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Psychopharmaka für Schwangere und Kinder riskant
Dänische Forscher warnen vor den unerwünschten Wirkungen von Medikamenten, die auf die Psyche wirken: Sowohl Ungeborene als auch Kinder können davon betroffen sein.
Psychopharmaka, die während der Schwangerschaft eingenommen werden, können das Risiko für eine Schädigung des Kindes erhöhen. Auch die unerwünschten Wirkungen verschiedener Substanzen, die Kindern verschrieben werden, sind erheblich. Das berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Kopenhagen.
Zwischen 1998 und 2007 erhoben sie Daten über dänische Kinder zwischen der Geburt und dem Alter von 17 Jahren. Dabei untersuchten sie mehr als 4500 Berichte über unerwünschte Wirkungen von Medikamenten, die den Schwangeren oder den Kindern verordnet worden waren. 42 Prozent der Nebeneffekte ließen sich auf Beruhigungs- oder Aufputschmittel (wie Methylphenidat), 31 Prozent auf Antidepressiva und 24 Prozent auf Antipsychotika zurückführen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden über 400 verschiedene Symptome und Folgeschäden, darunter auch ernsthafte Entzugserscheinungen.
Sie kritisieren, dass die Öffentlichkeit zu wenig über schädliche Effekte von Psychopharmaka während der Schwangerschaft oder der Kindheit aufmerksam gemacht werde. Zwar wisse man über Alkohol und Nikotin gut Bescheid, unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Psychopharmaka bei Kindern und Schwangeren würden jedoch nicht ausreichend erforscht.
Quelle
aerzteblatt.de, 28. Juni 2010
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