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Fortpflanzungsvorgänge beim Mann

Der Körper des Mannes produziert täglich Millionen von Samenzellen (Spermien), die eine weibliche Eizelle befruchten können. Wer mehr über die männlichen Fortpflanzungsvorgänge weiß, kann sich vor einer unerwünschten Schwangerschaft besser schützen und die Chancen für eine erwünschte Schwangerschaft erhöhen.


  

Hormone – wichtig für die Fruchtbarkeit

In der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) des Mannes werden ab der Pubertät Hormone gebildet, die das Geschehen in den Hoden steuern. Hormone sind Botenstoffe, die in Körperdrüsen gebildet und ins Blut ausgeschüttet werden. Hormone sind nicht nur für die Fruchtbarkeit und die Sexualität wichtig, sie beeinflussen unter anderem auch das seelische Wohlergehen und das Immunsystem.

Das Follikelstimulierendes Hormon (Abkürzung: FSH) reguliert die Bildung von Samenzellen im Hoden. Das luteinisierende Hormon (LH) steuert die Produktion des Geschlechtshormons Testosteron. Die Bildung und Ausschüttung von FSH und LH sind jedoch abhängig von dem Freisetzungshormon Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), das im Zwischenhirn gebildet wird. Die Ausschüttung des Freisetzungshormons wird über die Großhirnrinde reguliert.

Auch äußere Reize und seelische Signale, die im Gehirn verarbeitet werden, wirken auf den hormonellen Regelkreis ein und können die Samenzellproduktion positiv oder negativ beeinflussen.

 

Die Bildung von Samenzellen (Spermiogenese)

Samenzellen entwickeln sich in den Samenkanälchen der Hoden. Von dort gelangen sie in die Nebenhoden. In den Nebenhodenkanälen reifen die Samenzellen endgültig aus; nun sind sie fähig, eine Eizelle zu befruchten. Der Entwicklungs- und Reifeprozess der Samenzellen dauert etwa drei Monate. Für die Spermienbildung wird eine konstante Körpertemperatur von ungefähr 35 Grad Celsius benötigt. Aus diesem Grund ziehen sich die Hoden bei niedrigen Temperaturen an den Körper heran und bei höheren Temperaturen dehnt sich der Hodensack aus.

Die reifen Samenzellen verbleiben in den Nebenhoden in einer Art Speicher. Durch Muskelkontraktionen während des Orgasmus kommt es zum Samenerguß (Ejakulation). Die Samenzellen gelangen dabei aus den Nebenhoden durch die Samenleiter in die Harnröhre und von dort nach außen. Erfolgt über längere Zeit kein Samenerguß, werden die Spermien vom Körper wieder abgebaut.

 

Die Samenflüssigkeit

Beim Orgasmus des Mannes wird im Allgemeinen 2 bis 6 Milliliter Samenflüssigkeit (Ejakulat) aus der Harnröhre ausgestoßen. Die Samenflüssigkeit sieht durchsichtig-milchig aus und hat einen spezifischen Geruch. In jedem Milliliter Samenflüssigkeit befinden sich bei einem gesunden fruchtbaren Mann durchschnittlich mehr als 20 Millionen Samenzellen.

Die Samenflüssigkeit stellt das Transportmittel der Spermien zur Eizelle dar. Die Samenzellen selbst machen in der Samenflüssigkeit übrigens nur fünf Prozent aus. Sie vermischen sich beim Samenerguss mit Sekreten aus anderen Drüsen, insbesondere aus der Prostata und den Bläschendrüsen. Diese Sekrete sind für die Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen sehr wichtig. Unter anderem sorgen sie für die Beweglichkeit der Samenzellen und dienen ihnen als Energielieferant.

 

Weitere Informationen zum Thema

 

Publikationen zum Thema

Freundl Günter; Gnoth, Christian; Frank-Herrmann, Petra
München 2001 | Preis: 16,90 €
 

Häufig gestellte Fragen

Wie sieht die Samenflüssigkeit normalerweise aus?

Die Samenflüssigkeit, auch Ejakulat genannt, sieht durchsichtig-milchig aus, manchmal leicht gräulich oder gelblich. Nach der Ejakulation wird die Flüssigkeit gallertartig, nach einigen Minuten verflüssigt sie sich wieder. Normalerweise wird beim Samenerguss eine Menge von 2 bis 6 Milliliter Flüssigkeit ausgestoßen. Bei sehr häufigen Ejakulationen kann die Menge geringer sein, nach längerer sexueller Abstinenz kann sie etwas größer sein.

Stimmt es, dass Männer durch das Tragen enger Hosen unfruchtbar werden können?

Die Zeugungsfähigkeit eines Mannes kann durch Überhitzung, aber auch durch Unterkühlung der Hoden leiden. Die optimale Temperatur für die Spermienbildung ist etwa 35ºC – so warm ist es im außerhalb des Körpers hängenden Hodensack. Aus diesem Grund wird Männern mit Kinderwunsch häufig geraten, keine sehr engen Hosen (oder Unterhosen) zu tragen, die den Hodensack an den Körper drücken und dadurch die Hoden überwärmen können. Es gibt jedoch bisher keine Studien, die einen solchen Zusammenhang wissenschaftlich eindeutig belegen.

Wieweit spielt das Alter des Mannes bei unerfülltem Kinderwunsch eine Rolle?

Viele Männer sind auch in höherem Alter noch zeugungsfähig. Dennoch wird auch die Fruchtbarkeit des Mannes, wie die der Frau, durch Alterungsprozesse beeinflusst. Hierbei ist zu beobachten, dass die Hodenfunktion eingeschränkt ist, der Hormonspiegel abnimmt, eine Verringerung der Spermienbildung vorliegt und die Beweglichkeit der Spermien nachlässt.

Tragen die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Maßnahmen der künstlichen Befruchtung, dann nur noch bis zum 50. Lebensjahr des Mannes.

Stimmt es, dass die Samenzelle über das Geschlecht eines Kindes entscheidet?

Das Geschlecht des Kindes hängt davon ab, welche Samenzelle (Spermium) die Eizelle befruchtet. In jeder Eizelle und jeder Samenzelle befindet sich ein Geschlechts-Chromosom. Eine Eizelle trägt immer ein X-Chromosom. Eine Samenzelle enthält entweder ein X-Chromosom oder ein Y-Chromosom. Befruchtet eine Samenzelle mit X-Chromosom die Eizelle, entsteht daraus ein weiblicher Embryo (XX-Kombination). Bei einer Samenzelle mit Y-Chromosom wird es ein männlicher Embryo (XY-Kombination).

 

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