine rasche Gewichtszunahme (mehr als ein Kilogramm pro Woche), Bluthochdruck und erhöhte Eiweißkonzentration im Urin.
Wechselduschen, leichte Massagen und das Hochlagern der Beine können bei geschwollenen Beinen Linderung verschaffen. Sehr wichtig ist, genügend zu trinken, um den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Schadstoffen zu fördern. Obst, Gemüse und besonders Kartoffeln helfen, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen.


