Depressionen
Eine Schwangerschaft gilt allgemein als beglückendes Ereignis und Zeit der „guten Hoffnung“. Doch viele Frauen erleben während dieser Zeit starke Stimmungsschwankungen. Manche entwickeln auch ein länger anhaltendes Stimmungstief. Neben hormonellen Einflüssen wirken oft Probleme und Sorgen des Alltags auf die Psyche: Vielleicht ist die Lebenssituation einer werdenden Mutter problematisch, ihre Partnerschaft nicht stabil oder die Schwangerschaft mit starken Beschwerden verbunden. Oder sie fühlt sich überfordert und fragt sich, ob sie ihr Kind gut genug versorgen kann. Gegen Ende der Schwangerschaft kommen oft Ängste vor der Geburt hinzu.
Depressive Verstimmungen können sich auch ohne erkennbaren Grund einstellen. Manchmal entsteht daraus eine behandlungsbedürftige Depression. Folgende Anzeichen können auf eine Depression hinweisen, wenn sie über mehrere Tage anhalten:
- Dauernde tiefe Niedergeschlagenheit
- Ängste, Selbstzweifel, ständiges Grübeln über reale und vermeintliche Probleme
- Häufige Konzentrations- und Schlafstörungen
- Appetit- und Lustlosigkeit
- Gleichgültigkeit auch gegenüber Dingen, die sonst Freude bereiten
- Sich selbst schädigendes Verhalten oder Gedanken daran.
Viele betroffene Frauen kommen mit einer guten seelischen und praktischen Unterstützung durch Partner, Angehörige und Freunde über eine depressive Phase in der Schwangerschaft hinweg. Bei einer schwereren Depression können eine psychotherapeutische Behandlung und manchmal auch eine medikamentöse Therapie nötig sein. Da Psychopharmaka das ungeborene Kind schädigen können, muss in jedem Fall sorgfältig geprüft werden, ob die Einnahme von Antidepressiva unumgänglich ist und der Nutzen der Behandlung gegenüber ihren möglichen Risiken überwiegt.
Arzneimittel, die auf die Psyche wirken – Psychopharmaka, aber auch stimmungsaufhellende Mittel wie Johanniskraut – dürfen keinesfalls ohne ärztlichen Rat eingenommen werden.
Beratungsstellensuche
Häufig gestellte Fragen
Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?
In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.
Stimmt es, dass Schwangere unkonzentriert und vergesslich sind?
Viele Schwangere klagen über Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit, und in der Tat haben zahlreiche psychologische Studien Schwangeren eine herabgesetzte Außenwahrnehmung, eingeschränkte Gedächtnisleistungen und verminderte Konzentrationsfähigkeit bescheinigt. Die möglichen Ursachen sind jedoch umstritten. Man weiß bis heute nur wenig darüber, ob und wie sich die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft auf das Gehirn und die kognitiven Fähigkeiten auswirken.
Manche Fachleute vermuten, dass die Gefühlsschwankungen werdender Mütter ihre Wahrnehmung negativ beeinflussen können oder dass die hormonellen Veränderungen die Hirnleistung der Frauen herabsetzen.
Eine Anfang 2010 veröffentlichte australische Studie, an der mehr als 1200 junge Frauen teilgenommen hatten, widerspricht solchen Vermutungen jedoch. Sie überprüfte die kognitiven Leistungen der Teilnehmerinnen nicht nur während ihrer ersten Schwangerschaft, sondern auch in der Zeit davor und danach. In Gedächtnistests und Konzentrationsübungen zeigten sich dabei keine Unterschiede.
Die australischen Forscherinnen und Forscher stellten allenfalls fest, dass sich die Aufmerksamkeit Schwangerer oft auf andere Themen richtet als auf ihren Beruf. Zudem wirkten sich Müdigkeit und körperliche Belastungen auf ihre Konzentrationsfähigkeit aus. Nicht zuletzt würden Schwangere Anzeichen für Vergesslichkeit sehr genau wahrnehmen.
Ob nun Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen in der Schwangerschaft objektiv nachweisbar sind oder auf einer veränderten Wahrnehmung der Schwangeren beruhen – falls sie auftreten, sind sie kein Grund zur Sorge. Wichtig ist, sich als werdende Mütter genug Ruhe und Entspannung zu gönnen, um Müdigkeit und Erschöpfung vorzubeugen.
Was kann ich gegen Angst vor der Geburt tun?
Einen gewissen Respekt vor der Geburt zu haben, ist normal und auch sinnvoll. Denn angesichts unsicherer Situationen mobilisiert der Körper im entscheidenden Moment alle verfügbaren Kräfte. Zu viel Angst allerdings führt zu Verspannungen, was die Schmerzen verstärken und den Geburtsverlauf verzögern kann.
Um Ängste zu mindern, kann es helfen, sich vorher die Klinik und den Kreißsaal anzuschauen, sich mit einer Hebamme zu beraten und an einem Geburtsvorbereitungskurs teilzunehmen. Wer in etwa über den Verlauf einer Geburt Bescheid weiß und Atem- und Entspannungstechniken zur Schmerzbewältigung gelernt hat, fühlt sich wahrscheinlich sicherer. Beruhigend ist außerdem, zu wissen, dass in jedem Kreißsaal wirksame Möglichkeiten zur Schmerzlinderung zur Verfügung stehen.
Bei besonders starker, kaum noch zu bewältigender Angst vor der Geburt ist es ratsam, rechtzeitig fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Hebamme, die Frauenärztin oder der Frauenarzt können auch spezielle psychotherapeutische Unterstützung vermitteln.


