Die symptothermale Methode
Die symptothermale Methode besteht darin, in den Tagen um den Eisprung die Beschaffenheit des Zervixschleims zu untersuchen und jeden Morgen vor dem Aufstehen die Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) zu messen. Die Schleimbeobachtung zeigt an, wann der Eisprung stattfindet, während sich an der Basaltemperatur ablesen lässt, wann er vorüber ist. Durch Beobachtung des Gebärmutterhalses oder des Muttermunds kann die Sicherheit zusätzlich erhöht werden, vor allem wenn die Schleimbeobachtung Schwierigkeiten bereitet. Die Ergebnisse sollten in einer Tabelle notiert werden.
Messen der Aufwachtemperatur
Die Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) ist in der ersten Zyklushälfte, vom Beginn der Monatsblutung bis zum Eisprung, etwas niedriger als in der zweiten Zyklushälfte. Nach dem Eisprung steigt sie um etwa zwei Zehntel Grad Celsius an und bleibt bis zur nächsten Regelblutung auf diesem höheren Niveau. Gemessen wird morgens direkt nach dem Aufwachen, vor dem Aufstehen. Vor dem Messen sollte die Frau zumindest eine Stunde geschlafen haben. Die Messung kann im Mund, in der Vagina oder im After durchgeführt werden. Wichtig ist, dass innerhalb eines Zyklus immer an der gleichen Stelle gemessen wird. Ein einfaches Galliumthermometer genügt und ist auch genauer als digitale Thermometer. Letztere sind allerdings wegen der kürzeren Messzeit bequemer.
Die Schleimbeobachtung
Der Schleim, der im Gebärmutterhals gebildet wird und am Scheideneingang zu fühlen und zu sehen ist, verändert sich im Laufe des Zyklus. Zu Beginn des Zyklus fühlt sich der Scheideneingang meist trocken an; einige Tage vor dem Eisprung kann der Zervixschleim dann gefühlt und gesehen werden.
Er ist zunächst milchig trüb und wird in den nächsten Tagen immer klarer. Außerdem wechselt die Beschaffenheit von klebrig und zäh zu flüssig und fadenziehend (spinnbar wie Eiweiß). Beim Vorhandensein von flüssigem und spinnbarem Zervixschleim fühlt sich der Scheideneingang feucht an. Zum Zeitpunkt des Eisprungs wird der Schleim dann innerhalb kurzer Zeit wieder zäh und trüb.
Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage
Temperatur- und Schleimbeobachtung werden zunächst unabhängig voneinander ausgewertet und dann die Ergebnisse verglichen. Bei der symptothermalen Methode lässt sich das Ende der fruchtbaren Periode sicherer bestimmen als der Beginn.
- Je nachdem, welches Anzeichen später auftritt, beginnt die unfruchtbare Zeit nach dem Eisprung am dritten Abend der erhöhten Temperaturmessung oder am dritten Abend, nachdem der Schleim seine höchste Qualität (maximal flüssiger, klarer und spinnbarer Schleim) erreicht hat. Dabei muss die Temperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen höher sein als an den sechs vorangegangenen Tagen. Zudem muss die Temperatur am dritten Tag der Erhöhung mindestens zwei Zehntel Grad über dem höchsten Wert der vorherigen sechs Tage mit niedriger Temperatur liegen.
- Der Beginn der fruchtbaren Tage wird anhand der Schleimbeobachtung und durch Berechnung aus den zwölf vorangegangenen Zyklen ermittelt. In jedem Fall beginnen sie spätestens dann, wenn das erste Mal ein feuchtes Gefühl im Scheideneingang auftritt. Falls ein Zykluskalender der letzten zwölf Monate vorliegt, werden vom kürzesten Zyklus 20 Tage abgezogen. So wird die Anzahl der unfruchtbaren Tage am Zyklusanfang errechnet.
- Liegen Temperaturmessungen der letzten zwölf Zyklen vor, werden stattdessen vom frühesten Tag des Temperaturanstiegs acht Tage abgezogen. Auf diese Weise lässt sich die Anzahl der unfruchtbaren Tage vor dem Eisprung errechnen. In jedem Fall beginnt die fruchtbare Periode aber spätestens beim ersten Empfinden von feuchtem Schleim am Scheideneingang
Beobachtung des Gebärmutterhalses oder des Muttermundes
Die Beobachtung des Gebärmutterhalses oder des Muttermundes kann die symptothermale Methode ergänzen und ihre Sicherheit erhöhen. Auch der Muttermund verändert sich im Laufe des weiblichen Zyklus. Direkt nach der Menstruation fühlt er sich fest an (wie die Nasenspitze), ist geschlossen und ragt tief in die Scheide hinein. In der fruchtbaren Zeit ist er weich (wie die Lippe), leicht geöffnet, und er verlagert sich höher in die Scheide.
Bei der täglichen Selbstuntersuchung mit dem Finger lassen sich diese Veränderungen erkennen. Somit kann der Beginn der fruchtbaren Zeit bestimmt werden. Die unfruchtbaren Tage beginnen nach drei Tagen mit geschlossenem, hartem Muttermund.
Als alleinige Methode zur Bestimmung der fruchtbaren Zeit kann die Beobachtung des Muttermundes allerdings nicht empfohlen werden, weil sie zu unsicher ist. Zur Kontrolle sollte mindestens noch die Temperaturauswertung hinzugezogen werden.
Weitere Informationen zum Thema
- Technische Hilfsmittel zur Eisprungberechnung
Technische Hilfsmittel zur Eisprungberechnung sind für sich allein keine Verhütungsmethode, da die Bestimmung der fruchtbaren Tage vor dem Eisprung zu ungenau ist.
- Die Zyklustabelle
Vorgedruckte Tabellen zur Eintragung von Temperatur und Schleimbeschaffenheit erleichtern die Anwendung der symptothermalen Methode.
- Körperzeichen weisen den Weg
Broschüre der pro familia zum Bestellen als Print-Medium oder zum Herunterladen aus dem Internet. Die Broschüre erläutert detailliert, wie anhand von Körperzeichen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus selbst bestimmt werden können. Die Temperatur-Methode, die Schleimstrukturmethode und die Selbstuntersuchung des Muttermundes werden anhand von Grafiken und praktischen Beispielen anschaulich und genau erklärt. (Recherchedatum: 17.01.2005)
- Kurse zum Erlernen der sympto-thermalen Methode
Das Institut für natürliche Empfängnisregelung Prof. Dr. med. Josef Rötzer e.V. (INER ) bietet umfangreiche Informationen zur sympto-thermalen Methode. Interessierte finden Ansprechpartner sowie Hinweise auf Kurse zum Erlernen der Methode in ganz Deutschland. (Recherchedatum: 07.09.2006)
- Alles über natürliche Familienplanung
Die Malteser Arbeitsgruppe NFP informiert rund um das Thema Natürliche Familienplanung. Über Methodik und Sicherheit, sowie über die Bedeutung von NFP in den verschiedenen Lebensphasen. Interessierte finden AnsprechpartnerInnen in den verschiedenen Regionen und Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen. (Recherchedatum 07.09.2006)
- Ein kleines Wunder: Die Fortpflanzung
Die Broschüre der BZgA beschreibt die Fortpflanzungsvorgänge und thematisiert die verschiedenen Faktoren, die auf die Fruchtbarkeit Einfluss nehmen können. Sie kann als PDF-Dokument heruntergeladen und bestellt werden. (Recherchedatum: 26.10.2006)
Publikationen zum Thema
Häufig gestellte Fragen
Wie spüre ich, ob ich einen Eisprung habe?
Kaum eine Frau kann den exakten Termin ihres Eisprungs spüren oder berechnen. Wenn eine Frau ihren Zyklus sorgfältig beobachtet, kann sie aber recht sicher sagen, in welchem Zeitraum der Eisprung stattfindet.
Einige Frauen spüren den bevorstehenden Eisprung als dumpfen oder ziehenden Schmerz in der linken oder rechten Seite des Unterleibs („Mittelschmerz“). Bei manchen Frauen sind die Brüste zur Zeit des Eisprungs sehr empfindlich. Einige wenige Frauen haben zum Zeitpunkt des Eisprungs eine leichte Blutung von ein bis zwei Tagen. Manche bemerken diese Anzeichen nur in manchen Zyklen, in anderen jedoch nicht. Viele Frauen können ihren Eisprung gar nicht spüren.
Es ist viel darüber spekuliert worden, ob und wie der steile Anstieg von Sexualhormonen um den Eisprung herum das Verhalten von Frauen beeinflusst. Es gibt Frauen, die um den Eisprung herum mehr sexuelle Lust empfinden. Allerdings liegen zu entsprechenden Berichten und Erfahrungen keine aussagekräftigen Studien vor.
Können auch mehrere Eizellen gleichzeitig befruchtet werden?
Selten reifen auf natürlichem Weg gleichzeitig zwei befruchtungsfähige Eizellen heran, sehr selten drei oder mehr. Wenn diese zwei oder drei Eizellen gleichzeitig reif geworden sind und sich aus dem Follikel gelöst haben (Eisprung), können sie von verschiedenen Samenzellen befruchtet werden. Falls ihnen dann die Einnistung in die Gebärmutter gelingt, können sich zweieiige Zwillinge oder dreieiige Drillinge entwickeln. Die Mehrlinge unterscheiden sich dann ebenso voneinander wie gewöhnliche Geschwister.
Stimmt es, dass die Samenzelle über das Geschlecht eines Kindes entscheidet?
Das Geschlecht des Kindes hängt davon ab, welche Samenzelle (Spermium) die Eizelle befruchtet. In jeder Eizelle und jeder Samenzelle befindet sich ein Geschlechts-Chromosom. Eine Eizelle trägt immer ein X-Chromosom. Eine Samenzelle enthält entweder ein X-Chromosom oder ein Y-Chromosom. Befruchtet eine Samenzelle mit X-Chromosom die Eizelle, entsteht daraus ein weiblicher Embryo (XX-Kombination). Bei einer Samenzelle mit Y-Chromosom wird es ein männlicher Embryo (XY-Kombination).
Wie häufig sollte man Sex haben, wenn ein Kind geplant ist?
Viele Ärztinnen und Ärzte empfehlen, im Zeitraum des Eisprungs der Frau ungefähr alle zwei Tage Geschlechtsverkehr zu haben.
Bei sehr häufigem Verkehr wird die Spermienkonzentration im Samenerguss geringer, und damit sinken die Chancen einer Befruchtung. Bei zu seltenem Verkehr kann es sein, dass man den Eisprung verpasst.
Ein Paar sollte sich jedoch nicht unter ″Zeugungsdruck″ setzen: Sex nur nach Kalender kann leicht zu Stress und Lustlosigkeit führen. Sexuelle Störungen und Probleme in der Partnerschaft können die Folge sein.
Wie kommt es zu dem Temperaturanstieg nach dem Eisprung?
Nach dem Eisprung gibt der im Eibläschen befindliche Gelbkörper das Hormon Progesteron ins Blut ab. Dieses Hormon wirkt unter anderem auf das Temperaturzentrum im Gehirn ein, so dass die Körpertemperatur um einige Zehntelgrade ansteigt.

