Herpes genitalis
Herpes genitalis ist eine auch in Deutschland weit verbreitete, sexuell übertragbare Virusinfektion. Sie wird durch die Herpes simplex-Viren Typ 1 und Typ 2 ausgelöst. Die Herpesviren vom Typ 2 befallen vor allem den Penis, die Scheide und den Analbereich. Typ-1-Viren verursachen meist Lippenherpes (Herpes labialis). Die Typ-2-Viren werden in erster Linie durch Sexualkontakte übertragen. Einen gewissen Schutz vor Ansteckung bieten Kondome.
Zur Erstinfektion mit Herpes genitalis kommt es häufig in der Pubertät, wenn die ersten sexuellen Beziehungen ausgelebt werden. Sie zeigt sich hauptsächlich an den Geschlechtsorganen durch Rötungen, Bläschen und Juckreiz oder Schmerzen. Lymphdrüsenschwellungen und Fieber sind eine häufige Begleiterscheinung. Herpesbläschen sondern eine Flüssigkeit ab, die Viren enthält. Über Hautkontakt können sie in den Körper des Partners gelangen (sogenannte Schmierinfektion).
Einmal Herpes – immer Herpes
Herpes ist nicht heilbar, die Viren bleiben lebenslang im Körper. Besonders wenn die Immunabwehr des Körpers geschwächt ist, können Herpesviren immer wieder akute Beschwerden auslösen. Die Symptome solcher Folgeinfektionen sind aber meist unauffälliger als die der Erstinfektion. Die Beschwerden lassen sich mit virushemmenden Tabletten, Injektionen oder Salben behandeln. Um erneuten Krankheitsausbrüchen vorzubeugen, hilft die Stärkung der Abwehrkräfte – durch gute Ernährung, ausreichenden Schlaf und das Vermeiden von Stress.
Eine in der Schwangerschaft wieder aufgeflammte Herpesinfektion der Mutter beinhaltet für das Kind kein großes Risiko. Auch die Gefahr, das Virus bei der Geburt auf das Kind zu übertragen, ist gering. Trotzdem ist in der Schwangerschaft eine gezielte ärztliche Betreuung und Behandlung wichtig, wenn die Infektion erneut auftritt.
Erstinfektion in der Schwangerschaft gefährlich
Eine Erstinfektion der Mutter nahe am Geburtstermin kann für das Kind allerdings gefährlich werden. Während der Geburt ist das Infektionsrisiko für das Kind sehr hoch, es liegt bei 30 bis 50 Prozent. Die Ansteckung kann bei dem Neugeborenen zu Fieber, Gelbsucht, Krampfanfällen, Gehirnentzündung und Atemstillstand führen und lebensbedrohlich werden.
Wenn die Infektion der Schwangeren früh genug erkannt wird, lässt sich die Gefahr durch eine sofortige Behandlung mit Medikamenten verringern. Mit der Therapie muss mindestens drei Tage vor der Entbindung begonnen werden. Bei Verdacht auf eine Infektion des Neugeborenen wird auch das Kind medikamentös behandelt.
Außerdem ist bei einer Erstinfektion der Mutter in der Regel ein Kaiserschnitt notwendig, um das Kind vor einer Ansteckung während der Geburt zu schützen. Bei einem akuten Ausbruch einer bereits bestehenden Infektion (Rezidiv) entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt im Einzelfall, ob ein Kaiserschnitt ratsam ist.
Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel müssen also beide Partner sorgfältig darauf achten, eine Erstinfektion mit Herpesviren zu vermeiden. Hat ein Partner eine akute Herpes genitalis-Infektion, sollte auf Geschlechts- und Oralverkehr verzichtet oder zumindest ein Kondom benutzt werden. Wichtig ist auch Hygiene.
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Häufig gestellte Fragen
Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?
In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.
Stimmt es, dass Frauen in der Schwangerschaft mehr Lust auf Sex haben?
In der Schwangerschaft wird die gesamte Beckenregion durch den erhöhten Östrogenspiegel besser durchblutet. Das Scheidengewebe und die Schamlippen schwellen dadurch leicht an, und es wird mehr Scheidensekret gebildet. Auch die Brustwarzen sind empfindlicher.
Das Anschwellen der Geschlechtsorgane macht diese berührungsempfindlicher. Dies kann mit einer stärkeren sexuellen Erregbarkeit verbunden sein. Es kann aber auch dazu führen, dass die Lust abnimmt, weil Berührungen als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden.
Wie sich die Schwangerschaft auf die sexuelle Lust auswirkt, ist von Frau zu Frau sehr verschieden. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: zum Beispiel Beschwerden wie Übelkeit und Müdigkeit oder ob sich eine Frau in ihrem schwangerschaftsbedingt üppigeren Körper attraktiv fühlt oder nicht.
Schadet es meinem ungeborenen Kind, wenn ich in der Schwangerschaft Geschlechtsverkehr habe?
Es gibt nur sehr wenige Risikofaktoren, die eine Einschränkung des Geschlechtsverkehrs während der Schwangerschaft nahe legen. Dazu gehören Anzeichen einer drohenden Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft oder eine zu tief sitzende Plazenta. Auch bei Mehrlingsschwangerschaften in den letzten Wochen vor der Geburt oder bei Anzeichen vorzeitiger Wehen ist Vorsicht geboten. Treten nach dem Geschlechtsverkehr immer wieder Blutungen auf, sollte die Schwangere die Ärztin oder den Arzt um Rat fragen.
Abgesehen von diesen Fällen gibt es keinen Grund, warum eine Schwangere keinen Sex haben sollte. Die Außenschichten der Fruchtblase halten auch starken Druck von außen aus. Da das Ungeborene zudem im Fruchtwasser schwimmt, wird es auch bei Stößen und Erschütterungen nicht verletzt.
Eine Infektion des ungeborenen Kindes durch Geschlechtsverkehr ist für gewöhnlich ausgeschlossen: Der Schleimpfropf, der den Muttermund versiegelt, macht das Eindringen von Bakterien und Keimen in den Uterus unmöglich. Allerdings sind Geschlechtskrankheiten wie eine Chlamydien-Infektion, Herpes, Tripper oder AIDS eine Gefahr für das ungeborene Kind. Zum Schutz von Mutter und Kind sollten hier unbedingt Kondome verwendet werden.


