Übelkeit und Erbrechen

Für viele Frauen geht der Beginn der Schwangerschaft mit Übelkeit und Erbrechen einher, vor allem morgens. Auslöser dafür ist vermutlich das Hormon HCG, das nach der Befruchtung verstärkt gebildet wird. Ob Sorgen oder Stress auch eine Rolle spielen können, ist unklar. 

Die Beschwerden legen sich meist nach dem dritten Monat wieder. Manche Frauen reagieren in dieser Zeit heftig auf bestimmte Gerüche und Speisen. Nahrungsmittel, die bisher schmeckten, können plötzlich Abneigung, manchmal sogar Ekelgefühle hervorrufen. 

Manchen Frauen hilft es schon, kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen oder vermutete Auslöser für die Übelkeit zu vermeiden: zum Beispiel unangenehme Gerüche, Geräusche, stressige Situationen oder Hitze. Auch ein Zwieback oder ein Stück trockenes Brot vor dem Aufstehen oder Milch in kleinen Schlucken können das morgendliche Unwohlsein lindern. Einige Studien legen nahe, dass außerdem Ingwer-Produkte in Kapsel- oder Sirupform die Übelkeit mindern können. Für andere pflanzliche sowie homöopathische Mittel gibt es bisher keine wissenschaftlichen Belege, dass sie helfen.

Häufig verschreiben Ärztinnen und Ärzten gängige Medikamente gegen Schwangerschafts-Übelkeit. Keines davon ist jedoch ausdrücklich für Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft zugelassen. Daher ist es ratsam, sich vor der Einnahme über mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen ärztlich beraten zu lassen. Bisher gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass diese dem Ungeborenen schaden können, so lange sie wie verschrieben und nur zeitweise eingenommen werden. 

Starkes Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum), das mit einem deutlichen Gewichts- und Flüssigkeitsverlust einhergeht, erfordert in der Regel eine ärztliche Behandlung. Es kann das Ungeborene gefährden, das möglicherweise nicht mehr genügend Flüssigkeit und Nährstoffe erhält. Bei starken Beschwerden sollte deshalb eine Ärztin oder ein Arzt um Rat gefragt werden.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 11.05.2016
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