Schlafstörungen und Schlaflosigkeit
Vor allem gegen Ende der Schwangerschaft haben viele Frauen Schlafstörungen: Sie können schlecht einschlafen, schlafen unruhig oder wachen nachts öfter auf. Eine optimale Schlafposition zu finden, wird mit wachsendem Bauchumfang schwerer. Wadenkrämpfe, Sodbrennen und starker Harndrang behindern oft das Durchschlafen. Zudem sind die Schlaf-Wach-Phasen des Kindes kürzer als die mütterlichen – es kommt daher häufiger vor, dass das Ungeborene aktiv wird, wenn die Mutter schlafen möchte. Auch Gedanken an die bevorstehende Geburt und die Zeit danach können den mütterlichen Schlaf beeinträchtigen.
Die Einnahme von Beruhigungs- oder Schlafmitteln ist während der Schwangerschaft tabu: Die chemischen Substanzen gelangen auch in den Blutkreislauf des Ungeborenen und können ihm schaden. Eine Alternative zu Medikamenten sind Kräutertees aus Melisse, Hopfen oder Baldrian. Auch ein Glas warme Milch mit Honig kann beruhigend wirken.
Hilfreich sind außerdem Entspannungsübungen oder ein (nicht zu) warmes Bad vor dem Schlafengehen. Leichte Abendmahlzeiten, Verzicht auf koffeinhaltige Getränke und ein kleiner Spaziergang vor dem Zubettgehen, bei dem das Kind in den Schlaf geschaukelt wird, unterstützen ebenfalls einen ruhigen Schlaf.
Die optimale äußere Bedingung für einen guten Schlaf ist ein kühles, dunkles und gut gelüftetes Schlafzimmer. Um den Bauch abzustützen und bequem auf der Seite liegen zu können, ist ein Stillkissen nützlich.
Beratungsstellensuche
Häufig gestellte Fragen
Meine Füße und Hände sind abends oft stark geschwollen. Ist das ein Problem?
Ursache für geschwollene Hände und Füße sind meist Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Sie können zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten, besonders häufig aber in den letzten Schwangerschaftswochen. Normalerweise sind Ödeme kein Grund zur Sorge. Sie können jedoch auch Anzeichen für eine Präeklampsie sein. Deshalb ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Dann kann festgestellt werden, ob es weitere Symptome einer Präeklampsie gibt, etwa eine rasche Gewichtszunahme (mehr als ein Kilogramm pro Woche), Bluthochdruck und erhöhte Eiweißkonzentration im Urin.
Wechselduschen, leichte Massagen und das Hochlagern der Beine können bei geschwollenen Beinen Linderung verschaffen. Sehr wichtig ist, genügend zu trinken, um den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Schadstoffen zu fördern. Obst, Gemüse und besonders Kartoffeln helfen, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen.
Stimmt es, dass Schwangere unkonzentriert und vergesslich sind?
Viele Schwangere klagen über Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit, und in der Tat haben zahlreiche psychologische Studien Schwangeren eine herabgesetzte Außenwahrnehmung, eingeschränkte Gedächtnisleistungen und verminderte Konzentrationsfähigkeit bescheinigt. Die möglichen Ursachen sind jedoch umstritten. Man weiß bis heute nur wenig darüber, ob und wie sich die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft auf das Gehirn und die kognitiven Fähigkeiten auswirken.
Manche Fachleute vermuten, dass die Gefühlsschwankungen werdender Mütter ihre Wahrnehmung negativ beeinflussen können oder dass die hormonellen Veränderungen die Hirnleistung der Frauen herabsetzen.
Eine Anfang 2010 veröffentlichte australische Studie, an der mehr als 1200 junge Frauen teilgenommen hatten, widerspricht solchen Vermutungen jedoch. Sie überprüfte die kognitiven Leistungen der Teilnehmerinnen nicht nur während ihrer ersten Schwangerschaft, sondern auch in der Zeit davor und danach. In Gedächtnistests und Konzentrationsübungen zeigten sich dabei keine Unterschiede.
Die australischen Forscherinnen und Forscher stellten allenfalls fest, dass sich die Aufmerksamkeit Schwangerer oft auf andere Themen richtet als auf ihren Beruf. Zudem wirkten sich Müdigkeit und körperliche Belastungen auf ihre Konzentrationsfähigkeit aus. Nicht zuletzt würden Schwangere Anzeichen für Vergesslichkeit sehr genau wahrnehmen.
Ob nun Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen in der Schwangerschaft objektiv nachweisbar sind oder auf einer veränderten Wahrnehmung der Schwangeren beruhen – falls sie auftreten, sind sie kein Grund zur Sorge. Wichtig ist, sich als werdende Mütter genug Ruhe und Entspannung zu gönnen, um Müdigkeit und Erschöpfung vorzubeugen.
Wie bereite ich mich am besten auf die Geburt vor?
Zur Geburtsvorbereitung gehören neben den medizinischen Vorsorgeuntersuchungen auch Beratungsgespräche und die Begleitung der Schwangerschaft durch Hebammen, Ärztinnen oder Ärzte. Darüber hinaus ist die Teilnahme an einem Geburtsvorbereitungskurs hilfreich.
Kurse zur Vorbereitung auf die Geburt werden auch für Paare und werdende Väter angeboten. Sie helfen, die körperlichen und seelischen Veränderungen in der Schwangerschaft sowie die Vorgänge während der Geburt besser zu verstehen.


