Die weiblichen Brüste
Form und Größe der Brüste sehen von Frau zu Frau unterschiedlich aus und verändern sich im Laufe ihres Lebens. Die Spitzen der Brust bilden die Brustwarzen. In der Brustwarze selbst befinden sich viele Nervenenden, so dass dieser Bereich sehr empfindlich ist. Viele Frauen genießen die Stimulierung der Brustwarzen beim Sex, aber an manchen Tagen des Zyklus kann die Brust empfindlich sein, so dass Berührungen auch als unangenehm empfunden werden.
Nach einer Schwangerschaft können sowohl die Brust, wie auch die Brustwarzen größer werden und sich verändern. Während einer Schwangerschaft werden die Brüste schnell größer und fester. Die Drüsenbläschen bereiten sich darauf vor, nach der Geburt Milch zu produzieren. Diese gelangt dann über die Milchgänge zur Brustwarze. Die Brustwarzen werden dann meist dunkler, fester und stehen mehr hervor.
Die äußeren Geschlechtsorgane der Frau
Die großen Schamlippen (Labia majora) sind an der Außenseite behaart und enthalten Fettgewebe sowie Talg- und Schweißdrüsen. Nicht selten sind die beiden äußeren Schamlippen in der Größe und der Form etwas unterschiedlich. Sie liegen schützend vor den anderen Geschlechtsorganen.
Die kleinen Schamlippen (Labia minora) liegen zwischen den großen Schamlippen und sind unbehaart. Spreizt man sie auseinander, wird der Scheidenvorhof sichtbar. Links und rechts des Scheideneingangs befinden sich die Bartholin-Drüsen, deren Sekret den Scheideneingang befeuchtet. Bei sexueller Erregung sondern sie eine gleitfähige Flüssigkeit ab.
Der Kitzler (die Klitoris) befindet sich unter einer Art Kapuze, die von den beiden inneren Schamlippen gebildet wird. Die Klitoris ist sehr empfindsam und schwillt bei sexueller Erregung an. Sie wird auch das Lustorgan der Frau genannt.
Die inneren Geschlechtsorgane der Frau
Die Scheide (Vagina) ist eine 10 bis 12 Zentimeter lange, sehr elastisch-muskulöse Röhre. Die Wände der Scheide liegen dicht beieinander, können sich jedoch auch stark dehnen. In das hintere Ende der Scheide ragt der Gebärmutterhals mit dem Muttermund hinein. In der Scheide befinden sich milchsäurebildende Bakterien zum Schutz der Fortpflanzungsorgane vor Entzündungen.
Die Gebärmutter (Uterus) ist ein muskulöses, birnenförmiges Organ von 8 bis 10 Zentimeter Größe. Die Gebärmutter besteht aus dem Körper mit der Gebärmutterhöhle und dem Gebärmutterhals (Zervix) mit dem Muttermund der in die Scheide hineinragt. Die Gebärmutterhöhle ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Am oberen Ende der Gebärmutter münden die Eileiter in die Gebärmutterhöhle ein. Über Bänder ist die Gebärmutter im Becken befestigt, so dass sie beweglich bleibt und sich bei einer Schwangerschaft ausdehnen kann. Bei sexueller Erregung und bei der Menstruation ziehen sich die Gebärmuttermuskeln zusammen.
Die Eierstöcke (Ovarien) sind zwei etwa walnussgroße Drüsen, die rechts und links von der Gebärmutter liegen. In beiden Eierstöcken befinden sich von Geburt an rund eine Million unreifer Eizellen. Von diesem Vorrat reift in den fruchtbaren Jahren der Frau ungefähr einmal im Monat eine Eizelle in einem Eibläschen (Follikel) heran. In den Eierstöcken werden Hormone gebildet, die zyklische Veränderungen in den Geschlechtsorganen bewirken.
Die Eileiter (Tuben) verbinden die Gebärmutter mit den beiden Eierstöcken. Sie sind ungefähr 12 Zentimeter lang, röhrenförmig mit einem trichterförmigen Ende zu den Eierstöcken hin. Beim Eisprung legt sich der Trichter an den Eierstock an, um die Eizelle aufzunehmen und in den Eileiter weiter zu leiten. Im Eileiter findet die Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle statt. Durch Muskelbewegungen und Sogwirkung wird die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterhöhle transportiert.
Die Geschlechtsorgane des Mannes
Der Penis besteht aus dem Schaft mit den beiden Erektionsschwellkörpern und dem Harnröhrenschwellkörper. Das Ende des Harnröhrenschwellkörpers verdickt sich zur Eichel. Die Eichel ist von der Vorhaut bedeckt – bei beschnittenen Männern ist die Eichel teilweise oder vollständig sichtbar. Im Normalzustand ist der Penis weich. Bei einer Erektion fließt vermehrt Blut in die Schwellkörper. Der Penis richtet sich auf, wird größer und härter. Sowohl das sexuelle Lustempfinden als auch die männliche Zeugungsfähigkeit sind unabhängig von der Größe des Penis. Die Harnröhre verläuft im Harnröhrenschwellkörper des Penis und mündet etwa in der Mitte der Eichel. Sowohl Urin als auch Samenflüssigkeit gelangen über die Harnröhre nach außen. Bei sexueller Erregung schließt ein Ventil die Verbindung zur Blase, so dass kein Urin austreten kann.
Der Hodensack (Skrotum) umhüllt die beiden Hoden. Er befindet sich außerhalb des Körpers, da die Samenzellen eine etwas geringere Temperatur benötigen als die normale Körpertemperatur. Bei Kälte ziehen sich Muskeln im Hodensack zusammen und rücken so die Hoden enger an den Körper heran.
Die Hoden (Testes) des Mannes sind für die Sexualität und für die Fruchtbarkeit wichtige Organe. Sie bestehen aus zwei etwa pflaumengroßen Drüsen, die der Hodensack einhüllt. Feine Samenkanälchen durchziehen das Innere der Hoden. Hier bilden sich die Samenzellen. Im Bindegewebe zwischen den Samenkanälchen wird das Sexualhormon Testosteron, das “Männlichkeitshormon“, produziert. Es bewirkt die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale und wird für die Samenbildung gebraucht.
Die beiden Nebenhoden (Epididymis) befinden sich an der Rückseite der Hoden und bestehen in einem vielfach gewundenen Kanal. Die Samenzellen gelangen aus den Hoden in die Nebenhoden, wo sie weiter ausreifen und aufbewahrt werden.
Auf der Rückseite der Harnblase liegen zwei etwa 10 Zentimeter große Bläschendrüsen, auch Samenbläschen (Glandulae vesiculosae) genannt. Sie produzieren eine fruchtzuckerhaltige Flüssigkeit, die sich dem Samenerguss beimischt. Die Flüssigkeit aus den Bläschendrüsen ist für die Beweglichkeit der Samenzellen wichtig und liefert ihnen Energie.
Unter der Harnblase liegt die Vorsteherdrüse (Prostata), ein fester runder Körper von der Größe einer Walnuss. In der Vorsteherdrüse befinden sich ungefähr 50 kleine Drüsen, die ein Sekret ausscheiden, welches den überwiegenden Teil der Samenflüssigkeit ausmacht. Seine Bestandteile fördern die Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen.
Unterhalb der Vorsteherdrüse liegen die beiden erbsengroßen Cowper-Drüsen, die bei sexueller Erregung ein Sekret absondern, das die in der Harnröhre enthaltene Säure neutralisiert und die Eichel befeuchtet.
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Häufig gestellte Fragen
Wie spüre ich, ob ich einen Eisprung habe?
Kaum eine Frau kann den exakten Termin ihres Eisprungs spüren oder berechnen. Wenn eine Frau ihren Zyklus sorgfältig beobachtet, kann sie aber recht sicher sagen, in welchem Zeitraum der Eisprung stattfindet.
Einige Frauen spüren den bevorstehenden Eisprung als dumpfen oder ziehenden Schmerz in der linken oder rechten Seite des Unterleibs („Mittelschmerz“). Bei manchen Frauen sind die Brüste zur Zeit des Eisprungs sehr empfindlich. Einige wenige Frauen haben zum Zeitpunkt des Eisprungs eine leichte Blutung von ein bis zwei Tagen. Manche bemerken diese Anzeichen nur in manchen Zyklen, in anderen jedoch nicht. Viele Frauen können ihren Eisprung gar nicht spüren.
Es ist viel darüber spekuliert worden, ob und wie der steile Anstieg von Sexualhormonen um den Eisprung herum das Verhalten von Frauen beeinflusst. Es gibt Frauen, die um den Eisprung herum mehr sexuelle Lust empfinden. Allerdings liegen zu entsprechenden Berichten und Erfahrungen keine aussagekräftigen Studien vor.
Wie sieht die Samenflüssigkeit normalerweise aus?
Die Samenflüssigkeit, auch Ejakulat genannt, sieht durchsichtig-milchig aus, manchmal leicht gräulich oder gelblich. Nach der Ejakulation wird die Flüssigkeit gallertartig, nach einigen Minuten verflüssigt sie sich wieder. Normalerweise wird beim Samenerguss eine Menge von 2 bis 6 Milliliter Flüssigkeit ausgestoßen. Bei sehr häufigen Ejakulationen kann die Menge geringer sein, nach längerer sexueller Abstinenz kann sie etwas größer sein.
Können auch mehrere Eizellen gleichzeitig befruchtet werden?
Selten reifen auf natürlichem Weg gleichzeitig zwei befruchtungsfähige Eizellen heran, sehr selten drei oder mehr. Wenn diese zwei oder drei Eizellen gleichzeitig reif geworden sind und sich aus dem Follikel gelöst haben (Eisprung), können sie von verschiedenen Samenzellen befruchtet werden. Falls ihnen dann die Einnistung in die Gebärmutter gelingt, können sich zweieiige Zwillinge oder dreieiige Drillinge entwickeln. Die Mehrlinge unterscheiden sich dann ebenso voneinander wie gewöhnliche Geschwister.
Stimmt es, dass die Samenzelle über das Geschlecht eines Kindes entscheidet?
Das Geschlecht des Kindes hängt davon ab, welche Samenzelle (Spermium) die Eizelle befruchtet. In jeder Eizelle und jeder Samenzelle befindet sich ein Geschlechts-Chromosom. Eine Eizelle trägt immer ein X-Chromosom. Eine Samenzelle enthält entweder ein X-Chromosom oder ein Y-Chromosom. Befruchtet eine Samenzelle mit X-Chromosom die Eizelle, entsteht daraus ein weiblicher Embryo (XX-Kombination). Bei einer Samenzelle mit Y-Chromosom wird es ein männlicher Embryo (XY-Kombination).

