. .
 
 

Spätgestosen: Präeklampsie, Eklampsie und HELLP-Syndrom

Die so genannten Spätgestosen Präeklampsie, Eklampsie und das HELLP-Syndrom werden häufig verallgemeinernd als EPH-Gestosen bezeichnet. EPH steht für die drei charakteristischen Symptome dieser Erkrankung: Ödeme (englisch: edema), Eiweiß im Urin (Proteinurie) und Bluthochdruck (Hypertonie). Die Präeklampsie muss jedoch nicht immer mit Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödembildung) einhergehen. Weitere Anzeichen einer EPH-Gestose können Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen sein. Schwangere mit einer Spätgestose (EPH-Gestose) müssen regelmäßig untersucht werden, da die Erkrankung das Risiko einer Frühgeburt um 50 Prozent erhöht. Unbehandelt kann sie auch für die Mutter gefährlich werden.

Die so genannten Frühgestosen im ersten Drittel der Schwangerschaft sind dagegen meist ungefährlich. Zu ihnen zählt zum Beispiel das Schwangerschaftserbrechen. In der zweiten Schwangerschaftshälfte treten sie sehr selten auf.

Die Spätgestosen Präeklampsie, Eklampsie und das HELLP-Syndrom zählen zu den ernsten Schwangerschaftserkrankungen.

Bei der Präeklampsie ist der Bluthochdruck das wichtigste Symptom, begleitet von vermehrtem Eiweiß im Urin und häufig, aber nicht immer auftretenden Wassereinlagerungen an Händen und Füßen. Schwindel, Herzklopfen und Kopfschmerzen können weitere Begleiterscheinungen sein.

Eklampsie und HELLP-Syndrom sind schwere, manchmal lebensgefährliche Formen der Spätgestose. Die Eklampsie kann aus einer nicht oder zu spät behandelten Präeklampsie entstehen. Der Übergang zur Eklampsie macht sich durch Übelkeit, Schmerzen in der Bauchregion, Krämpfe und Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit bemerkbar. Die Schwangere muss sofort ärztlich versorgt und die Schwangerschaft unter Umständen vorzeitig durch eine Geburtseinleitung oder einen Kaiserschnitt beendet werden.

Das HELLP-Syndrom geht mit sehr hohem Blutdruck, Leberfunktionsstörungen und Störungen der Blutgerinnung einher. Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch sind weitere Symptome. Das HELLP-Syndrom ist lebensgefährlich, in der Regel wird die Geburt schnellstmöglich eingeleitet.

 

weiterführende Informationen

 

Häufig gestellte Fragen

Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?

In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.

Ich bade gern ausgiebig und möglichst warm. Können dadurch frühzeitig Wehen ausgelöst werden?

Wenn bereits vorzeitige Wehen eingesetzt haben, können sie durch ein warmes Bad tatsächlich verstärkt werden. Liegen jedoch keine Anzeichen für "echte" vorzeitige Wehen oder einen Blasensprung vor, wird ein warmes Vollbad sicherlich keine geburtsaktiven Wehen auslösen. Die so genannten Vorwehen werden durch die Entspannung im warmen Wasser sogar schwächer.

Meine Füße und Hände sind abends oft stark geschwollen. Ist das ein Hinweis auf eine beginnende Präeklampsie?

Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) sind die Ursache für geschwollene Hände und Füße. Sie können in jedem Stadium der Schwangerschaft auftreten, besonders häufig aber in den letzten Schwangerschaftswochen. Normalerweise sind Ödeme kein Grund zur Sorge. Sie können jedoch Anzeichen für eine Präeklampsie sein. Deshalb ist es wichtig, auf alle Fälle die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung können dann eventuell weitere Symptome einer Präeeklampsie wie Bluthochdruck und erhöhte Eiweißkonzentration im Urin festgestellt werden.

Neben Wechselduschen und Massagen, die bei geschwollenen Beinen Linderung verschaffen, sollte die Schwangere vor allem darauf achten, genügend zu trinken. Das fördert den Stoffwechsel und damit die Ausscheidung von Schadstoffen. Außerdem helfen Obst, Gemüse und besonders Kartoffeln, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen.

 

Interview: Vorzeitige Wehen - Oft helfen Entlastung und Zuwendung

Trotz allem medizinischen Fortschritt liegt die Rate der Frühgeburten in Deutschland bei annähernd zehn Prozent. Eine Berliner Studie erforschte die psychosomatischen Ursachen der Frühgeburtlichkeit. Ein Gespräch mit Dr. med. Martina Rauchfuß, der Leiterin der Studie. mehr...


 
798