Epilepsie
Bei Frauen mit Epilepsie verlaufen Schwangerschaft und Geburt meist völlig normal. Besondere Risiken für eine Schwangere mit Epilepsie bestehen nicht. Auch Schwangerschaftskomplikationen treten nicht häufiger auf als bei Frauen ohne Epilepsie. Dennoch wird die Schwangerschaft besonders überwacht. So wird der Blutspiegel regelmäßig kontrolliert, um die Dosierung der Medikamente anzupassen. Der Grund: Da das Blutvolumen in der Schwangerschaft zunimmt, verdünnt sich das Blut und die Medikamentenwirkung schwächt sich ab.
Für das Kind sind dagegen durchaus Risiken vorhanden: Zum einen besteht ein geringes genetisches Risiko, dass es ebenfalls an Epilepsie erkrankt. Zum anderen kann es beim Ungeborenen zu Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen kommen, wenn seine Mutter Medikamente (Antiepileptika, Antikonvulsiva) nimmt. Deshalb müssen die Medikamente sehr sorgfältig ausgewählt und möglichst niedrig dosiert werden. Wenn der letzte epileptische Anfall einer Frau ein bis zwei Jahre zurückliegt, kann sie für die Dauer der Schwangerschaft vielleicht auch auf Antikonvulsiva verzichten. Dies lässt sich jedoch nur in enger Abstimmung mit der Ärztin oder dem Arzt entscheiden.
Um die Risiken für das Kind gering zu halten, werden folgende Vorsichtsmaßnahmen empfohlen:
• die Einnahme einer höheren Dosis Folsäure vor und zu Beginn der Schwangerschaft,
• eine AFP-Bestimmung um die 16. Schwangerschaftswoche,
• eine gründliche Ultraschall-Untersuchung um die 20. Schwangerschaftswoche,
• in Verbindung mit bestimmten Epilepsie-Medikamenten in den vier Wochen vor dem Entbindungstermin die Einnahme von täglich 10 mg Vitamin K, um Gerinnungsproblemen vorzubeugen,
• die Gabe von Vitamin K unmittelbar nach der Geburt, um Hirnblutungen beim Neugeborenen vorzubeugen,
• die Durchführung eines EEGs vor der Geburt.
Weiterführende Informationen
- Informationszentrum Epilepsie
Auf den Seiten des Informationszentrums Epilepsie der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie finden sich umfangreiche Hinweise und Linktipps rund um die Erkrankung, im Downloadbereich zudem eine ausführliche Information zum Thema Schwangerschaft und Epilepsie.
(Recherchedatum: 04.11.2011) - Europäisches Register für Schwangerschaften unter Antiepileptika (EURAP)
Das EURAP ist ein internationales Projekt unabhängiger Forscherinnen und Forscher, das Daten zu Antiepileptika in der Schwangerschaft erfasst und die Ergebnisse auf ihrer Website auch Schwangeren zugänglich macht.
(Recherchedatum: 27.10.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?
In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.
Ich bade gern ausgiebig und möglichst warm. Können dadurch frühzeitig Wehen ausgelöst werden?
Falls bereits vorzeitige Wehen eingesetzt haben, können sie durch ein warmes Bad tatsächlich verstärkt werden. Liegen jedoch keine Anzeichen für "echte" vorzeitige Wehen oder einen Blasensprung vor, löst ein warmes Vollbad auch keine geburtsaktiven Wehen aus. Sogenannte Übungs- oder Vorwehen werden durch die Entspannung im warmen Wasser sogar schwächer.
Meine Füße und Hände sind abends oft stark geschwollen. Ist das ein Problem?
Ursache für geschwollene Hände und Füße sind meist Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Sie können zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten, besonders häufig aber in den letzten Schwangerschaftswochen. Normalerweise sind Ödeme kein Grund zur Sorge. Sie können jedoch auch Anzeichen für eine Präeklampsie sein. Deshalb ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Dann kann festgestellt werden, ob es weitere Symptome einer Präeklampsie gibt, etwa eine rasche Gewichtszunahme (mehr als ein Kilogramm pro Woche), Bluthochdruck und erhöhte Eiweißkonzentration im Urin.
Wechselduschen, leichte Massagen und das Hochlagern der Beine können bei geschwollenen Beinen Linderung verschaffen. Sehr wichtig ist, genügend zu trinken, um den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Schadstoffen zu fördern. Obst, Gemüse und besonders Kartoffeln helfen, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen.


