Nach dem Embryonenschutzgesetz erlaubte Methoden zur Herbeiführung einer Schwangerschaft
- Übertragung von Samen des Partners (Homologe Insemination)
- In-Vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) durch speziell ausgebildete Ärztinnen und Ärzte
- Übertragung von bis zu drei befruchteten Eizellen oder Embryonen in einem Zyklus
- Einfrieren (Kryokonservierung) von Eizellen im Vorkernstadium
- Übertragung von Samen eines Spenders (Heterologe Insemination) nur nach ärztlicher und juristischer Beratung unter bestimmten Voraussetzungen
Gesetzlich verbotene Methoden
- Die Verwendung fremder Eizellen
- Die Leihmutterschaft
- Experimente an Embryonen
- Präimplantationsdiagnostik
Die Kontrolle der Fortpflanzungsmedizin
Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, sich an das Embryonenschutzgesetz und an die Richtlinien der Bundesärztekammer zu halten, wenn sie eine künstliche Befruchtung durchführen. In Ausnahmefällen entscheidet eine Ethikkommission der Ärztekammer darüber, ob ein bestimmtes Verfahren angewendet werden darf.
weitere Informationen zum Thema
- Gesetz zum Schutz von Embryonen (Bundesgesetz)
Der vollständige Text des deutschen Embryonenschutzgesetzes, das am 1. Januar 1991 in Kraft getreten ist. (Recherchedatum: 25.02.2006)
- Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärztinnen und Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern. Seine Aufgabe ist es zu konkretisieren, welche ambulanten oder stationären medizinischen Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind und somit zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Auf dieser Seite können die Richtlinien des Ausschusses über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung als PDF-Dokument heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 11.04.2007)
- Deutsches IVF-Register
Das Deutsche IVF-Register erhebt zum Zweck der Qualitätssicherung seit 1992 Daten aus dem Bereich der Reproduktionsmedizin. Neben fachlichen Informationen bietet die Seite unter der Rubrik "Zentren" eine umfangreiche Liste von Kliniken und Praxen in Deutschland, die im Bereich der Reproduktionsmedizin tätig sind. Weiterführende Links verweisen auf die jeweiligen Informationsangebote der Einrichtungen im Internet. (Recherchedatum: 25.02.2006)
Publikationen zum Thema
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich herausfinden, welche Behandlungsmethode für mich/uns die richtige ist?
Welche Behandlungsmethode individuell am besten geeinget ist, hängt zum einen von der Ursache der Fruchtbarkeitsstörung ab, zum anderen aber auch von der Frage, in welchem Umfang das Paar bereit ist, zeitliche, gesundheitliche und psychische Belastungen im Zusammenhang mit einer Sterilitätsbehandlung in Kauf zu nehmen. Welche Behandlungsverfahren überhaupt in Frage kommen, kann also erst nach einer eingehenden Diagnostik entschieden werden. Wird dann eine bestimmte Methode vorgeschlagen, ist es empfehlenswert, sich bei der Ärztin oder dem Arzt genau über die Art und Weise des Vorgehens, über die Behandlungsdauer, die Erfolgschancen und etwaige Risiken zu informieren. Nur so ist es möglich, mit der Behandlung verbundene Belastungen im Voraus einzuschätzen. Auch eine kurzzeitige psychologische Beratung kann bei der Entscheidungsfindung helfen und das Paar seelisch unterstützen. Die im Kanal Beratung aufgelisteten anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen beraten auch zum Thema "Unerfüllter Kinderwunsch". Sie bieten auch psychologische Begleitung bei einer Sterilitätsbehandlung und können bei der Suche nach einer geeigneten Praxis oder Klinik behilflich sein.
Wo finde ich andere Menschen, die auch einen unerfüllten Kinderwunsch haben?
Das Internet bietet mit Foren und Chats zum Thema Kinderwunsch vielfältige Möglichkeiten, mit anderen Betroffenen in Kontakt zu treten, je nachdem auch anonym. Eine Anlaufstelle für das direkte Gespräch sind Selbsthilfegruppen für Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch, die sich in vielen Regionen Deutschlands gebildet haben. Ein Teil dieser Selbsthilfegruppen hat sich im Verein Wunschkind e.V. zusammengeschlossen. Auch Pro familia, Schwangerenberatungsstellen, Frauengesundheitszentren und spezialisierte Arztpraxen halten häufig Informationen über Selbsthilfegruppen oder andere Gruppenangebote bereit.
Soll ich mit meiner Familie und meinem Freundeskreis über die Behandlungen sprechen?
Fruchtbarkeitsbehandlungen können seelisch und körperlich sehr anstrengend sein. Wenn die Umwelt dafür kein Verständnis zeigt, ist das zusätzlich belastend. Dennoch ist es wichtig, sich während dieser schwierigen Zeit nicht von anderen Menschen zu isolieren, sondern sich Unterstützung zu holen. In Frage kommen beispielsweise Menschen aus der Familie oder dem Freundeskreis, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht. Auch Menschen, zu denen bislang kein enges Verhältnis bestand, können sich als hilfreich erweisen. Verständnisvolle Gesprächspartnerinnen und -partner können helfen, besser mit den Belastungen fertig zu werden, die mit einer Fruchtbarkeitsbehandlung einhergehen. Sie können beim Warten auf den Behandlungserfolg Mut machen, für wohltuende Ablenkung sorgen oder auch wertvolle seelische Unterstützung bieten, wenn die Behandlung fehlschlägt.
Ich muss meinen Samen untersuchen lassen - was kommt dabei auf mich zu?
Die Untersuchung des Samens ist für die medizinische Diagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch unerlässlich. Die Masturbation in einer Praxis oder Klinik ist jedoch nicht jedermanns Sache.
Aber die meisten andrologischen Praxen und Kinderwunschpraxen bemühen sich um eine ansprechende Ausstattung und Gestaltung des Raumes, in dem Männer ihren Samen gewinnen sollen.
Für die Angestellten in der Praxis ist dieser Vorgang Routine. Männer fällt es dennoch manchmal schwer, in den Räumen einer Praxis oder einer Klinik zu masturbieren. Die meisten Labors sind in diesen Fällen einverstanden, wenn eine Samenprobe von zu Hause in die Praxis mitgebracht wird.
Das Ejakulat muss frisch sein und in einem ganz sauberen Behälter transportiert werden. Hitze, Kälte und Sonnenlicht schaden dem Sperma. Die Einzelheiten zum Transport muss der Mann mit der jeweiligen Praxis absprechen.

