HIV
Wenn eine werdende Mutter HIV-positiv ist, bedeutet das nicht automatisch, dass sich auch das Ungeborene infiziert. Wenn die Erkrankung der Schwangeren rechtzeitig bekannt ist, lässt sich eine Ansteckung meist vermeiden.
Wenn eine HIV-positive Frau während der Schwangerschaft medikamentös behandelt wird, per Kaiserschnitt entbindet und ihr Kind nicht stillt, ist die Gefahr einer Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind gering. Heute sind bei der Geburt weniger als fünf Prozent der Kinder von HIV-infizierten Müttern selbst infiziert.
HIV-Tests werden im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen angeboten, jedoch nur mit dem Einverständnis der Schwangeren durchgeführt. Die Kosten für den Test werden von der Krankenkasse übernommen. Im Mutterpass wird nur die Durchführung vermerkt, nicht das Ergebnis. Im Falle eines positiven Ergebnisses ist es wichtig, dass sich die Schwangere nach Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt in fachlich spezialisierte medizinische Behandlung begibt.
Weiterführende Informationen
- BZgA-Portal und Online-Beratung zu HIV/AIDS
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert auf einer speziellen Website umfassend über HIV/AIDS und bietet auch eine Online-Beratung an.
(Recherchedatum: 27.10.2011) - HIV-Test in der Schwangerschaft
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) informiert in einem Merkblatt zu HIV/AIDS und zum HIV-Test in der Schwangerschaft.
(Recherchedatum: 04.11.2011) - Deutsche Aids-Hilfe
Auf der Website der Deutschen Aids-Hilfe finden sich unter www.aidshilfe.de/de/leben-mit-hiv vielfältige Informationen zum Leben mit HIV. Hier kann man auch die viersprachige Broschüre „Positiv schwanger“ kostenlos herunterladen. Die Broschüre informiert über die wichtigsten Aspekte von Schwangerschaft und Geburt mit HIV. (Recherchedatum: 22.02.2012)
(Recherchedatum: 22.02.2012)
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Häufig gestellte Fragen
Stimmt es, dass Frauen in der Schwangerschaft mehr Lust auf Sex haben?
In der Schwangerschaft wird die gesamte Beckenregion durch den erhöhten Östrogenspiegel besser durchblutet. Das Scheidengewebe und die Schamlippen schwellen dadurch leicht an, und es wird mehr Scheidensekret gebildet. Auch die Brustwarzen sind empfindlicher.
Das Anschwellen der Geschlechtsorgane macht diese berührungsempfindlicher. Dies kann mit einer stärkeren sexuellen Erregbarkeit verbunden sein. Es kann aber auch dazu führen, dass die Lust abnimmt, weil Berührungen als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden.
Wie sich die Schwangerschaft auf die sexuelle Lust auswirkt, ist von Frau zu Frau sehr verschieden. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: zum Beispiel Beschwerden wie Übelkeit und Müdigkeit oder ob sich eine Frau in ihrem schwangerschaftsbedingt üppigeren Körper attraktiv fühlt oder nicht.
Schadet es meinem ungeborenen Kind, wenn ich in der Schwangerschaft Geschlechtsverkehr habe?
Es gibt nur sehr wenige Risikofaktoren, die eine Einschränkung des Geschlechtsverkehrs während der Schwangerschaft nahe legen. Dazu gehören Anzeichen einer drohenden Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft oder eine zu tief sitzende Plazenta. Auch bei Mehrlingsschwangerschaften in den letzten Wochen vor der Geburt oder bei Anzeichen vorzeitiger Wehen ist Vorsicht geboten. Treten nach dem Geschlechtsverkehr immer wieder Blutungen auf, sollte die Schwangere die Ärztin oder den Arzt um Rat fragen.
Abgesehen von diesen Fällen gibt es keinen Grund, warum eine Schwangere keinen Sex haben sollte. Die Außenschichten der Fruchtblase halten auch starken Druck von außen aus. Da das Ungeborene zudem im Fruchtwasser schwimmt, wird es auch bei Stößen und Erschütterungen nicht verletzt.
Eine Infektion des ungeborenen Kindes durch Geschlechtsverkehr ist für gewöhnlich ausgeschlossen: Der Schleimpfropf, der den Muttermund versiegelt, macht das Eindringen von Bakterien und Keimen in den Uterus unmöglich. Allerdings sind Geschlechtskrankheiten wie eine Chlamydien-Infektion, Herpes, Tripper oder AIDS eine Gefahr für das ungeborene Kind. Zum Schutz von Mutter und Kind sollten hier unbedingt Kondome verwendet werden.

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