Familienhebammen sind speziell ausgebildete Hebammen, die alleinerziehende Mütter oder Familien über die Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen hinaus betreuen können. Neben der Begleitung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bieten sie meist auch eine häusliche Unterstützung bis zum vollendeten ersten Lebensjahr des Kindes an, wenn es in der Familie gesundheitliche oder soziale Probleme gibt – zum Beispiel bei früh geborenen Kindern, chronisch kranken Müttern oder bei minderjährigen Schwangeren. Bei besonderem Bedarf ist die Betreuung auch bis zu drei Jahre möglich.
Die Familienhebamme kann auch Gespräche oder Hilfen beim zuständigen Jugend- und Sozialamt, bei Erziehungs- oder Schwangerschaftsberatungsstellen, bei (Kinder-) Ärztinnen oder Ärzten vermitteln und die Frauen bei diesen Besuchen begleiten.
Familienhebammen arbeiten eng mit medizinischen und sozialen Diensten sowie karitativen Einrichtungen zusammen. Sie sind häufig bei Gemeinden, Wohlfahrtsverbänden oder Gesundheitsämtern angestellt oder arbeiten selbstständig. Normalerweise ist ihr Angebot für Frauen und Familien kostenfrei.
Da es noch nicht viele Familienhebammen gibt, ist es empfehlenswert, sich bei Bedarf frühzeitig zu informieren. Adressen vermitteln die Schwangerschaftsberatungsstellen und Gesundheits- oder Sozialämter. Im Internet gibt es außerdem eine Liste von Familienhebammen auf der Seite: http://www.familienhebamme.de/adressliste.html
weitere Informationen zum Thema
- Deutscher Hebammenverband e.V.
Internetseite des Deutschen Hebammenverbandes e.V. (DHV), der sich für die Interessen aller im klinischen wie im außerklinischen Bereich tätigen Hebammen einsetzt. In der Rubrik »Elterninformation« finden sich unter anderem hilfreiche Tipps und Hinweise zum Stillen und zur Hebammenhilfe. (Recherchedatum: 21.09.2009)
- Bund freiberuflicher Hebammen Deutschland e.V.
Bei den Verbandsseiten des Bunds freiberuflicher Hebammen Deutschland e.V. liegt der Schwerpunkt auf Verbandsinformationen und Informationen für Hebammen. Die Rubrik "Wissenswertes für werdende Eltern" ist knapp, aber informativ. (Recherchedatum: 09.07.2008)
Publikationen zum Thema
Häufig gestellte Fragen
Helfen Dampfsitzbäder als Vorbereitung auf die Geburt?
Wissenschaftlich ist zwar nicht erwiesen, dass Dampfsitzbäder eine Hilfe bei der Vorbereitung auf die Geburt sind. Aber generell sind Dampfsitzbäder gut für das Gewebe, sie machen es geschmeidiger und weicher und können damit die Geburt erleichtern. Auch können Dampfsitzbäder möglicherweise einem Dammriss oder der Notwendigkeit eines Dammschnitts entgegenwirken. Ab der 38. Schwangerschaftswoche werden Dampfsitzbäder mit Heublumen oder Lindenblüten einmal in der Woche empfohlen. Für ein Dampfsitzbad werden die Blüten in ein Gefäß, also einer kleinen Wanne zum Beispiel, mit kochendem Wasser gegeben. Nachdem das Wasser etwas abgekühlt ist, kann man sich darüber setzen.
Was kann ich tun, um einen Dammriss zu vermeiden?
Die Dammmassage kann verhindern, dass der Damm einreißt oder geschnitten werden muss. Deshalb ist es hilfreich, während der Schwangerschaft, aber besonders sechs Wochen vor der Geburt täglich den Dammbereich und die Schamlippen mit einem naturbelassenen Öl (zum Beispiel Weizenkeim-, Jojoba-, oder Johanniskrautöl) in kreisenden Bewegungen zu massieren. Zur leichten Dehnung der Scheide können ein oder mehrere Finger in die Scheide eingeführt werden, um dann das Gewebe vorsichtig Richtung After zu dehnen. Es wird empfohlen, bei dieser Übung in die Hocke zu gehen oder sich mit angezogenen Beinen hinzulegen. Neben der Dehnungsfähigkeit des Damms fördert dies das Gefühl für die Scheide und den Beckenboden. Die Entspannungsfähigkeit während der Geburt wird dadurch wie auch durch Beckenbodenübungen erhöht.
Stimmt es, dass ich nicht ausreichend auf die Geburt vorbereitet bin, wenn ich keine Hebamme habe?
Wenn alle Vorsorgeuntersuchungen eingehalten werden und sich die Schwangere keine bestimmte Hebamme zur Geburtsbegleitung wünscht, sind die regelmäßigen Arztbesuche zur Vorbereitung auf die Geburt ausreichend.
Im Rahmen einer umfassenden Betreuung steht die Hebamme allerdings während der gesamten Schwangerschaft als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie nimmt sich Zeit, auf die Schwangere einzugehen und sie in allen anstehenden Fragen zu beraten. Dieser enge persönliche Kontakt ist für manche Frauen sehr wichtig. Das Wissen, das die Hebamme in der Geburtsvorbereitung vermittelt, kann die Angst verringern und damit die Geburt erleichtern. Das gilt umso mehr, wenn die Hebamme die Geburt auch persönlich begleitet. Für die Schwangere kann es außerdem sehr beruhigend sein zu wissen, dass sie auch in der ersten Zeit nach der Geburt noch von der Hebamme betreut und unterstützt wird.
Wie finde ich eine Hebamme?
Hebammensuche.de bietet eine Suche nach freiberuflichen Hebammen. Neben Verzeichnissen von Hebammen und Geburtshäusern finden sich dort auch allgemeine Informationen zur Hebammenhilfe. www.hebammensuche.de



