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Risikofaktoren für die Fruchtbarkeit

hektisches Arbeiten in einem Büro © Eric Audras/PhotoAlto/Corbis

Ein Kind zeugen beziehungsweise schwanger werden – das erscheint so selbstverständlich. Die Fruchtbarkeit ist aber ein kostbares Gut, das sowohl bei Frauen als auch bei Männern Schaden nehmen kann. Möchte man die Fruchtbarkeit stärken, lohnt es sich, bestimmte Risiken zu meiden oder zu mindern.


Schwere körperliche Belastung

Extreme sportliche Anstrengungen und schwere körperliche Arbeit können sowohl bei Frauen als auch bei Männern den Hormonhaushalt durcheinander bringen und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Frauen reagieren darauf nicht selten mit Zyklusstörungen. Maßvoller regelmäßiger Sport ist hingegen günstig.

Starker Stress

Stress kann im Arbeitsleben auftreten, aber auch durch starke familiäre und psychische Belastungen hervorgerufen werden. Ungesunder Stress mindert die sexuelle Lust und beeinträchtigt die Fortpflanzungsfähigkeit.

Bei äußeren und inneren Stressbedingungen wird vermehrt das Hormon Prolaktin ins Blut ausgeschüttet. Wird das Hormon übermäßig produziert, kann es zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus kommen oder zu einer Schwäche der Eierstock- oder Hodenfunktionen. Erschöpfungszustände und Nervosität sind Anzeichen für ungesunden Stress. In solchen Fällen können bewusste Ruhepausen im Alltag, ein Urlaub und Entspannungstechniken wie zum Beispiel autogenes Training helfen.

Rauchen

Rauchen vermindert nachweislich die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern. Nikotin ist ein Gefäßgift, das die Durchblutung in vielen menschlichen Organen über längere Zeiträume herabsetzt, auch in den Fortpflanzungsorganen.

Und ist die Schwangerschaft eingetreten, schadet das Nikotin dem Ungeborenen. Statistisch gesehen, sind die Neugeborenen von Raucherinnen häufiger untergewichtig und mangelernährt.

Darüber hinaus gibt es Studien, die darauf hinweisen, dass auch Passivrauchen der Fruchtbarkeit von Frauen schaden kann.

Alkohol und Genussmittel

Mäßiger Alkoholkonsum scheint die Fortpflanzungsfähigkeit nicht zu beeinträchtigen. Jedoch schädigen größere Alkoholmengen über längere Zeit sowohl die weiblichen als auch die männlichen Fortpflanzungsorgane.

Während der Schwangerschaft sollte die Frau wegen der Gefahr von Fehlbildungen beim Ungeborenen ganz auf Alkohol verzichten. Kaffee, Tee oder andere koffeinhaltige Getränke im Übermaß sind ebenfalls ungesund.

Übergewicht und Untergewicht

Auch starkes Übergewicht oder starkes Untergewicht können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Viele übergewichtige Frauen haben aufgrund eines hormonellen Ungleichgewichts Zyklusstörungen.

Bei sehr mageren Frauen kommt es vor, dass kein Eisprung stattfindet und sogar die Monatsblutungen ausbleiben. Wenn es übergewichtigen beziehungsweise untergewichtigen Frauen gelingt, ihr Gewicht zu regulieren, normalisiert sich meistens auch ihr Hormonhaushalt. Ärztinnen und Ärzte sowie Beratungsstellen, die auf Essstörungen spezialisiert sind, bieten bei Gewichtsproblemen Hilfe und Unterstützung.

Weiterführende Informationen

Publikationen zum Thema

Barbara Ehret, Mirjam Roepke-Buncsak
München 2008 | Preis: 21,95 €
Anette Engelmeyer und Dr. Wolfgang Straff, Umweltbundesamt
Berlin 2008 | Preis: kostenlos
Gacinski, Lucia, Yüksel, Emine
Köln 2005 | Preis: kostenlos

Beratungsstellensuche

Häufig gestellte Fragen

Schadet es der Fruchtbarkeit, wenn eine Frau jahrelang die Pille einnimmt?

Auch nach längerer Einnahme kann sich nach dem Absetzen der Pille problemlos eine Schwangerschaft einstellen. Es gibt jedoch Frauen, bei denen es bis zu einem halben Jahr dauert, bis sich ihr Hormonhaushalt umgestellt und ihr Monatszyklus soweit eingependelt hat, dass der Eisprung wieder regelmäßig stattfindet.

Können Frauen in den Wechseljahren noch schwanger werden?

Die Chance, in den Wechseljahren schwanger zu werden, ist gering. Aber erst wenn ihre Monatsblutung ein Jahr oder länger ausgeblieben ist, kann eine Frau sicher davon ausgehen, dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist.



Wie häufig sollte man Sex haben, wenn ein Kind geplant ist?

Viele Ärztinnen und Ärzte empfehlen, im Zeitraum des Eisprungs der Frau ungefähr alle zwei Tage Geschlechtsverkehr zu haben.

Bei sehr häufigem Verkehr wird die Spermienkonzentration im Samenerguss geringer, und damit sinken die Chancen einer Befruchtung leicht. Bei zu seltenem Verkehr kann es sein, dass man den Eisprung verpasst.

Ein Paar sollte sich jedoch nicht unter ″Zeugungsdruck″ setzen: Sex nur nach Kalender kann leicht zu Stress und Lustlosigkeit führen. Sexuelle Störungen und Probleme in der Partnerschaft können die Folge sein.

Was ist eine Gelbkörperschwäche und welche Folgen kann sie haben?

Der Gelbkörper besteht aus der Eihülle der gesprungenen Eizelle und produziert das Hormon Progesteron. Dieses „Gelbkörperhormon“ hat die Aufgabe, die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen, sie auf die Einnistung der Eizelle vorzubereiten und während der Schwangerschaft zu erhalten. Nach etwa der zehnten Schwangerschaftswoche übernimmt die Plazenta die Produktion von Progesteron.

Bei einer sogenannten Gelbkörperschwäche (medizinische Bezeichnung: Corpus-luteum-Insuffizienz) produziert der Gelbkörper zu wenig Progesteron. In der Folge baut sich die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend auf, und die befruchtete Eizelle kann sich nicht einnisten.

Es gibt verschiedene pflanzliche Präparate, homöopathische Mittel und synthetische Hormone, die zur Behandlung einer Gelbkörperschwäche eingesetzt werden. Welche Maßnahmen oder Medikamente geeignet sind, kann nur die Ärztin oder der Arzt entscheiden.

Kann ein Genitalpiercing negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben?

Durch Piercings können sich an Penis, Klitoris oder Schamlippen Infektionen entwickeln. Sie können dann „aufsteigen“ und andere, bei der Frau vor allem innere Geschlechtsorgane befallen. Dies kann in seltenen Fällen zu Unfruchtbarkeit führen, zum Beispiel wenn Entzündungen nicht rechtzeitig und konsequent behandelt werden.

Piercings bedeuten immer ein gewisses Risiko. Es kann zu Blutungen, Infektionen, Allergien, Rissen oder anderen Verletzungen kommen. Ein Piercing am Penis kann Nerven, größere Blutgefäße und auch die Harnröhre verletzen. Wer an Diabetes erkrankt ist oder wessen Abwehrkräfte wegen anderer Krankheiten geschwächt sind (Hepatitis, HIV-Infektion etc.), hat ein erhöhtes Risiko, dass ein Piercing zu Komplikationen führt. Da der Trend zu Piercings relativ neu ist, gibt es erst wenige wissenschaftliche Erkenntnisse zu möglichen Folgeschäden.

Gewebeverletzungen und Infektionen werden hauptsächlich durch mangelnde Erfahrung des Piercers, unhygienische Bedingungen und fehlende oder nicht sachgemäße Nachsorge verursacht. Wer sich zu einem Piercing entschließt, sollte deshalb das Piercingstudio sehr sorgfältig auswählen. Wichtig ist, den Körper danach gut zu beobachten und bei Anzeichen für eine Komplikation, zum Beispiel bei Nachblutungen und Entzündungen, rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Stimmt es, dass Männer durch das Tragen enger Hosen unfruchtbar werden können?

Die Zeugungsfähigkeit eines Mannes kann durch Überhitzung, aber auch durch Unterkühlung der Hoden leiden. Die optimale Temperatur für die Spermienbildung ist etwa 35ºC – so warm ist es im außerhalb des Körpers hängenden Hodensack. Aus diesem Grund wird Männern mit Kinderwunsch häufig geraten, keine sehr engen Hosen (oder Unterhosen) zu tragen, die den Hodensack an den Körper drücken und dadurch die Hoden überwärmen können. Es gibt jedoch bisher keine Studien, die einen solchen Zusammenhang wissenschaftlich eindeutig belegen.

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