Gestose
Gestose ist der Oberbegriff für bestimmte schwangerschaftsbedingte Erkrankungen, die früher als „Schwangerschaftsvergiftung“ bezeichnet wurden. Typische Anzeichen sind Wassereinlagerungen (Ödeme), Bluthochdruck und/oder Eiweiß im Urin. Schwangere mit diesen Symptomen müssen regelmäßig untersucht werden, da eine Gestose das Risiko einer Frühgeburt stark erhöht. Unbehandelt kann sie auch für die Mutter gefährlich werden.
In besonderen Fällen können sich Gestosen zu den Krankheitsbildern Präeklampsie, Eklampsie und HELLP-Syndrom entwickeln. Diese zählen zu den ernsten Schwangerschafts-Erkrankungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Außer mit den schon genannten Symptomen können sie auch mit Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen einhergehen.
Bei der Präeklampsie ist der Bluthochdruck das wichtigste Symptom, begleitet von vermehrtem Eiweiß im Urin und häufig, aber nicht immer auftretenden Wassereinlagerungen an Händen und Füßen. Schwindel, Herzklopfen und Kopfschmerzen können weitere Begleiterscheinungen sein.
Die Eklampsie kann aus einer nicht oder zu spät behandelten Präeklampsie entstehen. Der Übergang zur Eklampsie macht sich durch Übelkeit, Schmerzen in der Bauchregion, Krämpfe und Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit bemerkbar. Treten solche Symptome auf, ist sofortige ärztliche Hilfe nötig. Unter Umständen muss die Schwangerschaft durch eine Geburtseinleitung oder einen Kaiserschnitt vorzeitig beendet werden.
Das HELLP-Syndrom geht mit sehr hohem Blutdruck, Leberfunktionsstörungen und Störungen der Blutgerinnung einher. Übelkeit, Erbrechen und starke Oberbauchschmerzen sind weitere Symptome. Das HELLP-Syndrom ist lebensgefährlich, weshalb es in der Regel unvermeidlich ist, die Schwangerschaft so schnell wie möglich zu beenden.
Weiterführende Informationen
- Gestose und HELLP-Syndrom
Die Seiten der "Arbeitsgemeinschaft Gestose-Frauen e.V." mit vielen hilfreichen Informationen zu Gestose und HELLP-Syndrom, einem Service-Bereich und einer Online-Beratung.
(Recherchedatum: 27.10.2011)
Beratungsstellensuche
Häufig gestellte Fragen
Meine Füße und Hände sind abends oft stark geschwollen. Ist das ein Problem?
Ursache für geschwollene Hände und Füße sind meist Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Sie können zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten, besonders häufig aber in den letzten Schwangerschaftswochen. Normalerweise sind Ödeme kein Grund zur Sorge. Sie können jedoch auch Anzeichen für eine Präeklampsie sein. Deshalb ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Dann kann festgestellt werden, ob es weitere Symptome einer Präeklampsie gibt, etwa eine rasche Gewichtszunahme (mehr als ein Kilogramm pro Woche), Bluthochdruck und erhöhte Eiweißkonzentration im Urin.
Wechselduschen, leichte Massagen und das Hochlagern der Beine können bei geschwollenen Beinen Linderung verschaffen. Sehr wichtig ist, genügend zu trinken, um den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Schadstoffen zu fördern. Obst, Gemüse und besonders Kartoffeln helfen, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen.
Muss ich meine Katze abschaffen, wenn ich schwanger bin?
Katzen können Toxoplasmose übertragen, eine normalerweise harmlose Infektion. Eine Erstinfektion während der Schwangerschaft kann jedoch zu schweren Schäden an Augen und Gehirn des Kindes führen. Wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, ist es aber nicht nötig, sich in der Schwangerschaft komplett von Katzen fernzuhalten oder das eigene Tier abzugeben.
Schwangere, die eine Katze haben, können durch eine Blutuntersuchung feststellen lassen, ob sie gegen Toxoplasmose immun sind. Wenn ja, besteht keine Gefahr der erneuten Ansteckung.
Hat eine Schwangere keine Toxoplasmose-Antikörper im Blut, kann die Tierärztin oder der Tierarzt feststellen, ob ihre Katze Überträgerin der Krankheit ist. Ist die Katze keine Überträgerin, sollte die Schwangere darauf achten, dass sich das Tier nicht infiziert – zum Beispiel, indem sie die Katze nicht aus der Wohnung lässt und sie nicht mit rohem Fleisch füttert.
Ist die Katze jedoch Überträgerin, sollte das Katzenklo weit weg von den Wohnräumen aufgestellt und feucht gehalten werden, sodass es nicht staubt. Um das Infektionsrisiko zu mindern, sollte die Schwangere das Katzenklo möglichst nicht selbst reinigen.
Es fällt mir schwer, auf Sport zu verzichten. Wie aktiv kann ich während der Schwangerschaft noch sein?
Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft müssen gesunde Frauen nicht auf Sport verzichten. Allerdings sind Sportarten, die mit hoher Sturz- und Verletzungsgefahr, schnellen, abrupten Bewegungen und/oder Gegnerkontakt verbunden sind, sowie anspruchsvolle Kraft- und Dehnübungen auch für Trainierte nicht zu empfehlen.
Ansonsten ist es nicht nur erlaubt, sondern auch sinnvoll, die Lieblingssportart weiterhin zu betreiben – aber in angepasster, also moderater Form. Das Training sollte nie erschöpfen, sondern beleben und Spaß machen. Wichtig ist, erste Anzeichen von Überanstrengung ernst zu nehmen: Wird die Luft zum Atmen knapp oder steigt die Pulsfrequenz über 140 Schläge pro Minute, ist es Zeit, eine Pause zu machen oder das Training zu beenden.


