. .
 
 

Fruchtbarkeitsuntersuchungen bei der Frau

Wenn eine Frau nicht schwanger wird, können dafür viele Ursachen in Frage kommen. Es gibt verschiedene Untersuchungen, mit deren Hilfe die Ärztin oder der Arzt versuchen heraus zu finden, woran es liegen kann. Es ist wichtig, den Nutzen und die Risiken der Diagnostik zu verstehen, um sich bewusst für oder gegen bestimmte Verfahren zu entscheiden.


  

Körperliche Untersuchung und Ultraschall

Zur Klärung von Fruchtbarkeitsproblemen wird die Frau zunächst körperlich untersucht. Dabei werden die Genitalorgane abgetastet. So kann die Ärztin oder der Arzt erste Hinweise auf Entzündungen und Veränderungen an den inneren Organen bekommen. Je nach Vorgeschichte und Befund sind dann weitere Untersuchungsschritte notwendig, um die Ursache für die Fruchtbarkeitsstörung herauszufinden.

Bestandteil der gynäkologischen Untersuchung wird wahrscheinlich auch ein gynäkologischer Abstrich sein. Aus der Scheide und vom Muttermund und Gebärmutterhalskanal werden mit Hilfe eines Spatels oder / und mit einem Wattebausch etwas Sekret und einige Zellen entnommen. Dies kann zum Teil schon in der Praxis direkt unter dem Mikroskop auf Bakterien und Pilzbefall untersucht werden. Ein Teil des Sekretes wird in ein Labor geschickt, wo die Zellen weitergehend auf Bakterien und auf Zellveränderungen untersucht werden.

Mit einer Ultraschalluntersuchung sollen gegebenenfalls Auffälligkeiten der Gebärmutter, der Eierstöcke und der Eileiter erkannt werden. Außerdem lassen sich die zyklischen Veränderungen in der Gebärmutter und den Eierstöcken gut beobachten. So können die Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut und im Eierstock (z. B. polyzystische Ovarien – PCO) sowie das Wachstum der Eibläschen durch Ultraschall beobachtet und beurteilt werden.

Die Ultraschalluntersuchung ist risikolos und schmerzfrei.

 

Basaltemperaturkurve

Ohne einen Eisprung kann eine Frau auf natürlichem Wege nicht schwanger werden. Also gehört es zu einer der ersten Fragen bei einer Sterilitätsbehandlung herauszufinden, ob eine Frau einen Eisprung hat. Dies ist unter anderem recht einfach anhand einer Basaltemperaturkurve ersichtlich.

Falls ein Paar schon länger versucht schwanger zu werden und es nicht klappt, ist es sinnvoll, dass die Frau mindestens drei Monate lang ihre Basaltemperatur misst und über Veränderungen während des Zyklus Buch führt. Hierzu gibt es entsprechende Vordrucke, in die die Menstruation, die Aufwachtemperatur und Besonderheiten während des Zyklus - wie zum Beispiel besonders wenig Schlaf oder Krankheit - eingetragen werden. Die Vordrucke sind in den Apotheken und bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt erhältlich oder können auf dieser Seite heruntergeladen werden. Anhand des Temperaturverlaufes während eines Zyklus kann eine Ärztin oder ein Arzt unter anderem erkennen, ob und wann ein Eisprung stattgefunden hat

 

Hormonuntersuchungen

Die so genannten endokrinologischen Untersuchungen, Untersuchungen der Hormone, werden meist erst dann durchgeführt, wenn andere Untersuchungsergebnisse und Informationen über den Zyklus wie zum Beispiel die Basaltemperaturkurve vorliegen. Die verschiedenen Hormone werden an unterschiedlichen Tagen im Monatszyklus gemessen, da die Hormone zyklisch produziert und ins Blut abgegeben werden.

  • Inhibin ist ein Hormon, das anzeigt, ob genügend Eizellen im Eierstock sind.
  • Östradiol ist wichtig für die Eireifung.
  • Der Verlauf der Werte für das Luteinisierende Hormon (LH) während eines Zyklus zeigt einen bevorstehenden Eisprung an.
  • Die Werte des Follikelstimulierenden Hormons (FSH) zeigen an, ob Follikel heranwachsen können.
  • Bei zuviel Androgenen (Testosteron, DHEA-S) leidet die Reifung der Eizelle.
  • Hohe Prolaktinwerte können zur Störung der Eizellreifung führen.
  • Schon eine leichte Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann dazu führen, dass es nicht zu einem Eisprung kommt, deshalb werden auch die Schilddrüsenhormone kontrolliert.
  • Die Progesteron-Werte geben Aufschluss über den hormonellen Ablauf in der zweiten Zyklushälfte. Progesteron ist für die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter wichtig.
 

Untersuchung nach dem Geschlechtsverkehr (Postkoitaltest)

Falls die Ärztin oder der Arzt bereits festgestellt hat, dass ein Eisprung stattfindet und dass der Mann genügend gesunde Spermien produziert, kann eine Untersuchung angesetzt werden, die Postkoitaltest genannt wird. Der Postkoitaltest ist eine einfache und risikolose Untersuchung, die aber im Rahmen einer Sterilitätsdiagnostik viele Informationen bietet und daher meist zu Beginn einer Sterilitätsbehandlung durchgeführt wird.

Die Untersuchung wird durchgeführt, um zu prüfen, ob Spermien durch den Gebärmutterhalsschleim in Richtung Gebärmutter und Eileiter wandern können.

Etwa ein bis drei Tage vor dem Eisprung – und zwar zu einem Termin möglichst nahe am Eisprungtermin - wird der Gebärmutterhalsschleim auf seine Menge und Konsistenz hin überprüft. Wenn das Paar kurze Zeit danach Geschlechtsverkehr hat, so wird einige Stunden danach (am besten drei bis zwölf Stunden danach) der Gebärmutterhalsschleim erneut untersucht. Und zwar diesmal mit der Fragestellung, ob überhaupt und wie viele lebendige Spermien sich dort noch befinden.

Mit diesem Test kann unter anderem herausgefunden werden, ob es möglicherweise eine Unverträglichkeit zwischen Spermien und Zervixschleim gibt, mit der Folge, dass die Spermien den Zervixschleim nicht durchdringen können. Auch können Störungen beim Spermientransport oder eine Minderung der Spermienqualität festgestellt werden.

 

Urinuntersuchung

Zu den ersten Untersuchungen bei einem unerfüllten Kinderwunsch gehört auch eine ganz normale Urinuntersuchung. Die Ärztin oder der Arzt wird sich ein Bild darüber machen wollen, ob es irgendwelche Hinweise auf eine akute Erkrankung gibt oder zum Beispiel ein Diabetes vorliegt.

 

Bildgebende Verfahren zur Untersuchung der Eileiter

Besteht ein Verdacht auf Schäden oder Veränderungen an den Eileitern, können bildgebende und invasive Untersuchungsverfahren angewendet werden.

Bildgebende Verfahren sind die Hysterosalpingografie (HSG), die röntgenologische Darstellung der Eileiter mit Hilfe eines Kontrastmittels, und die Hysterosalpingo-Kontrastsonografie (HSKS), eine Ultraschalluntersuchung der Eileiter, bei der die Durchgängigkeit der Eileiter durch Einspritzen eines Kontrastmittels in die Eileiter kenntlich gemacht wird.

Bei der Hysterosalpingografie wird auf dem Röntgenbild sichtbar, wie sich die Gebärmutterhöhle und die Eileiter mit Kontrastmittel füllen. Auf diese Weise können Veränderungen in der Gebärmutterhöhle (Myome, Vernarbungen, Polypen etc.) oder am Abgang der Eileiter festgestellt werden. Das Bild zeigt auch, ob die Eileiter durchgängig sind. Allerdings kann diese Untersuchung keine Auskunft über die Funktionsfähigkeit und Beweglichkeit der Eileiter geben. Für diese Untersuchung ist meist eine kurze Narkose notwendig. Außerdem ist sie mit einer Belastung durch Röntgenstrahlen verbunden, so dass diese Untersuchung nur noch selten durchgeführt wird.

Bei der Hysterosalpingo-Kontrastsonografie wird mit Hilfe von Ultraschall und einer kontrastgebenden Flüssigkeit untersucht, ob die Eileiter durchgängig sind. Für die Untersuchung führt die Ärztin oder der Arzt einen dünnen Katheter durch die Scheide in die Gebärmutter ein, durch den ein Kontrastmittel fließt. Im Ultraschallbild lässt sich erkennen, ob und wie das Kontrastmittel durch die Eileiter fließt. Die Untersuchung lässt sich ambulant und ohne Narkose machen. Es können allerdings menstruationsähnliche Schmerzen auftreten. Die Untersuchung wird häufig angewendet, da sie ohne Strahlenbelastung und ohne Narkose auskommt. Allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel oder eine Gebärmutterentzündung in Folge des Eingriffs werden sehr selten beobachtet.

Besteht der Verdacht, dass die Eileiter verschlossen sind, wird die Ärztin oder der Arzt wahrscheinlich zusätzlich eine Bauchspiegelung mit einer Eileiterspiegelung (Falloskopie) empfehlen.

 

Bauchspiegelung (Laparoskopie) und Eileiterspiegelung (Falloskopie)

Die Bauchspiegelung ist die häufigste Methode zur Untersuchung der Eileiter, Eierstöcke, der Gebärmutter und des gesamten übrigen Bauchraums im Rahmen einer Kinderwunsch-Diagnostik. Bestandteil einer Bauchspiegelung ist meist auch die Eileiterspiegelung (Falloskopie), bei der die Durchgängigkeit der Eileiter getestet wird, indem eine Farbstofflösung hindurch gespült wird. Es ist auch möglich, bei dieser Gelegenheit Zysten, kleine Myome oder Verwachsungen zu operieren sowie Endometriose-Herde zu beseitigen.

Für eine Bauchspiegelung bekommt die Frau eine Narkose. Die Ärztin oder der Arzt macht einen ein Zentimeter langen Schnitt unter der Nabelgrube, füllt die Bauchhöhle mit Kohlendioxidgas und führt das Laparoskop ein. Das Laparoskop ist das Gerät zur Spiegelung der Bauchhöhle, das aus einem dünnen, langen Metallstab mit einem eingebauten Linsensystem und einer außen angebrachten Kamera besteht. Die Bilder werden von der Kamera auf einen Monitor übertragen.

Die Bauchspiegelung ist mit den normalen Risiken, die bei jeder Operation auftreten können, also Narkoseprobleme, Blutungen und Verletzungen verbunden.

Wird der Eingriff aufgezeichnet, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, sich von der Ärztin oder dem Arzt die Bilder erläutern zu lassen.

 

Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)

Die Gebärmutterspiegelung wird durchgeführt, um Fehlbildungen, Verwachsungen, Myome und Schleimhautveränderungen in der Gebärmutter zu erkennen. Dabei wird eine zwei bis fünf Millimeter dünne Optik (Sonde) durch die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt. Mit Hilfe von Kohlendioxidgas oder einer Flüssigkeit wird die Gebärmutter entfaltet. Die Ärztin oder der Arzt kann nun die Gebärmutterhöhle und die Abgänge der Eileiter betrachten und gegebenenfalls operativ eingreifen. Eine Gebärmutterspiegelung ist risikoarm und kann ambulant erfolgen.

 

Weitere Informationen zum Thema

 

Publikationen zum Thema

 

Häufig gestellte Fragen

Ich muss meinen Samen untersuchen lassen - was kommt dabei auf mich zu?

Die Untersuchung des Samens ist für die medizinische Diagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch unerlässlich. Die Masturbation in einer Praxis oder Klinik ist jedoch nicht jedermanns Sache.

Aber die meisten andrologischen Praxen und Kinderwunschpraxen bemühen sich um eine ansprechende Ausstattung und Gestaltung des Raumes, in dem Männer ihren Samen gewinnen sollen.

Für die Angestellten in der Praxis ist dieser Vorgang Routine. Männer fällt es dennoch manchmal schwer, in den Räumen einer Praxis oder einer Klinik zu masturbieren. Die meisten Labors sind in diesen Fällen einverstanden, wenn eine Samenprobe von zu Hause in die Praxis mitgebracht wird.

Das Ejakulat muss frisch sein und in einem ganz sauberen Behälter transportiert werden. Hitze, Kälte und Sonnenlicht schaden dem Sperma. Die Einzelheiten zum Transport muss der Mann mit der jeweiligen Praxis absprechen.

 

Lesen Sie auch...

Checkliste für das Erstgespräch

Viele Ratsuchende mit unerfülltem Kinderwunsch machen die Erfahrung, dass in den ärztlichen Sprechstunden nicht alle für sie wichtigen Fragen besprochen werden. Zur Vorbereitung auf das Gespräch kann eine Checkliste mit Fragen hilfreich sein. mehr...


 
1106