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Die Chancen der Kinderwunschbehandlung

Mikroskopansicht einer künstlichen Befruchtung einer Eizelle © MedicalRF.com/Corbis

Wohl kaum etwas beschäftigt Kinderwunschpaare so sehr wie die Erfolgsaussichten der einzelnen Therapieformen. Doch diese hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab und lassen sich nicht mit Sicherheit voraussagen.


Eine Sterilitätsbehandlung kann für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch eine Chance bieten, manchmal vielleicht die einzige. Auf diesem Hintergrund sind die Erfolgsraten der Verfahren für die Betroffenen sehr wichtig. Statistiken können aber nur als Orientierungshilfe dienen, da sie immer nur Durchschnittswerte angeben.

Die Erfolgschancen hängen stark von den persönlichen Voraussetzungen ab. Die Art der Fruchtbarkeitsstörung, die Dauer des unerfüllten Kinderwunsches, das Alter der Frau und des Mannes, aber auch seelische Aspekte spielen für den Erfolg einer Behandlung eine große Rolle. Und leider ist eine Schwangerschaft auch noch nicht gleichzusetzen mit der Geburt eines Kindes. Denn auch während der Schwangerschaft können noch Probleme auftreten wie zum Beispiel eine Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft.

Durchschnittliche Erfolgsraten

Für die einzelnen reproduktionsmedizinischen Verfahren werden pro Behandlungszyklus folgende durchschnittliche Geburtsraten angegeben:

  • IVF: 15 bis 20 Prozent
  • ICSI: 15 bis 20 Prozent
  • MESA/TESE: 8 bis 12 Prozent
  • Kryotransfer von Vorkernstadien: 8 bis 12 Prozent.


Diese Zahlen liefern jedoch nur Anhaltspunkte. Weil die Chancen einer Kinderwunschbehandlung von vielen verschiedenen Faktoren abhängig sind, sollten die eigenen Erfolgsaussichten mit dem Arzt oder der Ärztin individuell besprochen werden.

Wenn die Kinderwunschbehandlung ohne Erfolg bleibt

Die meisten Paare, die sich für eine medizinische Behandlung entscheiden, setzen große Hoffnungen in die Therapie. Sie rechnen nicht damit, dass ausgerechnet sie zu den Paaren gehören könnten, bei denen es nicht klappt. Führt die Behandlung nicht zum Erfolg, ist das für die Betroffenen meistens sehr schmerzlich und enttäuschend. Manche Menschen geraten nach erfolgloser Behandlung in ein länger anhaltendes seelisches Tief. Anderen fällt es schwer, die Grenzen der medizinischen Möglichkeiten zu akzeptieren. Es kann vorkommen, dass sie die Therapie fortsetzen wollen, auch wenn die Mediziner ihnen davon abraten.

Für manche Betroffenen ist die Therapie jedoch auch dann hilfreich, wenn sie nicht zum Erfolg führt. Mit dem Bewusstsein, alle medizinischen Möglichkeiten genutzt zu haben, um doch noch ein Kind zu bekommen, fällt es ihnen leichter, sich auf ein Leben ohne eigene leibliche Kinder einzustellen. Eine psychologische Begleitung kann helfen, den Schmerz, auf ein eigenes Kind verzichten zu müssen, besser zu verarbeiten. Übrigens: Die Krankenkassen übernehmen im Allgemeinen die Kosten für eine psychologische Begleitung während der Behandlung oder nach erfolgloser Therapie.

Weiterführende Informationen

Publikationen zum Thema

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Gacinski, Lucia; Yüksel, Emine
BZgA, 51101 Köln 2002 | Preis: kostenlos, Bestell-Nr.: 13623001 (deutsch)
Wischmann,Tewes; Stammer, Heike
Stuttgart 2010, 4. aktualisierte Auflage | Preis: 19,90 €

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Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich herausfinden, welche Behandlungsmethode die richtige ist?

Welche Behandlungsmethode individuell am besten geeignet ist, hängt zum einen von der Ursache der Fruchtbarkeitsstörung ab, zum anderen auch davon, in welchem Umfang das Paar bereit ist, die zeitlichen, gesundheitlichen und psychischen Belastungen einer Fruchtbarkeitsbehandlung auf sich zu nehmen.

Welche Behandlungsverfahren überhaupt infrage kommen, kann erst nach einer gründlichen ärztlichen Untersuchung entschieden werden. Wird dann eine bestimmte Methode vorgeschlagen, ist es empfehlenswert, sich bei der Ärztin oder dem Arzt genau über das Vorgehen, die Behandlungsdauer, die Erfolgschancen und etwaige Risiken zu informieren.

Auch eine kurzzeitige psychologische Beratung kann bei der Entscheidungsfindung helfen und das Paar seelisch unterstützen. Die in der Beratungsstellen-Datenbank befindlichen anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen helfen auch beim Thema "Unerfüllter Kinderwunsch". Sie können bei der Suche nach einer geeigneten Praxis oder Klinik behilflich sein und bieten außerdem psychologische Begleitung während der Fruchtbarkeitsbehandlung.

Gibt es eine Altersgrenze für eine Kinderwunschbehandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen machen die anteilige Kostenübernahme für eine IVF-Behandlung auch vom Alter des Paares abhängig. Frauen und Männer dürfen frühestens im Alter von 25 Jahren mit einer IVF-Behandlung beginnen. Das Höchstalter der Frau ist auf 40 Jahre, das Höchstalter des Mannes auf 50 Jahre festgesetzt.

Es gibt jedoch Frauen und Paare, die jenseits dieser Altersgrenzen eine Fruchtbarkeitsbehandlung wünschen und privat bezahlen. Für eine aussichtsreiche Behandlung ist es vor allem wichtig, dass die Eierstöcke der Frau auf eine Hormonbehandlung mit der Bildung von befruchtungsfähigen Eizellen reagieren.

Der biologische Alterungsprozess ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Deshalb lässt sich keine genaue Altersgrenze  festlegen, bis zu der eine IVF-Behandlung erfolgreich sein kann. Ältere Frauen und Männer mit Fruchtbarkeitsproblemen müssen sich jedoch eher darauf einstellen, dass sie auch mit einer Behandlung möglicherweise nicht mehr schwanger werden können. Auch die Rate an Fehlgeburten nimmt mit den Jahren zu.

Wieso ist eine künstliche Befruchtung nicht immer erfolgreich?

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) sind seit Jahren erprobte Methoden, aber sie sind sehr komplex und damit störungsanfällig. Es kommt öfter vor, dass einzelne Schritte nicht gelingen.

Zum Beispiel entwickeln sich nicht immer befruchtungsfähige Eizellen, oder es findet keine Befruchtung statt. Es kann auch sein, dass sich nach der Übertragung befruchteter Eizellen kein Embryo in der Gebärmutter einnistet. Die Ursachen für das Versagen der Behandlung sind sehr unterschiedlich und lassen sich nicht immer genau feststellen.

Ist das Risiko für kindliche Fehlbildungen nach einer künstlichen Befruchtung erhöht?

Bei natürlich gezeugten Kindern kommt es bei etwa jeder 15. Schwangerschaft zu einer kindlichen Fehlbildung, nach einer künstlichen Befruchtung bei jeder zwölften. Unklar ist jedoch, ob die erhöhte Fehlbildungsrate eine Folge der Fruchtbarkeitsbehandlung ist oder mit den Risikofaktoren zusammenhängt, die die Eltern mitbringen. Viele Fachleute halten die erhöhte Fehlbildungsrate eher für die Folge der Störung, die zur Unfruchtbarkeit geführt hat.

Nach Fruchtbarkeitsbehandlungen kommt es zudem häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften. Da Mehrlinge oft zu früh geboren werden, erhöht sich auch hier das Risiko für körperliche und geistige Beeinträchtigungen.

Allgemein wird davon ausgegangen, dass das Fehlbildungsrisiko bei den Behandlungsmethoden In-vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) in etwa gleich ist. Bei beiden Methoden treten vermehrt Herzfehler, Lippen- und Gaumenspalten und Fehlbildungen des Verdauungstraktes auf.

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