Die Wirkung und Anwendung
Das Wirkprinzip des Verhütungspflasters entspricht dem einer Einphasen-Pille: In erster Linie werden der Eisprung und die Einnistung einer Eizelle verhindert. Durch die Verdickung der Gebärmutterhals-Schleimhaut wird zusätzlich das Eindringen von Samenzellen verhindert.
Das Pflaster wird am ersten Tag der Menstruation auf eine saubere, trockene und gesunde Hautstelle (nicht gerötet oder verletzt) aufgeklebt – etwa auf das Gesäß, den Bauch, der Außenseite eines Oberarms und des Oberkörpers (mit Ausnahme der Brüste). Ein Aufkleben auf die Oberschenkel wird wegen der zu großen Reibung nicht empfohlen. Um die Haftfähigkeit nicht zu beeinträchtigen, sollte in der Nähe des Pflasters auf Cremes, Lotionen, Make-up oder andere Kosmetika verzichtet werden.
Das Pflaster muss fest angedrückt werden, bis die Ränder gut haften, und verbleibt an dieser Stelle für eine Woche. Um sicherzustellen, dass das Pflaster gut haftet, sollte der Sitz jeden Tag überprüft werden. Nach jeweils einer Woche – immer am gleichen Wochentag – wird das Pflaster gewechselt. Der Wechsel kann an diesem Tag zu einer beliebigen Uhrzeit erfolgen.
Es sollte darauf geachtet werden, dass das Pflaster jedes Mal an einer anderen Stelle, aber im gleichen Körperbereich aufgeklebt wird (zum Beispiel abwechselnd die rechte und linke Pobacke). Es darf jeweils nur ein Pflaster getragen werden.
Wenn die Umstellung von einem anderen hormonellen Verhütungsmittel auf das Pflaster erfolgt, sollte der Zeitpunkt des Wechsels mit einer Gynäkologin / einem Gynäkologen abgesprochen werden.
Eine Woche Pause
Ab dem 22. Zyklustag, also in der vierten Woche, wird kein Pflaster mehr getragen. In dieser Woche kommt es normalerweise zu einer Blutung. Nach der pflasterfreien Woche (sieben Tage) wird am gewohnten Wochentag ein neues Pflaster aufgeklebt, auch wenn die Blutung nicht eingetreten oder noch nicht beendet ist.
Wird das Wechseln des Pflasters am "Pflasterwechseltag" vergessen, kann dies im Rahmen von maximal 48 Stunden nachgeholt werden. Die pflasterfreie Phase von sieben Tagen darf jedoch nicht überschritten werden. Wenn dies dennoch passiert, muss zusätzlich ein nicht hormonelles Verhütungsmittel wie ein Kondom angewandt werden. Anderenfalls besteht kein sicherer Empfängnisschutz.
Die Sicherheit
Für das Verhütungspflaster wird eine sehr hohe Sicherheit angegeben. Belegt wird in Studien jedoch nur die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei Frauen zwischen 18 und 45 Jahren. Für Frauen mit einem Körpergewicht von 90 Kilogramm oder mehr kann die Wirksamkeit vermindert sein.
Das Pflaster hat – bei Studien – im Schwimmbad, in der Sauna, beim Sport oder unter anderen Bedingungen eine gute Haftfähigkeit bewiesen. Wenn es sich dennoch teilweise oder ganz löst, darf es nur wieder aufgeklebt werden, wenn es sicher haftet. Der Empfängnisschutz bleibt für eine Zeitspanne von 24 Stunden erhalten. In diesem Zeitraum muss dieses Pflaster oder ein neues aufgeklebt werden.
Antibiotika, Mittel gegen Epilepsie sowie Johanniskraut können wie bei der Einnahme der Pille die Wirksamkeit des Verhütungspflasters beeinträchtigen.
Die Vorteile
Das Pflaster ist bequem und leicht anzuwenden. Es zählt zu den Verhütungsmethoden, die eine hohe Sicherheit bieten. Die Hormone werden direkt über die Haut ins Blut abgegeben, sodass die Belastung vor allem der Leber deutlich geringer ist als bei Hormonpräparaten, die oral eingenommen werden. Erkrankungen wie beispielsweise Erbrechen oder Durchfall haben keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Verhütungspflasters. Medizinische Gründe für die Anwendung des Pflasters können deshalb Krankheiten wie Essstörungen, insbesondere Bulimie, und chronische Darmentzündungen sein, die gegen eine Einnahme der Pille sprechen.
Die Nachteile
Wie bei allen kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln kann es anfangs zu unregelmäßigen Blutungen kommen. In klinischen Studien traten als sehr häufige Nebenwirkungen Brustbeschwerden, Kopfschmerzen, Hautreaktionen am Haftort des Pflasters und Übelkeit auf. Neuere Studien bestätigen ein erhöhtes Risiko für venöse oder arterielle Thromboembolien durch das Pflaster. (Stand 2008)
Viele Gegenanzeigen
Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die einer Anwendung des Verhütungspflasters entgegenstehen:
- Bestehende oder zurückliegende venöse oder arterielle Thrombosen
- Abnorme vaginale Blutungen mit ungeklärter Ursache (zum Beispiel Zwischen- oder Schmierblutungen)
- Eine ungewöhnlich starke, häufige oder lang andauernde Periodenblutung
- Brustkrebs
- Migräne mit fokaler Aura (Sensibilitätsstörungen)
- Lebererkrankungen
Auch bei einer Überempfindlichkeit gegenüber einzelnen Wirk- oder Hilfsstoffen des Präparats darf das Pflaster nicht angewendet werden. Die entsprechenden Symptome sind in der Packungsanleitung beschrieben, die gründlich gelesen werden sollte.
Die Kosten
Eine Monatspackung mit drei Pflastern kostet zwischen 15 und 20 Euro, eine Dreimonatspackung etwa 40 bis 50 Euro.

