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Entwicklung der Kinder nach Fruchtbarkeitsbehandlung

In Deutschland werden jährlich mehrere tausend Kinder nach einer Sterilitätsbehandlung geboren. In den meisten Fällen verläuft die Entwicklung dieser Kinder unauffällig, doch es gibt auch Risiken.


Ganz normale Kinder

Bisherige Untersuchungen belegen, dass sich Kinder nach einer Sterilitätsbehandlung (sogenannte IVF-Kinder), sofern sie gesund geboren werden, genauso entwickeln wie Kinder nach natürlicher Zeugung. Auch hinsichtlich der Probleme in der Erziehung unterscheiden sie sich nicht. Die Eltern von IVF-Kindern haben mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie andere Eltern auch. Jedes Kind entwickelt seine eigene Persönlichkeit und versucht, die Grenzen seiner Eltern zu erfahren. Und auch hier kann es passieren, dass die Eltern enttäuscht sind, wenn sich ihre Wunschkinder nicht immer nach ihren Vorstellungen entwickeln.

Das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften

Nach einer Sterilitätsbehandlung treten mehr Mehrlingsschwangerschaften ein als nach einer Zeugung auf natürlichem Weg. Statistisch gesehen verteilen sich die intakten Schwangerschaften nach der Rückgabe von drei Embryonen nach IVF auf etwa 70% Einlinge, etwa 20% bis 25% Zwillinge und 3% bis 5% Drillinge.

Während Zwillinge recht gute Aussichten auf eine gesunde Entwicklung haben, sind Drillinge in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung gefährdet, da für sie das Risiko einer Frühgeburt hoch ist. Durch die Betreuung auf speziellen Frühgeborenen-Stationen haben heute auch zu früh geborene Kinder eine gute Überlebenschance und Prognose für ihre weitere Entwicklung. Manche Kinder bleiben jedoch dauerhaft in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung beeinträchtigt.

Das Risiko von Fehlbildungen durch ICSI

Die Frage, ob ein Kind durch ICSI eine Fehlbildung bekommen kann, kann nicht abschließend geklärt werden. Es gibt Hinweise, dass das Sterilitätsproblem des Paares eventuell im Zusammenhang mit der ICSI-Behandlung zu vermehrten Auffälligkeiten der Kinder führt.

Belastungen für die Eltern

Frühgeborene Mehrlinge müssen nach der Geburt häufig noch lange in der Klinik liegen und benötigen eine intensive medizinische Betreuung. Die Eltern bangen in dieser Zeit um ihren Nachwuchs. Die Angst, dass nicht alles normal verläuft, zerrt an den Nerven und führt zu starken Belastungen.

Für den Alltag zuhause gilt, dass mehrere gleichaltrige Babys ihre Eltern sowohl körperlich als auch psychisch an ihre Grenzen bringen können. Sie beanspruchen sehr viel mehr Energie als ein einzelnes Baby.

Paare sollten deshalb vor einer Sterilitätsbehandlung überlegen, ob sie diese möglichen Belastungen tragen können beziehungsweise wollen. Die Ärztin oder der Arzt kann bei einer Hormonbehandlung zurückhaltender stimulieren oder – bei einer IVF – statt drei nur zwei Embryonen in den Körper übertragen, um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu minimieren. Dadurch können sich allerdings auch die Chancen verringern, dass eine Schwangerschaft zustande kommt.

Weiterführende Informationen

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Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich herausfinden, welche Behandlungsmethode die richtige ist?

Welche Behandlungsmethode individuell am besten geeignet ist, hängt zum einen von der Ursache der Fruchtbarkeitsstörung ab, zum anderen auch davon, in welchem Umfang das Paar bereit ist, die zeitlichen, gesundheitlichen und psychischen Belastungen einer Fruchtbarkeitsbehandlung auf sich zu nehmen.

Welche Behandlungsverfahren überhaupt infrage kommen, kann erst nach einer gründlichen ärztlichen Untersuchung entschieden werden. Wird dann eine bestimmte Methode vorgeschlagen, ist es empfehlenswert, sich bei der Ärztin oder dem Arzt genau über das Vorgehen, die Behandlungsdauer, die Erfolgschancen und etwaige Risiken zu informieren.

Auch eine kurzzeitige psychologische Beratung kann bei der Entscheidungsfindung helfen und das Paar seelisch unterstützen. Die in der Beratungsstellen-Datenbank befindlichen anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen helfen auch beim Thema "Unerfüllter Kinderwunsch". Sie können bei der Suche nach einer geeigneten Praxis oder Klinik behilflich sein und bieten außerdem psychologische Begleitung während der Fruchtbarkeitsbehandlung.

Gibt es eine Altersgrenze für eine Kinderwunschbehandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen machen die anteilige Kostenübernahme für eine IVF-Behandlung auch vom Alter des Paares abhängig. Frauen und Männer dürfen frühestens im Alter von 25 Jahren mit einer IVF-Behandlung beginnen. Das Höchstalter der Frau ist auf 40 Jahre, das Höchstalter des Mannes auf 50 Jahre festgesetzt.

Es gibt jedoch Frauen und Paare, die jenseits dieser Altersgrenzen eine Fruchtbarkeitsbehandlung wünschen und privat bezahlen. Für eine aussichtsreiche Behandlung ist es vor allem wichtig, dass die Eierstöcke der Frau auf eine Hormonbehandlung mit der Bildung von befruchtungsfähigen Eizellen reagieren.

Der biologische Alterungsprozess ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Deshalb lässt sich keine genaue Altersgrenze  festlegen, bis zu der eine IVF-Behandlung erfolgreich sein kann. Ältere Frauen und Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen müssen sich jedoch eher darauf einstellen, dass sie auch mit einer Behandlung möglicherweise nicht mehr schwanger werden können. Auch die Rate an Fehlgeburten nimmt mit den Jahren zu.

Wieso ist eine künstliche Befruchtung nicht immer erfolgreich?

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) sind seit Jahren erprobte Methoden, aber sie sind sehr komplex und damit störungsanfällig. Es kommt öfter vor, dass einzelne Schritte nicht gelingen.

Zum Beispiel entwickeln sich nicht immer befruchtungsfähige Eizellen, oder es findet keine Befruchtung statt. Es kann auch sein, dass sich nach der Übertragung befruchteter Eizellen kein Embryo in der Gebärmutter einnistet. Die Ursachen für das Versagen der Behandlung sind sehr unterschiedlich und lassen sich nicht immer genau feststellen.

Ist das Risiko für kindliche Fehlbildungen nach einer künstlichen Befruchtung erhöht?

Bei natürlich gezeugten Kindern kommt es bei etwa jeder 15. Schwangerschaft zu einer kindlichen Fehlbildung, nach einer künstlichen Befruchtung bei jeder zwölften. Unklar ist jedoch, ob die erhöhte Fehlbildungsrate eine Folge der Fruchtbarkeitsbehandlung ist oder mit den Risikofaktoren zusammenhängt, die die Eltern mitbringen. Viele Fachleute halten die erhöhte Fehlbildungsrate eher für die Folge der Störung, die zur Unfruchtbarkeit geführt hat.

Nach Fruchtbarkeitsbehandlungen kommt es zudem häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften. Da Mehrlinge oft zu früh geboren werden, erhöht sich auch hier das Risiko für körperliche und geistige Beeinträchtigungen.

Allgemein wird davon ausgegangen, dass das Fehlbildungsrisiko bei den Behandlungsmethoden In-vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) in etwa gleich ist. Bei beiden Methoden treten vermehrt Herzfehler, Lippen- und Gaumenspalten und Fehlbildungen des Verdauungstraktes auf.

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