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Ein unerfüllter Kinderwunsch ist nicht so selten

Stofftier sitzt allein auf einer Treppe © Image Source/Corbis

Die Vorstellung eigene Kinder zu bekommen, ist für viele Menschen ein ganz selbstverständlicher Bestandteil ihrer Lebensplanung. Andere wiederum, die zunächst keine Kinder wollten, entwickeln vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt doch noch einen Kinderwunsch. Aber nicht wenige Menschen bleiben ungewollt kinderlos.


Inzwischen wird die Zahl von Paaren mit einem unerfüllten Kinderwunsch in Deutschland bei sieben Prozent bis neun Prozent angesiedelt. Und es spricht einiges dafür, dass die ungewollte Kinderlosigkeit weiterhin zunimmt.

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann viele verschiedene Ursachen haben. Abgesehen von den Paaren, bei denen Fruchtbarkeitsstörungen oder sogar Unfruchtbarkeit festgestellt wurde, können auch die Lebensumstände eine Rolle spielen.

Immer häufiger liegt die Ursache für die ungewollte Kinderlosigkeit darin, dass viele Frauen und Männer ihren Kinderwunsch in einem Alter realisieren möchten, das eher ungünstig für einen schnellen und unkomplizierten Eintritt einer Schwangerschaft ist.

So lag das Durchschnittsalter von Frauen in Deutschland bei der Geburt des ersten Kindes im Jahr 2001 bei 29,6 Jahren, 20 Jahre zuvor war es noch bei circa 25 Jahren. In einem höheren Alter ist die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen, geringer. Die Chance für den Eintritt einer Schwangerschaft beträgt bei Frauen in der Altersspanne zwischen 25 und 33 Jahren nur 18 Prozent pro Zyklus, während es bei jüngeren Frauen 30 Prozent pro Zyklus sind.

Das zunehmende Alter wirkt sich auch auf die Fruchtbarkeit des Mannes aus. So verringert sich unter anderem die Spermienbildung und die Beweglichkeit der Spermien lässt nach.

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist eine schmerzvolle Erfahrung

Gerade weil sich heutzutage eine unerwünschte Schwangerschaft durch Empfängnisverhütung relativ sicher vermeiden lässt, gehen viele Menschen ganz selbstverständlich davon aus, dass sich umgekehrt auch eine Schwangerschaft genau planen lässt. Umso erschütternder ist es dann für sie, wenn die erhoffte Schwangerschaft nicht eintritt, obwohl sie nicht mehr verhüten und vielleicht sogar extra die fruchtbare Zeit im Zyklus für den Geschlechtsverkehr nutzen. Als frustrierend erleben sie es dabei auch, dass es bei anderen Paaren dagegen scheinbar sofort nach Absetzen der Pille "klappt". Neidgefühle stellen sich dann ein und die Angst, dass das Baby niemals kommen wird und die gesamte Lebensplanung in Frage gestellt ist.

Mit der Erfahrung eines unerfüllten Kinderwunsches geht jede und jeder verschieden um

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Belastungen und Probleme. Manche ziehen sich zurück, andere gehen offensiv mit der Situation um. Für viele Paare ist die Erfahrung eines unerfüllten Kinderwunsches eine Situation, die sie noch mehr zusammenschweißt, bei anderen kommt es erst einmal zu großen Konflikten in der Beziehung. Wichtig ist es, miteinander die eigenen Bedürfnisse zu besprechen, so dass auch Grenzen respektiert werden. Insbesondere wenn eine Entscheidung für oder gegen medizinische Diagnostik und Behandlung ansteht, sollte das Paar sich über seine Wünsche und Ziele einig sein.

Weiterführende Informationen

Publikationen zum Thema

Wischmann,Tewes; Stammer, Heike
Stuttgart 2010, 4. aktualisierte Auflage | Preis: 19,90 €
Strauß, Bernhard; Beyer, Karla
Berlin 2004 | Preis: kostenlos

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Häufig gestellte Fragen

Spielt das Alter des Mannes bei unerfülltem Kinderwunsch eine Rolle?

Viele Männer sind auch in höherem Alter noch zeugungsfähig. Dennoch wird auch die Fruchtbarkeit des Mannes durch Alterungsprozesse beeinflusst: Der Hormonspiegel sinkt, es werden weniger Spermien gebildet und ihre Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit lassen nach.

Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich nicht mehr an den Kosten für eine künstliche Befruchtung, wenn der Mann über 50 Jahre alt ist.

Wann sollte ein Paar mit Kinderwunsch zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen?

Hat ein Paar regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr und tritt nach einem Jahr oder länger keine Schwangerschaft ein, sollten Frau und Mann sich von einer Ärztin oder einem Arzt beraten lassen.

Gibt es jedoch konkrete Anhaltspunkte für eine Schädigung der Fortpflanzungsorgane, wie zum Beispiel eine vorausgegangene Eileiterschwangerschaft, eine Chlamydien-Infektion oder eine Operation an den Hoden, ist es ratsam, direkt ärztliche Beratung in Anspruch zu nehmen, sobald das Paar schwanger werden will.

Woran liegt es, wenn ein Paar länger auf eine Schwangerschaft warten muss?

Viele Menschen erwarten, dass eine Schwangerschaft sofort eintritt, wenn sie nicht verhüten. Die Fortpflanzung ist aber ein sehr komplexes Geschehen und erfordert manchmal etwas Geduld. Für die Entstehung einer Schwangerschaft sind viele fein aufeinander abgestimmte Abläufe nötig, an denen weibliche und männliche Organe und Geschlechtshormone beteiligt sind. Ist nur ein Faktor innerhalb dieser komplexen Abläufe gestört, kann das eine Schwangerschaft verzögern oder erschweren. Auch die Psyche von Frau und Mann kann eine Rolle spielen.

Die normale Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft liegt pro Monatszyklus nur bei etwa 30 Prozent - und das auch nur bei jungen Frauen im biologisch günstigsten Alter. Ein Drittel aller Frauen muss länger als ein Jahr warten, bis sich eine Schwangerschaft einstellt. Mehrmonatige Wartezeiten sind daher kein Grund zur Besorgnis.

Stimmt es, dass oft bei beiden Partnern eine Fruchtbarkeitsstörung gefunden wird?

Fruchtbarkeitsstörungen können beide Geschlechter betreffen. Die Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit sind bei Mann und Frau beinahe gleich verteilt. Bei 20 bis 30 Prozent der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch lässt sich sowohl bei der Frau als auch beim Mann eine eingeschränkte Fruchtbarkeit feststellen.

Es ist deshalb Standard, beide Partner zu untersuchen, wenn die erhoffte Schwangerschaft ausbleibt. Bevor eine Frau körperlich belastende diagnostische Verfahren, wie zum Beispiel Untersuchungen ihrer Eileiter, vornehmen lässt, sollte ihr Partner die Befruchtungsfähigkeit seiner Spermien prüfen lassen.

In etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle lassen sich trotz sorgfältiger medizinischer Diagnostik keine Ursachen für das Ausbleiben der Schwangerschaft finden.

 
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