Körperliche Untersuchung
Die Untersuchung von männlichen Fruchtbarkeitsstörungen führen meist Urologen oder Andrologen durch. Zunächst wird der allgemeine Gesundheitszustand des Mannes abgeklärt und im Gespräch nach möglichen Erkrankungen und anderen fruchtbarkeitsmindernden Einflüssen gesucht. Die Hoden und Nebenhoden werden abgetastet, die Untersuchung von Prostata und Bläschendrüsen erfolgt durch den Enddarm. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung können Geschlechtsorgane, Prostata und Harnwege beurteilt werden. Die Ultraschalluntersuchung ist schmerzlos und gefahrlos.
Untersuchung des Samens
Das Ejakulat wird auf das Vorhandensein, die Anzahl, die Gestalt und die Beweglichkeit von Samenzellen untersucht. Dazu gewinnt der Mann nach etwa drei sexuell enthaltsamen Tagen Samenflüssigkeit durch Masturbation, die dann gleich anschließend untersucht wird.
Die Samenqualität wird unter anderem unter dem Mikroskop beurteilt und in einem Spermiogramm dokumentiert. Die Spermaqualität kann schon innerhalb von wenigen Wochen stark schwanken. Deshalb wird die Untersuchung im Allgemeinen zweimal im Abstand von zwei bis drei Monaten durchgeführt.
In der Regel gilt eine Spermienanzahl von mindestens 20 Millionen pro Milliliter mit über 50 Prozent beweglichen und mehr als 25 Prozent schnell beweglichen Spermien als normaler Befund. Das normale Spermavolumen liegt bei zwei bis fünf Milliliter.
Hormonuntersuchungen
Hormonuntersuchungen werden durchgeführt, wenn sich im Spermiogramm eine sehr geringe Anzahl an Spermien findet. Die Hodenfunktionen – und damit die Bildung von Samenzellen – sind von der Bildung und Ausschüttung bestimmter Hormone abhängig. Durch Hormonwertbestimmungen des Blutes lassen sich Störungen im Hormonhaushalt feststellen.
Gewebeprobe aus den Hoden (Hodenbiopsie)
Werden im Spermiogramm kaum oder keine Samenzellen festgestellt, kann durch eine Hodenbiopsie festgestellt werden, ob überhaupt Samenzellen produziert werden. Dazu entnimmt die Ärztin oder der Arzt eine Gewebeprobe aus dem Hoden, um sie unter dem Mikroskop zu untersuchen. Der Eingriff erfolgt unter Betäubung. Anschließend müssen die Hoden hoch gelagert werden.
Genetische Untersuchung
Bei einer geringen Samendichte kann überprüft werden, ob genetische Abweichungen vorliegen, die für die Probleme verantwortlich sind. Dazu wird eine Blutprobe im Labor kultiviert und auf erbliche Störungen untersucht.
Weiterführende Informationen
- Wenn ein Traum nicht in Erfüllung geht..
Die 48 Seitige Broschüre der BZgA thematisiert Fruchtbarkeitsstörungen und ihre Ursachen. Sie kann als PDF-Dokument heruntergeladen und bestellt werden. (Recherchedatum: 04.11.2011)
- Sehnsucht nach einem Kind
Die 56 seitige Broschüre der BZgA setzt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Medizin auseinander. Sie kann als PDF-Dokument heruntergeladen oder bestellt werden. (Recherchedatum: 04.11.2011)
- Deutsches IVF-Register
Das Deutsche IVF-Register erhebt zum Zweck der Qualitätssicherung seit 1992 Daten aus dem Bereich der Reproduktionsmedizin. Neben fachlichen Informationen bietet die Seite unter der Rubrik "Zentren" eine umfangreiche Liste von Kliniken und Praxen in Deutschland, die im Bereich der Reproduktionsmedizin tätig sind. Weiterführende Links verweisen auf die jeweiligen Informationsangebote der Einrichtungen im Internet. (Recherchedatum: 27.10.2011)
- Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärztinnen und Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern. Seine Aufgabe ist es zu konkretisieren, welche ambulanten oder stationären medizinischen Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind und somit zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Auf dieser Seite können die Richtlinien des Ausschusses über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung als PDF-Dokument heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 04.11.2011)
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Häufig gestellte Fragen
Ich muss meinen Samen untersuchen lassen - was kommt dabei auf mich zu?
Um die Fruchtbarkeit seines Spermas untersuchen zu lassen, muss der Mann eine Probe davon abgeben. Dazu befriedigt er sich selbst und fängt die Samenflüssigkeit (Ejakulat) in einem Behältnis auf. In der Regel haben urologische, andrologische und Kinderwunschpraxen für diesen Zweck einen ansprechend gestalteten Raum.
Für die Angestellten in der Praxis ist dieser Vorgang Routine. Männern fällt es dennoch manchmal schwer, in den Räumen einer Praxis oder einer Klinik zu masturbieren. Die meisten Labors sind in diesen Fällen einverstanden, wenn eine Samenprobe von zu Hause in die Praxis mitgebracht wird - vorausgesetzt, der Anfahrtsweg ist nicht zu lang.
Das Ejakulat muss frisch sein und in einem ganz sauberen Behälter transportiert werden. Hitze, Kälte und Sonnenlicht schaden dem Sperma. Die Einzelheiten des Transports werden mit der jeweiligen Praxis besprochen.
Stimmt es, dass oft bei beiden Partnern eine Fruchtbarkeitsstörung gefunden wird?
Fruchtbarkeitsstörungen können beide Geschlechter betreffen. Die Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit sind bei Mann und Frau beinahe gleich verteilt. Bei 20 bis 30 Prozent der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch lässt sich sowohl bei der Frau als auch beim Mann eine eingeschränkte Fruchtbarkeit feststellen.
Es ist deshalb Standard, beide Partner zu untersuchen, wenn die erhoffte Schwangerschaft ausbleibt. Bevor eine Frau körperlich belastende diagnostische Verfahren, wie zum Beispiel Untersuchungen ihrer Eileiter, vornehmen lässt, sollte ihr Partner die Befruchtungsfähigkeit seiner Spermien prüfen lassen.
In etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle lassen sich trotz sorgfältiger medizinischer Diagnostik keine Ursachen für das Ausbleiben der Schwangerschaft finden.

