Ursachen
Chlamydien-Infektionen weit verbreitet
Chlamydien gehören zu den am häufigsten sexuell übertragbaren Krankheitserregern. Unbehandelt können sie bei Frauen und Männern zur Unfruchtbarkeit führen. Sie werden vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr verbreitet.
 
   

Die Chlamydien-Infektion ist derzeit die häufigste sexuell übertragbare Genitalinfektion. Nach aktuellen Studien sind besonders sexuell aktive Frauen unter 25 Jahren gefährdet. Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von jährlich 300.000 Neuerkrankungen aus.

 

Langlebige Bakterien

Chlamydien (Chlamydia Trachomatis) sind Mikrobakterien im Intimbereich, die verschiedene Infektionskrankheiten hervorrufen können. Sie werden durch Geschlechtsverkehr jeder Art (vaginal, oral, anal) übertragen.Die Bakterien siedeln sich beispielsweise am Gebärmutterhals, in der Harnröhre, im Enddarm und After an, können sich aber auch auf den Rachen- und Augenbereich ausdehnen.

Im Gebärmutterhals können sich Chlamydien einige Monate unbemerkt festsetzen, in den Eileitern sogar über viele Jahre.

Die Infektionen verlaufen bei Männern in etwa fünfzig Prozent und bei Frauen in etwa achtzig Prozent ohne Symptome und werden daher meist übersehen. Sie können dadurch, ohne es selbst zu bemerken, an andere weitergegeben werden.

Das Risiko für eine Infektion steigt mit der Zahl der Sexualpartner und-partnerinnen und bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Eine Ansteckungsgefahr besteht nur bei direktem Kontakt. Kondome schützen deshalb vor einer Ansteckung.

 

Mögliche Folgen

Eine Infektion kann sich bei der Frau durch Ausfluss, Zwischenblutungen oder Blutungen beim Geschlechtsverkehr bemerkbar machen. Sie kann in der Folge zu Eileiter- und Gebärmutterentzündungen, chronischen Unterbauchschmerzen, Bauchhöhlenschwangerschaften, Unfruchtbarkeit oder zu Frühgeburten, vorzeitigem Blasensprung oder kindlichem Untergewicht führen.

Bei Neugeborenen von infizierten Müttern können Bindehautentzündungen und Lungenentzündungen auftreten.

 

Chlamydien und Unfruchtbarkeit

Chlamydien-Infektionen gelten mittlerweile als häufigste Ursache für eine erworbene Unfruchtbarkeit. Nach Schätzungen von Experten sind sie für die Hälfte aller Fälle von Sterilität bei Frauen verantwortlich. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ist ein durch Chlamydien verursachter Eileiterverschluss ein häufiger Grund für die Durchführung einer In-Vitro-Fertilisation.

Eine Infektion kann jedoch auch harmlos verlaufen: Bei rund der Hälfte der Patientinnen, bei denen sich keine Symptome zeigen, klingt die Infektion von alleine ab, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.

 

Gefahr auch für Männer

Nicht nur die weibliche, sondern auch die männliche Fortpflanzungsfähigkeit kann durch eine Infektion betroffen sein. Diese Erkenntnis ist relativ neu. Bei Männern kann sich die Infektion durch Ausfluss aus dem Penis, Schmerzen beim Wasserlassen oder einer schmerzhaften Schwellung der Hoden bemerkbar machen.

Mögliche Folgen können Nebenhoden- und Prostataentzündungen und Harnröhrenverengungen sein, die eine Zeugungsunfähigkeit verursachen können.

 

Chlamydien-Test für gesetzlich krankenversicherte Frauen unter 25

Um die Gefahr von Chlamydieninfektionen einzudämmen, haben die gesetzlichen Krankenkassen ab April 2008 einen kostenfreien Test auf Chlamydien in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Sexuell aktive Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr können ihn einmal jährlich in Anspruch nehmen. Bisher war in Deutschland das kostenfreie Screening (Massensuchtest) auf Chlamydien nur bei gesetzlich versicherten Schwangeren im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge möglich. Der Nachweis kann über einen Urin-Test erfolgen, bis Ende 2008 auch über einen Muttermundsabstrich. Bei einem positiven Befund wird die Infektion üblicherweise mit Antibiotika behandelt. Zur Vermeidung von wiederkehrenden Ansteckungen muss der Sexualpartner oder die Sexualpartnerin unbedingt mitbehandelt werden, auch wenn er oder sie keine Symptome zeigt.

 

Merkblatt erhältlich

Zur Information über das neue Screening wurde gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein Merkblatt erstellt. Es wird unter dem Titel „Warum wird mir ein jährlicher Chlamydientest angeboten?“ im Internet veröffentlicht.

 

weiterführende Informationen

 

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ein Paar mit Kinderwunsch zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen?

Hat ein Paar regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr und tritt nach einem Jahr oder länger keine Schwangerschaft ein, sollten Frau und Mann sich von einer Ärztin oder einem Arzt beraten lassen.

Gibt es jedoch konkrete Anhaltspunkte für eine Schädigung der Fortpflanzungsorgane, wie zum Beispiel eine vorausgegangene Eileiterschwangerschaft, eine Chlamydieninfektion oder eine Operation an den Hoden, ist es ratsam, gleich ärztliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Wieweit spielt das Alter des Mannes bei unerfülltem Kinderwunsch eine Rolle?

Viele Männer sind auch in höherem Alter noch zeugungsfähig. Dennoch wird auch die Fruchtbarkeit des Mannes, wie die der Frau, durch Alterungsprozesse beeinflusst. Hierbei ist zu beobachten, dass die Hodenfunktion eingeschränkt ist, der Hormonspiegel abnimmt, eine Verringerung der Spermienbildung vorliegt und die Beweglichkeit der Spermien nachlässt.

Tragen die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Maßnahmen der künstlichen Befruchtung, dann nur noch bis zum 50. Lebensjahr des Mannes.

Kann bei den jährlichen Untersuchungen zur Früherkennung eine Fruchtbarkeitsstörung festgestellt werden?

Nein, die gynäkologischen Früherkennungsuntersuchungen haben zum Ziel, eine Krebserkrankung beziehungsweise Vorstadien einer Krebserkrankung an den weiblichen Unterleibsorganen und der Brust möglichst früh zu erkennen.

Bei den Untersuchungen werden keine gezielten Untersuchungen zur Erkennung von Fruchtbarkeitsstörungen vorgenommen.

Manche Frauen werden ganz leicht schwanger - warum klappt es nicht bei allen so einfach?

Für die Entstehung einer Schwangerschaft sind viele, fein aufeinander abgestimmte Abläufe nötig. Beteiligt daran sind Organe, Hormone sowie die Psyche von Frau und Mann.

Ist nur ein Faktor innerhalb dieser komplexen Abläufe gestört, kann dies eine Schwangerschaft verzögern oder erschweren.

Kann ein Schwangerschaftsabbruch zu späterer Unfruchtbarkeit führen?

Ein sachgemäß vorgenommener Schwangerschaftsabbruch führt nicht zu Unfruchtbarkeit und mindert nicht die Chance, zu einem späteren Zeitpunkt wieder schwanger zu werden.

Es kann jedoch, wie bei jeder anderen Operation auch, nach einem Schwangerschaftsabbruch in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen kommen, die spätere Unfruchtbarkeit verursachen.

 
Verhütung
Für alle diejenigen, die sexuelle Kontakte mit einem oder mehreren (neuen) Partnern oder Partnerinnen haben, ist das Kondom ideal. Es schützt sowohl vor einer Schwangerschaft als auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
 

 
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