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11.07.2010

Frühgeborene: Entscheidung für Versorgung in Spezialzentren

Extrem unreife Frühchen sollen künftig nur noch in Kliniken betreut werden, die spezielle Erfahrungen mit ihrer medizinischen Versorgung nachweisen können. Dies soll die Überlebens- und Entwicklungschancen der Neugeborenen erhöhen.

Ab 2010 sollen Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm nur noch in Krankenhäusern betreut werden, die pro Jahr mindestens 30 solcher sehr unreifen Frühchen behandeln. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Beschlussgremium der Gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen, im Juni beschossen. 

Der Beschluss soll die Qualität der Betreuung und Behandlung von Frühgeborenen verbessern. Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sehr kleine Frühchen, die in spezialisierten Perinatalzentren zur Welt kommen und dort behandelt werden, deutlich bessere Überlebens- und Entwicklungschancen haben als vergleichbare Frühchen, die in weniger erfahrenen Kliniken betreut werden.

Die entscheidenden Vorteile solcher so genannter Perinatalzentren sind die besseren Therapiemöglichkeiten durch modernste technische Ausstattung und die große Erfahrung des Personals. Dem steht der Nachteil gegenüber, dass die Babys meist nicht nah am Wohnort der Eltern betreut werden können. Deshalb unterscheidet der G-BA mit seinem Beschluss jetzt zwischen sehr kleinen und etwas reiferen Frühchen: Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von 1250 bis 1499 Gramm haben ein deutlich kleineres Risiko für bleibende Schäden als noch leichtere Kinder. Sie können deshalb künftig auch in Krankenhäusern versorgt werden, die keine Mindestzahl an Behandlungen nachweisen können. Bisher dürfen Kliniken nur dann Frühgeborene versorgen, wenn sie nachweislich mindestens 14 Kinder im Jahr behandeln - unabhängig von ihrem Gewicht.

Quelle

AOK-Meldung zur WIdO-Studie zur Frühgeborenen-Versorung

faz.net, 25.6.2010

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Frühgeburt und sehr geringes Geburtsgewicht: Werden Frühgeborene in Krankenhäusern mit größeren Behandlungszahlen besser versorgt? November 2009

 
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