Für das Entstehen einer Schwangerschaft muss Samenflüssigkeit des Mannes in den weiblichen Körper gelangen. Das geschieht bei jedem Geschlechtsverkehr mit dem Samenerguss in der Scheide der Frau, wenn nicht verhütet wird. Je mehr befruchtungsfähige Samenzellen die Samenflüssigkeit enthält, desto größer sind die Chancen einer Schwangerschaft.
Nach dem Geschlechtsverkehr sind viele Abläufe im weiblichen Körper notwendig, damit eine Samenzelle die Eizelle befruchten und die Frau schwanger werden kann: Im Eierstock der Frau reift eine befruchtungsfähige Eizelle heran. Die Eizelle trifft nach dem Eisprung im Eileiter auf befruchtungsfähige Samenzellen. Die Eizelle und eine Samenzelle verschmelzen miteinander und bilden eine neue Zelle. Diese neue Zelle teilt sich mehrfach und gelangt durch den Eileiter in die Gebärmutter und das Zellpaket nistet sich in der Gebärmutter ein. Diese Abläufe werden durch das fein aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Hormonen gesteuert und unterstützt.
Das richtige Timing
Eine Schwangerschaft kann dann entstehen, wenn befruchtungsfähige Spermien (Samenzellen) auf eine befruchtungsfähige Eizelle treffen. Das ist nur an wenigen Tagen im Monat möglich.
Im Allgemeinen bildet der weibliche Körper einmal pro Monatszyklus eine reife Eizelle. Nach dem Eisprung bleibt die Eizelle für etwa 24 Stunden befruchtungsfähig. Spermien überleben im Körper der Frau zwei bis fünf Tage, zum Teil auch bis zu sieben Tagen.
Aufgrund dieser biologischen Gegebenheiten beginnt der optimale Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr bei Kinderwunsch zwei Tage vor dem Eisprung und endet einen Tag danach. Kaum eine Frau kann jedoch den exakten Termin des Eisprungs spüren oder berechnen. Daher gilt als Faustregel: In einem 28-Tage-Zyklus liegt die günstigste Zeit für eine Empfängnis zwischen dem neunten und dem 16. Zyklustag. Abweichungen davon sind jedoch möglich. Schläft ein Paar ungefähr alle zwei bis drei Tage miteinander, so ″erwischt″ es im Allgemeinen die fruchtbaren Tage, ohne die Anzeichen für einen Eisprung besonders beachten zu müssen.
Wartezeiten sind normal
Viele Menschen erwarten, dass eine Schwangerschaft sofort eintritt, wenn sie nicht verhüten. Die Fortpflanzung ist aber ein sehr komplexes Geschehen und erfordert manchmal etwas Geduld.
Die normale Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft liegt pro Monatszyklus nur bei etwa 30 Prozent. Ein Drittel aller Frauen muss sogar länger als ein Jahr warten, bis sich eine Schwangerschaft einstellt. Mehrmonatige Wartezeiten sind also kein Grund zur Besorgnis, dass es mit der Schwangerschaft nicht klappen könnte.
Weiterführende Informationen
- Die symptothermale Methode
Die sypmtothermale Methode basiert auf der Auswertung von zwei oder mehr Körperzeichen zur Bestimmung der fruchtbaren Tage im Zyklus. Konsequent angewendet, ist diese Methode sehr zuverlässig. Sie erfordert allerdings ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.
- Unser Körper
Wissen über den weiblichen und männlichen Körper ist nicht nur für Frauen und Männer wichtig, die sich über Fortpflanzungsvorgänge informieren wollen, sondern hilft ganz allgemein, den eigenen Körper besser zu verstehen.
- Ein kleines Wunder: Die Fortpflanzung
Die Broschüre der BZgA beschreibt die Fortpflanzungsvorgänge und thematisiert die verschiedenen Faktoren, die auf die Fruchtbarkeit Einfluss nehmen können. Sie kann als PDF-Dokument heruntergeladen und bestellt werden. (Recherchedatum: 27.10.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Schadet es der Fruchtbarkeit, wenn eine Frau jahrelang die Pille einnimmt?
Auch nach längerer Einnahme kann sich nach dem Absetzen der Pille problemlos eine Schwangerschaft einstellen. Es gibt jedoch Frauen, bei denen es bis zu einem halben Jahr dauert, bis sich ihr Hormonhaushalt umgestellt und ihr Monatszyklus soweit eingependelt hat, dass der Eisprung wieder regelmäßig stattfindet.
Können Frauen in den Wechseljahren noch schwanger werden?
Die Chance, in den Wechseljahren schwanger zu werden, ist gering. Aber erst wenn ihre Monatsblutung ein Jahr oder länger ausgeblieben ist, kann eine Frau sicher davon ausgehen, dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist.
Wie häufig sollte man Sex haben, wenn ein Kind geplant ist?
Viele Ärztinnen und Ärzte empfehlen, im Zeitraum des Eisprungs der Frau ungefähr alle zwei Tage Geschlechtsverkehr zu haben.
Bei sehr häufigem Verkehr wird die Spermienkonzentration im Samenerguss geringer, und damit sinken die Chancen einer Befruchtung leicht. Bei zu seltenem Verkehr kann es sein, dass man den Eisprung verpasst.
Ein Paar sollte sich jedoch nicht unter ″Zeugungsdruck″ setzen: Sex nur nach Kalender kann leicht zu Stress und Lustlosigkeit führen. Sexuelle Störungen und Probleme in der Partnerschaft können die Folge sein.
Was ist eine Gelbkörperschwäche und welche Folgen kann sie haben?
Der Gelbkörper besteht aus der Eihülle der gesprungenen Eizelle und produziert das Hormon Progesteron. Dieses „Gelbkörperhormon“ hat die Aufgabe, die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen, sie auf die Einnistung der Eizelle vorzubereiten und während der Schwangerschaft zu erhalten. Nach etwa der zehnten Schwangerschaftswoche übernimmt die Plazenta die Produktion von Progesteron.
Bei einer sogenannten Gelbkörperschwäche (medizinische Bezeichnung: Corpus-luteum-Insuffizienz) produziert der Gelbkörper zu wenig Progesteron. In der Folge baut sich die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend auf, und die befruchtete Eizelle kann sich nicht einnisten.
Es gibt verschiedene pflanzliche Präparate, homöopathische Mittel und synthetische Hormone, die zur Behandlung einer Gelbkörperschwäche eingesetzt werden. Welche Maßnahmen oder Medikamente geeignet sind, kann nur die Ärztin oder der Arzt entscheiden.
Kann ein Genitalpiercing negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben?
Durch Piercings können sich an Penis, Klitoris oder Schamlippen Infektionen entwickeln. Sie können dann „aufsteigen“ und andere, bei der Frau vor allem innere Geschlechtsorgane befallen. Dies kann in seltenen Fällen zu Unfruchtbarkeit führen, zum Beispiel wenn Entzündungen nicht rechtzeitig und konsequent behandelt werden.
Piercings bedeuten immer ein gewisses Risiko. Es kann zu Blutungen, Infektionen, Allergien, Rissen oder anderen Verletzungen kommen. Ein Piercing am Penis kann Nerven, größere Blutgefäße und auch die Harnröhre verletzen. Wer an Diabetes erkrankt ist oder wessen Abwehrkräfte wegen anderer Krankheiten geschwächt sind (Hepatitis, HIV-Infektion etc.), hat ein erhöhtes Risiko, dass ein Piercing zu Komplikationen führt. Da der Trend zu Piercings relativ neu ist, gibt es erst wenige wissenschaftliche Erkenntnisse zu möglichen Folgeschäden.
Gewebeverletzungen und Infektionen werden hauptsächlich durch mangelnde Erfahrung des Piercers, unhygienische Bedingungen und fehlende oder nicht sachgemäße Nachsorge verursacht. Wer sich zu einem Piercing entschließt, sollte deshalb das Piercingstudio sehr sorgfältig auswählen. Wichtig ist, den Körper danach gut zu beobachten und bei Anzeichen für eine Komplikation, zum Beispiel bei Nachblutungen und Entzündungen, rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Stimmt es, dass Männer durch das Tragen enger Hosen unfruchtbar werden können?
Die Zeugungsfähigkeit eines Mannes kann durch Überhitzung, aber auch durch Unterkühlung der Hoden leiden. Die optimale Temperatur für die Spermienbildung ist etwa 35ºC – so warm ist es im außerhalb des Körpers hängenden Hodensack. Aus diesem Grund wird Männern mit Kinderwunsch häufig geraten, keine sehr engen Hosen (oder Unterhosen) zu tragen, die den Hodensack an den Körper drücken und dadurch die Hoden überwärmen können. Es gibt jedoch bisher keine Studien, die einen solchen Zusammenhang wissenschaftlich eindeutig belegen.

