Viele Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch warten lange auf einen Termin mit einer Spezialistin oder einem Spezialisten, um die Ursachen für die Kinderlosigkeit endlich abklären zu können. Umso enttäuschender kann es für sie sein, wenn nach der Sprechstunde wichtige Fragen offen geblieben sind.
Das mag an dem Zeitdruck liegen, unter dem manche Ärztinnen und Ärzte stehen, so dass in der knappen Zeit kein ausführliches Gespräch möglich ist. Oder die Kommunikation verläuft nicht optimal, so dass eine gewisse Scheu entsteht nachzufragen. Manchmal vergisst man in dem entscheidenden Moment auch einfach, was man alles auf dem Herzen hat und wissen will.
Für diese Fälle kann es hilfreich sein, vor dem Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt eine Checkliste mit den eigenen Fragen vorzubereiten und in die Sprechstunde mitzubringen.
Fragen an die Ärztin oder den Arzt
- Was genau können Sie durch die Untersuchungen erkennen?
- Ist die Untersuchung schmerzhaft?
- Können Komplikationen auftreten? Wenn ja, welche? Und wie häufig?
- Gibt es Alternativen zu der jeweiligen Untersuchung?
- Kann ich am Tag der Untersuchung arbeiten?
- Wann erfahre ich das Untersuchungsergebnis?
- An wen darf ich mich in der Praxis wenden, wenn ich zwischen den Terminen Fragen oder Probleme habe?
Ratsuchende sollten sich nicht scheuen, kritische Fragen zu den diagnostischen Verfahren und ihrem Nutzen zu stellen. Das ist ihr gutes Recht als Patientin oder Patient.
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Häufig gestellte Fragen
Ich muss meinen Samen untersuchen lassen - was kommt dabei auf mich zu?
Die Untersuchung des Samens ist für die medizinische Diagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch unerlässlich. Die Masturbation in einer Praxis oder Klinik ist jedoch nicht jedermanns Sache.
Aber die meisten andrologischen Praxen und Kinderwunschpraxen bemühen sich um eine ansprechende Ausstattung und Gestaltung des Raumes, in dem Männer ihren Samen gewinnen sollen.
Für die Angestellten in der Praxis ist dieser Vorgang Routine. Männer fällt es dennoch manchmal schwer, in den Räumen einer Praxis oder einer Klinik zu masturbieren. Die meisten Labors sind in diesen Fällen einverstanden, wenn eine Samenprobe von zu Hause in die Praxis mitgebracht wird.
Das Ejakulat muss frisch sein und in einem ganz sauberen Behälter transportiert werden. Hitze, Kälte und Sonnenlicht schaden dem Sperma. Die Einzelheiten zum Transport muss der Mann mit der jeweiligen Praxis absprechen.
Stimmt es, dass oft bei beiden Partnern eine Fruchtbarkeitsstörung gefunden wird?
Fruchtbarkeitsstörungen können beide Geschlechter betreffen. Die Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit sind bei Mann und Frau beinahe gleich verteilt. Bei 20 Prozent der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch lässt sich sowohl bei der Frau als auch beim Mann eine eingeschränkte Fruchtbarkeit feststellen.
Es ist deshalb Standard, beide Partner zu untersuchen, wenn die erhoffte Schwangerschaft ausbleibt. Bevor eine Frau körperlich belastende diagnostische Verfahren, wie zum Beispiel Untersuchungen ihrer Eileiter, vornehmen lässt, sollte ihr Partner die Befruchtungsfähigkeit seiner Spermien prüfen lassen.
In etwa 10 Prozent der Fälle lassen sich trotz sorgfältiger medizinischer Diagnostik keine Ursachen für das Ausbleiben der Schwangerschaft finden.

